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Erster Band. A bis Bl.
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Abendmahl (kath.)

Blut Christi ist das Noumenon. Es tritt also durch ein Wunder der Allmachteine Wandlung, Transsubstantiation genannt, ein. Schon von Leibnitz ist esbewiesen, daß hier kein philosophischer Widerspruch vorhanden, wie es denn jasogar im Princip einer ganzen philosophischen schule — der Skeptiker — liegt,den Dingen die Objectivität, den Phänomenen die Eigenschaft von Noumenon (Ding an sich) zu bestreiken. Auch die ältesten Kirchenvater drückten sich nichtetwa in Predigte», wo man glauben konnte, ste hätten sich übertriebene Ausdrückeerlaubt, sondern in Stellen, wo es um deutliche Auslegung ihrer Lehren und be-sonders um Unterricht der Katechumenen zu thun war, so aus, daß man sieht,die Christen waren nicht nur überzeugt, daß Jesus wirklich nicht bloß durch denGlauben gegenwärtig, sondern daß auch kein Brot und Wein mehr vorhan-den wäre. L7o sagte IustinuS Martyr , da er dem Kaiser von der Religion derChristen einen Begriff geben wollte, nachdem er die Ceremonie der Consecrationbeschrieben hatte: „Wir genießen dies nicht als gemeines Brot oder als einen ge-meinen Trank, sondern sowie der durch das Wort Gottes Mensch gewordeneJesus Christus Fleisch und Blut hatte, so glauben wir auch, daß die mit seinenWorten consecrirte Nahrung — das Fleisch und Blut dieses Mensch gewordenenJesus sei". (Apost. 1. . Man weiß auch, daß die Heiden den Christen den Vor-wurf machten, sie äßen in ihren geheimen Zusammenkünften das Fleisch einesKindes: eine Meinung, die ganz gewiß aus ihrer Lehre von der Gegenwart Jesuim Abendmahle, von der sie etwas Dunkles gehört harten, stoß. Die Christenhielten überhaupt diese Lehre ganz geheim ^lisci,>Ii,,a -irc.insi; hätten sie blos; ge-glaubt, sie genössen Jesum durch den Glauben, so läßt sich gar nicht einsehen,warum sie so geheimnißvoll davon gesprochen hätten. Dies thaten sie aber, undunterrichteten ihre Katechumenen erst kurz vor der Taufe über diese Lebre. Soalt als das Abendmahl selbst, und keineswegs, wie gewöhnlich protestantischerSeirs behauptet wird, erst von ParhasiuS RadbertuS im 9. Jahrh, aufgestellt, istdie Lehre von der Transsubstantiation. Es läßt sich kein Grund einsehen, waruzndiese Gegenwart sich bloß auf die Zeit einschränken solle, worin der Christ dieEucbaristia empfängt, da Christus ganz deutlich sagt: „Dies ist mein Leib!" undeben darum ihn seinen Schülern reichte. Und woraus könnte man bestimmen,wann diese Gegenwart ansinge und wann sie aufhörte? Die ersten Christen Wichtenauch von dieser Einschränkung Nichts, sie behandelten das Consecrirte schon vordem Genuß mit der größten Ehrerbietung, nahmen es auch zur Zeit der Verfol-gungen mit sich, um cS zu genießen. OrigeneS , ein Schriftsteller des 3. Jahrh.,sagt: „Ihr, die ihr den heiligen Geheimnissen beiwohnen dürst, wisset wol, wieihr den Leib des Herrn, wenn ihr ihn empfanget, mit aller Vorsicht und Ehr-erbietung behaltet (die Christen empfingen ihn ehemals mit der Hand , das; Nichtsdavcn herabfalle, daß von der geheiligten GabeNichtS auf die Erde falle; ihr glau-bet tadurch euch eine Schuld zuzuziehen und das mit Recht, wenn ihr durch Nach-lässigkeit Etwas herabfallen lasset". Ebenso starke Äußerungen finden sich beiCynlluS in seinem Unterricht an die Neubekehrren, sowie in der Liturgie allermorgen- und abendländischen Kirchen, deren Zeugniß um so wichtiger ist, weiles richt das Zeugniß einulner Gelehrten, sondern das öffentliche Zeugniß desGlaubens gamer Kirchen ist. Da von den ersten Zeiten an der Presbyter derGemeinde die Consecration verrichtete, so erklärt sich hieraus die der katholischenKirche eigne Ansicht des Gemeindevorstehers als OpfererS. Die Messe istnich'S Andres als dieses Opfer und insofern in ihrem Wesen so alt als dasAbendmahl, obaleich sie ihre äufiern Zuthaten und Ausbildung erst unter Gregordem Grollen erhielt. — Das Abendmahl ist aber ein Sacrament, so durch einäusires Zeichen den Menschen innerlich heiligt. Es durchdringt die katholischeAnseht vom Abendmahl das ganze katholische ReligionS- und Kirchensystem. Un-