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Abel
Abelard
zen und doch oder kies geschnittenen Steinen oder Stempeln (empreinw). —Münzen und geschnittene Steine haben einen historischen und artistischen Werth,und es ist gar nicht gleichgültig, wie sie vervielfältigt werden. Die Nachahmungin Kupferstich kann nicht genügen, weil dadurch der größte Theil des Kunstgenus-'seS verloren geht. Man macht daher Abdrücke, wo die ganze Form der Gemmeoder Münze sichtbar wird, und-bedient sieh dazu des feinen SiegellakS, des Schwe-fels, Wachses, Glases :c. Abdrücke in glasartigen Materien nennt man Pasten. ^(Dgl. Abguß und Pasten.)
Abel, der zweite Sohn Adams, ein Zwillingsbruder Kains . Dieser war -Ackersmann, Abel Hirt. Beide brachten ihre Gaben dem Herrn z Kam die Erst- -linge seiner Früchte, Abel die Erstgeburt seiner Heerde. Gott gab zu erkennen,daß AbelS Opfer ihm angenehm sei; Kains Opfer verwarf er. Dieser, von Neid jergriffen, ermordete seinen Bruder auf dem Felde. So ward der erste Mord auf!Erden vollbracht. Die Meinung mehrer Kirchenvater, das; Abel unverhcira--thct gestorben sei, hat zur Entstehung der Sekte der Abclitcn oder Abel viri-len (s. d.) Anlaß gegeben. Die Kirche führt AbelS Opfer als Muster eines heiligen,reinen, gottgefälligen Opfers an, und Christus selbst nennt ihn den Gerechten.
'Abelard (Peter), ursprünglich Abaillard, ein Geistlicher des Benedicti-nerordens, gleich merkwürdig durch seine Gelehrsamkeit wie durch seine unglück-liche Liebe zu Heloisen, war 1019 unweit Nantes in dem Flecken Palais, derseinem Vater Berenger gehörte, geboren. Angeborene Neigung führte ihir zu denWizfenschaften: und um sich ihnen ganz hingeben zu können, überließ er seine»Brudern das Recht der Erstgeburt und seine Güter. Er studirte Dichtkunst, Be-redtsamkeit, Philosophie, ssurisprudenz und Theologie, die griechische, hebräischeund lateinische Sprache, und ward bald vertraut damit; aber vorzüglich befleißigteer sich der scholastischen Philosophie. Obgleich Bretagne damals ausgezeichnete''Gelehrte besaß, so hatte A. doch bald ihre Wissenschaft erschöpft. Er ging da-her nach Paris, dessen Universität Schüler aus allen Theilen Europas herbei-zog. Wilhelm von Ehampeaup war der rüstigste Dialektiker seiner Zeit. A. be-nutzte seinen Unterricht so trefflich, daß er oft seinen Meister in den Wettstrei-ten des Witzes und Scharfsinns in Verlegenheit, setzte. Der anfängstchenFreundschaft folgte Haß, den die übrigen Schüler Thampeaur'S theilten, und A.,der noch nicht 22 Jahre zählte, entzog sich dem gegen ihn heranziehende!; Unge-wikter dadurch, daß er nach Melun ging, wohin sein Ruf bald eine Mengevon Jünglingen zog, welche die Schulen von Paris verließen, um ibn zuhören.Da ibn auch hier der Neid verfolgte, ging er nach Eorbeil, wo er zwar ebenfallsbewundert,, aber auch auf gleiche Weise verfolgt wurde. Den Vorstellungen derArzte nachgebend, unterbrach er seine Arbeiten, um in der Heimath seine zerrüt-tete Gesundheit wiederherzustellen. Neu gestärkt kehrte er 2 Jahre später nachParis zurück, versöhnte sich mit seinem vormaligen Lehrer und eröffnete eineEchule der Rhetorik, deren Glanz alle übrige bald ohne Zuhörer ließ. Er lehrteRhetorik, Philosophie und Theologie, und zog die ausgezeichnetsten Schüler,darunter den nachmaligen Papst Eolestin >>., Petrus LombarduS , Bischof vonParis, Berenger, Bischof von PoitierS , und den heil. Bernhard. — Ilm dieselbeZeit lebte zu Paris eine junge Dann-, Namens Louise oder Heloise , die NichteFulbert'S, KanonicuS in Paris , damals 11 Jahre alt. Wenige Frauen übertrafensie an Schönheit, keine glich ihr an Geist und Kenntnissen aller Art. A„ ob-gleich schon 39 Jahre alt, entbrannte für Heloisen von so heftiger Liebe, daß erPflichten, Unterricht und selbst den so heiß ersehnten Ruhm darüber vergaß.Heloise war für seine Neigung nicht minder empfänglich. Unter dein Dorwand,ihre Bildung zu vollenden, erhielt Ä. von Fulbert die Erlaubniß, sie oft zubesuchen; um sie noch öfter zu sehen, nahm er bei Fulbert Wohnung und Tisch.