Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Ackermann (Konrad) Ackermann (Rudolf) 63

bei Kartoffeln, Rüben, Taback w., nöthig ist, und die vielfachen Erntegeschäftezum Ackerbau gewählt werden. Über die Verhältnisse und Literatur des Ackerbauess. Landwirthschaft. ^ ?!.

Ackermann (Konrad), ein Schauspieler, den die Deutschen als den Schö-pfer ihrer Schaubühne ansehen können. Er war zu Anfang des 18. Zahrh. geb.;sein Talent verschaffte ihm großen Reichthum, den er anwendete, die Bühne zu ver-vollkommnen und Schauspieler zu bilden. 1761 übernahm er die Leitung des Thea-ters in Hamburg, das in der Geschichte der dramatischen Kunst in Deutschland Epoche machte, und dein Lessing seine ganze Sorgfalt widmete. A. spielte beson-ders komische Rollen meisterhaft. Er starb in Hamburg 1771. Seine Frau,Sophie Charlotte, geb. Biereichel (zu Berlin 1714), die Mutter des berühm-ten Schröder (s. d.l, war eine ausgezeichnete Schauspielerin, die mit selteneinGeiste und großer Feinheit ihre Rollen zu behandeln wußte; sie heirathete 1731den Organisten Schröder zu Berlin und trat 1740 zuerst als Schauspielerin beider Schöumann'scken Bühne in Lüneburg auf. Sie wurde bald die Zierde dieserGesellschaft und fand besonders in Hamburg einen glänzenden Schauplatz für ihrTalent. Hier errichtete sie 1742 ein eignes Theater, das sie aber nach Verlaufeines Jahres wieder aufgab. 1749 heirathete sie zu Moskau Konrad Ackermann .()n den letzten 20 Jahren ihres Lebens (sie starb am 14. Okt. 1792) betrat sie dieBuhne in Hamburg nur selten, bildete aber junge Scbauspielerinnen.

A ck e r m a n n (Rudolf), geb. den 20. April 1764 zu Schneeberg im sächs.Erzgebirge , wo sein Vater ein geschickter Sattler war , erhielt Unterricht auf derlateinischen Schule seiner Vaterstadt, erlernte das Gewerbe seines Vaters undging dann, nach dem (mit gewissen Einschränkungen) so nützlichen Handwerksge-brauche seines Vaterlandes, als Gesell auf die Wanderung. Er arbeitete einigeZeit in den Werkstätten geschickter Kulschenfabrikanten zu Paris , wanderte dannnach Brüssel , wo er in der Lange'schen Kutschenfabrik Gelegenheit fand, seineKenntnisse und seinen Geschmack für Verschönerungen im Reiche der Moden, be-sonders in Beziehung auf Alles, was zum Wagenluxus gehört, immer mehrauszubilden. Er übte hier auch seine früher erlangte Fertigkeit im Zeichnen undColoriren von Mustertafeln im Fache der Kutschenfabrication und andrer Mode-artikel. Sein reger Trieb, „vieler Menschen Städte zu sehen und Sitten zu kennen",führte ihn endlich in die große Handelsmetropole an der Themse . Anfangs mußteersieh da sehr kärglich behelfen. Denn als bloßer Gesell bei einem Ooncb-mulverwollte er nicht in Arbeit gehen. Er lernte dort einen deutschen Landümann, FaciuS,kennen, welcher auf seine Hand ein Modejournal unternommen hakte und an-fangs sich nicht schlecht dabei stand. Da bedachte sich A. nicht lange und gabauf gleiche Weise Hefte von Musterblättern zu Kutschen und Curricles heraus,die er selbst erfunden, gezeichnet und colorirt hatte. Sie erregten durch Neuheitund Eleganz der Formen bald allgemeine Aufmerksamkeit. Man bestellte sich beiihm Musterzeichnungen. Dies legte den Grund zu einem Kunsthandel, der sichdurch seine Thätigkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit in Geschäften bald so er-weiterte, daß er eine für Unternehmungen der Art paffende Engländerin heirathen,londner Bürger werden und ein Kunstmagazin begründen konnte, welches unterder Benennung Kepozilorv ok ,irt< im Mittelpunkte der Stadt, am Strand, zuden Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt gehört und mehre hundert Men-schen beschäftigt. Zu Anfang dieses Jahrh, war A. einer der Ersten, welchem diedamals zuerst versuchte Manier, wollene und gefilzte Stoffe, Lederwerk und Pa-pier wasserdicht (-viiler-proof) zu machen, gelang, womit er eine Zeitlang einenbedeutenden Handel trieb. Sein Hauptgeschäft blieb aber stets der Handel mit Bil-derbüchern aller Art und mit Mustern für alle Verzierungskünste, für Prachtgerä-rhe (s. LPliolsterer's msgs/äne wird allgemein geschätzt), Stickerei, Handzeich-