Ackerbau
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Land; und jetzt, da den Ackerbauer daselbst Verachtung drückt, ist der Ertrag sehrgesunken. Was man in Europa bis jetzt zur Aushülse des Ackerbaues that, ver-dient, in Betracht seiner Wichtigkeit, kaum einer Erwähnung, aber desto mehrdas systematische Verfahren, denselben zu unterdrücken! — Beim Ackerbau kom-men hauptsächlich in Betracht: die Urbarmachung; sie wird bewirkt durch Wegräu-mung der Bäume, Sträucher und andrer Pflanzen, und geschieht bei den erstcrndurch Rodung und bei den letztern durch Abbrennen, welches man auch Schwen-denncnnt, durch Wegschaffen oder Versinken der großen Steine; tiefliegende Platzewerden durch mehr oder minder umständliche Vorrichtungen entwässert oder trockengelegt. Minder kostspielig und umständlich werden neue Äcker durch das bloße Auf-brechen mit Ackerwerk;eugen, Pflug und Hacken, oder besonders dazu geeignetenMaschinen, wie der Rasenschäler, gewonnen. Da selten ein neuer Acker ebengenug liegt, um in der Folge gehörig bearbeitet zu werden, so gehört hierher auchnoch das Einebnen, wodurch nämlich die schroffen Anhöhen abgestoßen und dietiefen Stellen ausgefüllt werden. Ein solcher Acker, der nun Neubruch heißt,bedarf überdies noch mancher Behandlung, ehe er mit Pflanzen bestellt werdenkann. Hierhergehört, daß ihm durch wiederholtes Anwenden der Ackergeräthe einegleichtiefe und wohlgemengte Krume verschafft werde. Denn wenn die Pflanzenmit ihren Wurzeln auf Roherde stoßen, so werden sie krank und sterben bald ab.Roherde beißt nämlich das Erdreich, welches von der Luft nicht durchdrungen wor-den ist. Diese Beschaffenheit nimmt jedes Erdreich an, welches verdeckt liegt. Durchsorgfältiges Aufrühren werden die zusammengeballten Stücke zertrümmert undin Krume verwandelt, in welche die Luft leicht eindringen kann. Je nachdem einNeubrueb mehr oder weniger Reherde hat und diese geschlossen liegt, bedarf erauch mehr oder weniger Bearbeitung und Zeit, zur Tragbarkeit zu kommen.— Weil die Anlage neuer Äcker nicht nur sehr umständlich ist, sondern auch öftersmekr Kosten macht, als wofür man schon urbar gemachte kaufen kann, so wägtder Landwirlh genau ab, welches er klüglich zu thun habe. Es werden darum ge-wöhnlich auch nur da mühsam Äcker urbar gemacht, wo diese überhaupt in einemhohen Preise stehen, oder wenn man sich von den neuen großen Nutzen verspricht.Ein urbar gemachter Acker bedarf ferner, nach Maßgabe der darauf zu erzielendenPflanzen und in Betracht der beabsichtigtem Verhältnisse, eine gleichsam immer-währende Bestellung, die bei jeder neuen Pflanzung angewendet werden muß.Sie besteht sowol in der mechanischen Bearbeitung des Ackers als in der Erhal-tung seiner nöthigen Fruchtbarkeit. EineStheilS geschieht das, wenn solche Pflan-zen darauf erbaut werden, die des Ackers Kraft am wenigsten erschöpfen, und an-derntheils, wenn demselben solche Stoffe zugeführt werden, die den Acker wiederum so viel mit fruchtbaren Theilen bereichern, als die erzielten Pflanzen zu ihrerNahrung ihm entzogen habe». Diese Düngemittel verschafft man sich nur durchweitläufige und kostspielige Veranstaltung, wie Futtergewinn, die darauf begrün-dete Viehhaltung, Düngcrsuhren, Bereitung eines CompostS, Anwendung desMergels, Kalks, Gypses, Moors oder Schlammes, Pferchung. Da sich aufdie Erhaltung der Triebkraft des LlckerS die Ernten gründen, so kommt auf dieReihenfolge der Pflanzen, die sogenannte Rotation, sehr viel an. Hierauf grün-den sich folgende Ackerbausysteme: 1) Das Dreifelderwirthschaftssystem(s. d.). Da sich die Verhältnisse, unter welchen es eingeführt wurde, veränderthaben, so ist es trotz seiner Allgemeinheit auf den wenigsten Gütern mehr passend,sondern steht den Fortschritten des Ackerbaues entgegen. Es hat einen 3jährigenTurnus: H Brache, I>) Wintergetreide und e) Sommergetreide; man sagt da-her: Brachart, Winterart und Sommerart. Da hierbei der Acker jedes dritteZahr keine Ernte gibt, so hat man, wo der Hulzwang der Verbesserung nicht ent-gegensieht, insofern eine Abänderung gemacht, daß man im Brachjahre ebenfalls