2
'Aachner Friedensschlüsse
Der Münster entstand durch Kaiser Karl von 796 — 894, und ward mit gro-ßer Pracht ausgeschmückt. Der Form nach rund, ward er von 8 Pfeilern ge-halten, in deren Bogen 3- Säulen mir korinthischen Knäufen emporstrebten.Die Säulen brachen die Franzosen im Revolutionskriege aus und führten sie »achParis ; von dorr wurden sie, wiewol nicht alle, 1815 wieder zurückgebracht. InzI. 1353 baute man den hohen Chor daran, in edlem, kühnem Styl. Mittenin demselben erhebt sich das (Grabmal Karls des Großen, mit der Aufschrift: lA-rolr, IN.-,-;, >». Darüber schwebt an einer Kette eine kolossale Krone von Silberund vergoldetem Kupfer, die Friedrich I. hierher geschenkt; sie ist zugleich Leuch-ter für 48 Kerzen. In dem Hochmünster steht aus 5 Marmorstücken der weiße,mar morne Stuhl, auf welchem mehre Kaiser ''ei der Krönung saßen, und überwelchen dann Goldplatten gelegt wurden. Vor der sogenannten Wolfsthür desMünsters standen sonst auf einem Gesimse eine Wölfin und ein Kieserzapfen vonBronze. Auch sie wurden nach Paris geführt, doch haben sie seit 1815 ihre alteStelle wieder eingenommen. Die Franciscanerkirche zeichnet eine (ebenfalls ausParis zurückgekehrte) herrliche Kreuzabnahme von Rubens aus. Sehenswerkh istBekendoiPs Gemäldegalerie. — Die Einwohner sind größtentheils Katholiken.Ein Tbeil derselben, die sogenannten Kappesbauern (von Kappes, Kohl), lebenvorn Feld- und Gartenbau; andre treibe» bürgerliche Nahrung, die übrigen lebenvom Handel und von den Fabriken, worunter die Tuch--und Kasimir-., die Steck-nadel-. uno Nähnadelfabriken die wichtigsten sind. Letztere, die um die Mitte des16. Jahrh, von Gauthier Wolmar gegründet wurde, beschäftigte sonst über 15,099,im I. 1808 aber nur 8000 Arbeiter. Aachen besitzt 15 wohlthätige Anstalten.Es entspringen daselbst 6 warme und eine kalte mineralische Quelle. Die vor-züglichste ist die Kaisersguelle, welche auch von ihrem eingeschlossenen Dunst densogenannten Bandschwefel absetzt. Der Trinkbrunncn ist hinter der neuen Re-doute und wird, so lange Curgäste da sind, von 6 — 9llhr gepumpt; doch trinktman jetzt meistens das Wasser des KaisersbrunnenS. Bei der Kaisersguelle ist dasKaisersbad. 'Außer diesem sind bei den obern Quellen: das neue Bad, das Badzur Königin von ilngarn oder das kleine Bad, das Quirinusbad; bei den unternQuellen: das Herrenbad, das Rosenbad, das Armen-, oder Komphausbad znnennen. In diese» Bädern finde» zugleich die Fremden begueme Wohnungen. DieBadegemäcber sind trefflich, mit 4 — 5 Fuß tiefen Bädern, ganz massiv, nachaltrömischer Art, an den meisten Zimmer mit Betten und Kaminen. Auf demDriesch ist ein eisenhaltiger Sauerbrunnen, der, wegen Ähnlichkeit mit dem Pou-chouwasser in Spaa, der Spaabrunnen genannt wird. — 500 Schritt von Aachen liegt der Flecken Burt scheid, der ebenfalls warme Quellen hak. Die obernQuelle» kommen im Drte selbst hervor, die untern im Thale unter freiem Hnnmel.Das Wasser ist zum Waschen und Färb.» der Tuche brauchbar. Die obern Quel-len enthalten kein hepatischesGas und setzen keinen Schwefel ab; hierdurch unter-scheiden sie sich von den untern und denen zu Aachen . Auch in Burtfcheid sindTuch -, Kasimir- unk Nabnadelfabriken. Die in der Gegend befindlichen Stein-kohlenlager und Schwefelkiese deuten auf die Ursache der warmen Quellen zuAachen und Burtfcheid hin. — An den Congreß zu Aachen 1818 (s Con-gresse) erinnern veränderte Straßennamen: die Alexander-, die Franz-, dieWellingtonstraße, und der Friedrich-Wilhelms-Graben. «2. Aloys Lchrciber,„Gesch. u. Besehr. v. Aachen m. Burtfcheid u. L2paa :c." (Heidclb. 1824).
Aachner Friedensschlüsse. Der erste vom 2. Mai 1668 endigtedenDevolutionskrieg, den Ludwig XIV. im 1.1667 mit Spanien rührte weiternach dem Tode Philipps >V. (seines Schwiegervaters) im Namen seiner Gemahlin,der Insantin Maria Theresia , auf das unter Privatpersonen in Biabant rndNa-nmr geltende ju- (lc>ol»ii-mls sich berufend, einen großen Theil der spanischen