vom Victril sieden.32 9Vom Wietril sieden.Er Victriol oder Kupfferwasser, wird aus viellerley Ertzge-macht/ als nemblich: Auß grawen/ schwartzen vnd roten Atramentstein, aus Kupfferund Wasserkieß/ Erden/ Kupfferrauch/ grünen vnd weissen Jöckeln, wan die Gän-ge oder Fallörter auff kiesigten vnd schwefelichten Gängen naß seyn, so wächset da-von das Kupfferwasser/ wann aber das Wasser auffhöret zu tropffen, vnd trucken zuwerden, so wird es dürre vnd hart, Wann die Schächte vnd Stollen tieff seyn, sozeucht sich solche feuchtigkeit auch dahin in das tieffste/ vnnd wofern es sonsten keinenzugangk vom wilden Wasser hat, so wird es je lenger je stärcker von Victriol.Ie man die Kieß vnd andere Ertz auffVictriol probieren sol.Alle Kieß, sie sind küpfferich oder nicht, so sind sie doch Victrilisch, abergleichwol einer reicher am Victril als der ander/ welches man in nachfolgender Pro-be erfaren kan. Röste den Kieß erstlich gar wol/ laß jhn kalt werden/ zerpuch ihn klein/und mach ein Langen derselben wiege ein Centner ab/ und probier sie/ gleich wie nach-folgendt von der Salpeter Langen gesagt wird/ was im schälichen bleibet/ das wiegegegen deinem Gewicht, so findestu wie reich der Kieß sey, nach solchem kansiu dichrichten/ Damit du aber gewiß seist/ das es Victril ist/ so versuche solche Probe auffder Zungen, ist sie scharff vnd sawr, vnnd gibt dem rein gemachten Eisen eine röte/ soists guter Victril, thut solches die Probe nicht, so muste der Langen mehr machen,vnd in ein bleyer pfänlein ferner versuchen, damit du eigendlich weist, was es für einspecies gibt.VOn den Goßlarischen Victril sieden.Jeweil ich oben am 79 blade, in beschreibung des Rammelberges, desKupfferrauchs oder Victril Erden gedacht habe, wil ich jetzt auch anzeigen, wie derVictril daraus gesotten wird/ welches also geschicht:Der Victril zu Goßlar wird gesotten aus Kupfferrauch, so aus dem Ram-melßberge kömpt, dann wann das Tagwasser in den Bergk felt, dringes es durch dasErtz/ nimpt davon die schärffe vnd kräffte an sich/ vnnd wo es starck hinfelt vnd frischWetter hat, bestehet es vnd wird hart, welches man hernach Atramentstein nennet,welcher mannicherley farbe hat, Etlicher ist roth, etlicher schwartz, ethicher grav, daes sonsten hintreufft, wechset auch weisser vnd grüner Victril vnd Jöckel Gut, wel-ches schön anzusehen vnd gar milde ist, der wird zu vielen sachen an Menschen vnndVieh gebraucht/ vnd vnter den grawen Kupfferrauch/ in das Victril Hauß gefurth.Wann das scharffe Wasser sonsten auff gewonnen Bergk oder Schieferfelt/ durchwircket es dasselbe/ das Kupfferrauch daraus wird/ vnnd je lenger es ligt/ jebesser es wechset vnd wird, wo es frisch Wetter hat, bindet es fest zu, das man offeSchlägel/ Eisen vnd Fewr darzu brauchen mus/ da es aber die wärme hat/ wird esnicht so fest/ sondern ist leichtlich zu gewinnen/ derselbe wird gleichfals zu tage außge-fordert/ vnd in das Victril Hauß geführet, daselbst der grobe klein geschlagen, da siedas kleine vnten in die Büdden, vnd das grobe oben setzen.Wann der Kupfferrauch in das Victrihauß gebracht wird, sind etliche knech-te darzu verordnet, die haben von höltzern Schienen kleine geflocht ene Körbe, dareinthun sie den Kupfferrauch oder die Victril Erde/ fast einen Bergktrog voll/ vnnd ha-ben eine grosse Büdden mit heiß Wasser für sich/ rütteln vnd schütteln den Korb hinund wieder im Wasser/ so felt vnd zergeht die Victril Erde oder Kupfferrauch/ durchdie löcher des Korbes ins Wasser/ was guter Kupfferrauch ist/ der zergehet aller/ wasim Korbe bleibet das ist klein Ertz/ so vom Ertz in der Gruben vnter dem Kupffer-rauch geruͤret ist.21Wann
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Buch
Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
Entstehung
Seite
329
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