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Erster Band. A bis Bl.
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Acidität

Ackerbau

erklärung ohne ordentlichen Proceß »nd Zustimmung der Reichsstände vorzunehmen.Er selbst ließ aber den Kurfürsten Johann Friedrich von Sacbsen, den Landgrafen ^Philipp von Hessen u. ?t. einseitig und ohne gesetzliche Form ächten, wie es auch von -Kaiser Ferdinand II. 1619 gegen Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, MarkgrafJohann Georg von Brandenburg , Fürst Christian v. Anhalt u. A. geschah. Daherwurde im westfälischen Frieden (Osnabr. Fr., Art. 8) und nachher in den Wahl- >capitulationen seit 1711, Art. 20, das Verfahren bei Achtserklärungen genauer ge- §ordnet, und bestimmt, daß sie nur aufdem Reichstage erkanntwerden könnten. 37. i

Zlcidität, Sauerheit, in engster Bedeutung, die Eigenschaft der- !jenigen Classe chemischer Körper, welche wir Säure nennen (s. d.). Man braucht idieses Wort vorzugsweise als Gegensatz der Alkalität. (S. Alkalien.) In neuern 'Zeiten hat man diesem Ausdruck eine weitere Bedeutung beigelegt, indem man ihn >nicht bloß als Gegensatz der Alkalität, sondern der Basicität überhaupt gebraucht ihat. Man schreibt demnach eineni Körper acide Eigenschaften zu, wenn er dasVermögen besitzt, Basen zu Neutralismen.

Acker nennt man 1) eine in der Regel zur Cultur von Producten für dasBedürfniß der Menschen oder Thiere bestimmte strecke Landes. Die Industriedes Menschen wirkt hier allemal mit auf die ergiebigere Vegetation, obgleich nicht'in jedem Jahre auf gleiche Art. 2) Ein gewisses, durch Gesetze oder Herkommen"bestimmtes Flächenmaß, das freilich ebendaher höchst verschiede» ist. Im König-jreich Sachse» z. B. hält der Acker 300 IHR., die Ruthe zu 15 Fuß 2 Zoll dreSd -,ner Maß — 52,416 pariser OF. Im Großherzogthum Sachsen hält der wei- ^mansche Acker 140 H>R. zu 16 rheinl. Fuß ---- 33,4 >'2 pariser I7F., und in eben ,dem Staate der jenaische Acker 210 OR. zu 16 rheinl. Fuß — 52,598 OF.Auch England mißt seine Ländereien nach ,-xnez von 160 IAR. zu 164 Fuß. Dieengl. Meil enthält 640 -nn<5. In den teutschen Bundesstaaten hat fast jeder emeMehrzahl sehr verschiedener Landmaße; und es ist einer der Gegenstände, die vor- >züglich einer verbesserten Gesetzgebung bedürfen, daß ein Landmaß im ganzen Staateherrschend werde. Im übrigen Deutschland außer Sachsen berechnet man seine Land-flächen bald nach Tonnen, Scheffeln, Morgen, Iucharten, Demath, Hinnen ic.,deren Reduktion auf pariser Fuß noch nicbr einmal richtig angegeben wird.

Ackerbau (uneigenrlich Feldbau, Landbau, Feld wirthschaft) ist derjenigeTheil der Landwirthschaft, welcher das gesammre Ackerwesen in sich begreift. DerZweck ist, den Acker durch die Kunst in Stand zu sehen, daß er nicht nur die größt-mögliche Menge der lantwirthschaftlichen Pflanzen, sondern diese auch in der bestenArt hervorbringen könne. So einfach der Ackerbau dem Unkundigen scheinen muß,so ist doch seine Lehre, d. i. seine wissenschaftliche Darstellung, so umfassend, daßsie aus den sämmtlichen Naturwissenschaften, hauptsächlich Pflanzenkunde (Bota-nik), Mineralogie, Chemie und Phvsik, und aus der Mathematik besonders Geo-metrie, Mechanik, Hydraulik :c. voraussetzt. Die Zusammenstellung der durchdie Erfahrung aufgenommenen und durch die Wissenschaften bewiesenen Lehrsätzeoder Regeln heißt die Ackerbauwissenschaft: diese angewandt, die Ackerbaukunst.Betrachten wir den Ackerbau in staatswirrhschaftlichcr Hinsicht, so entgeht unsnicht, daß er allen culrivirtcn und einigermaßen bevölkerten Ländern die hauptsäch-lichsten Subsistenzmitkel gewährt. Daher vereinen dankbare Völker Personen, dieim Ackerbau neue einflußreiche Erfindungen machten oder sie bei ihnen einführten,göttlich, z. B. die Äegvpker den Osiris, die Sieilianer die Ceres, die Romer denSaturn :c. In Ägrpten ist der Ackerbau am meisten gewürdigt worden, bier mach-te der Ackerbauerstand den ersten des Volks aus. Die Wissenschaften selbst wurdennael, der Anwendung, die sie beim Ackerbau fanden, benannt. Dieses Land ver-sorgte emst, so lange nämlich der Ackerbau die immer nöthige Unterstützung erhielt,mit dem Überflüsse seiner Erzeugnisse, bei eigner starker Volkszahl, iiianchcs andre