14
Abendmahl (fach.) ^
angefochten blieb der bisher dargestellte Glaube der ganzen christlichen Kirche, die ^griechische mit eingeschlossen, bis im 11. Jahrh, zwischen der lateinischen undgriechischen Kirche der Lttreit über das Brot im Abendmahl, darüber, ob es ge-säuertes oder nngesanerteS sein sollte, anSbrach. Zn der Sache selbst entstandkein Streit, bis im Ansang des 13. Jahrh, der Priester Bercngar von TonrS dieLehre von der Verwandlung — nicht aber von der substantiellen Gegenwart —Christi leugnete. Die ganze Kirche erstaunte ob dieser, dem bisherigen Glaubenwiderstreitenden Neuerung; dies gab Veranlassung, daß auf der vierten großenlateranischen Synode 1215 der alte Glaube der Kirche von der TranSsubstan-tiation feierlich ausgesprochen — nicht jetzt erst geschaffen — wurde. DieserGlaube blieb auch aufrecht, und selbst Huß nahm ihn gar nicht in Anspruch, viel-mehr waren Huß und seine Anhänger von großer Ehrfurcht gegen das Ltacrament jdurchdrungen, da sie auch den Kelch foderten. Es war nämlich in neuern Zci- (ten, aus Ängstlichkeit, daß Etwas vom Blute verschüttet werden möchte, Sittegeworden, den Laien mir den Leib zu geben, weil ja im Leibe das Blut ohne- ,dies enthalten sei Lehre von der Concomüanz). Die Hussiten glaubten aber, daßder Kelch mit zum Wesen des SaeramentS gehöre, und ohne diesen das Sacra- iment nicbt vollständig sei. Die Kirche verdammte diese Meinung als Ketzerei aufd»mi Concil zu Konstanz 1415. Durch die Iss'formakio» des 1b. Jahrh, wurde jdas ganze katholische Religions- und Kirchensystem angegriffen, indem die Re- jformation, das bisherige organische Leben der Kirche, die Überlieferung ver-werfend, die Bibel allein zur Glanbensführerin annahm und zugleich die katho-lische Abendmahlslehre verwarf. Blieb die katholische Abendmahlslehre sieben, ^so blieb das Priesterthum, es blieb die Messe. Woher sollten die Priester derneuen Kirche die W«nhe erhalten? Nothwendig war also die Aufstellung einerneuen Abendmahlslehre, wenn diese nicht auch schon daraus sich von selbst erge-ben hätte, daß die neue, auf ten in der Bibel forschenden Verstand basirke,Kirche den Liiin für die katbolische Mrstik verliere» mußte. — Zm Concilium >von Trient sind >e§5. 13 folgende runone-i. welche den Glauben der Kirchedarstellen, ausgesprochen: 1) Wenn Jemand leugnet, daß im allerhciligsten Al-tarsacrament entbalten sei, wahrbaft, wirklich und substantiell der Leib unddas Bliit mit der Seele und der Gottheit unsers Herrn Zeßu Christi, und so-mit Christus ganz: wenn dieser sagt, daß er darin nur sei wie in einem Zeichenv<4 t'ipwr. 1 . eel riittilc, — »Ii.iibeuln sit. 2) Wenn jemand sagt, daß imallerheiligsien Altarsacrament zurückbleibe die Substanz des Brotes und Weinszugleich mit dem Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi , und wenn er leugnetjene wunderbare und sonderbare Umwandlung der ganzen «ubstanz des Brots inden Leib und der gan:en Substanz des WemS in das Blut, während bloß dieGestalt sspe-oü-i;) des Brotes und des Weins bleibt, welche Umwandlung diekatholische Kirche sehr angemessen Transsubsiantiation nennt, — .rumbc»,.-» «it.
3) Wenn Jemand leugnet, daß im ehrwürdigen Altarsacrament unter jederSpeeieS und unter den einzelnen Theilen jeder Species, nach geschehener Tren-nung der ganze Christus enthalten sei, — .nuttlwm,-, zit. 4) Wenn Jemandsagt, daß nach geschehener Cvnsecration in dem wunderbaren Altarsacrament nichtsei der Leib und das Blut unsers Herrn Jesu Christi , sondern daß dieses bloß in derGenießung, weder vor noch nach dieser sei, und daß in den conseerirten Honienoder Partikeln, welche nach der Äbcndmaklsseier aufbewahrt wei ten oder übrigbleiben, der wahre Leib des Herrn nicht zurückbleibe, — muttlicn,,-! si l. 5) WennJemand sagt, entweder es sei die Naeblassuiig der Sünden die vorzügliche Wir-kung des AltarsacramentS, oder cS gehen aus demselben keine andern Erfolgehervor, — <>,u,t!xui,u ->it. 6) Wenn Jemand sagt, daß im bell. Altarsacramentder eingeborene Sohn Gottes nicht durch äußern Gottesdienst anzubeten und also