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Ackerbau
allerlei Pflanzen, aber kein Getreide baut. Weil sie insBrachjahr fallen, so hatman sie Brachfruchte genannt. Die gewöhnlichste» sind: Kartoffeln, Rüben-arten, Kohlarien, Taback, Flachs, Erbsen, Wicken, Linsen, Buchweizen oder !Heidekorn, Lpark (->>»-,-;ul-, »rvi-n.-ii.-i. l..). Da ferner diese Gewächse in einem jSommer gleichsam als eingeschoben erzielt werden, so heißen sie auch Bessmme- lrungsfrüchre; sie erbauen: das Besömniern. Diese Verbesserung des Dreiselder- jwirthschaskssystems ist jetzt durch ganz Deutschland mit der Einführung der Stall- jfüttcrung ziemlich gemein worden. Die erste Methode, wo die Brache nicht zum !Erbau solcher Früchte benutzt wird, nennt man zum Unterschiede der letzter» die iDreifelderwirthschaft mit reiner (t. i. nicht besamter) Brache, so wie die zweite die jDreifelderwirthschaft mit besömmerter Brache. — 2) Das Fruchtwechselwirth- 'schaftssystem hat einen langer» Turnus, mindestens 4 Jahre, und das Eigne, 'daß es in der Regel nicht 2 Mal Getreide unmittelbar aus einander baut, sondern 'eine minder zehrende Pflanzenart dazwischenbringt, z. B. Raps, Winterge-treide, behackte Fruchte, triste, Erbsen, Winkergelreide; oder behackte Früchte,Gerste, Klee, Hafer, Erbsen, Roggen, Wicken, Roggen. Dieses in neuernZeiten durch den Scharfsinn der Engländer ausgebildete und durch Thaernoch mehrvervollkommnete Wirihschaftssystem fangt an, in Deutschland in die Stelle derDreifelderwirthschaft zu treten. Es verstattet am leichtesten Abänderungen, beför-dert den Anbau der Fabrik-und Handelspflanzen, beschäftigt viele Menschen undbegünstigt die Viehzucht. Es seht aber völlig freies Eigenthum voraus. 3) Die 'Koppelwirthschast, auch Schlagwirthschaft, weil man die Abtheilungen der Fel-der Koppeln oder Schläge nennt. Dieses System scheint in den ältesten Zeiten inDeutschland allgemein üblich gewesen zusein, denn TacituS sagt: „V,v.-> a»-
II»! inut.int > l -Iipo, („Sie wechseln jährlich die Felder, und der Acker
ist überflüssig vorhanden"). Freilich mag man damals wol nicht so systematisch die'Acker zum Getreidc-und Grasbau gewechselt haben, als jetzt geschieht, denn eswar Boden genug vorhanden. Dies System erhielt sich im nördlichen Deutsch-land , wie in Holstein ic., und bildete sich nach den wechselnden Zeitverhältnissenaus. Der Landdrost v. der Lube führte es in der ersten Hälfte des vorigen Jahr-hunderts aus seinen Gütern in Mecklenburg ein, fand anfänglich heftigen Wider-spruch, nachher aber so allgemeine-'Nachahmung, daß gegenwärtig diesesSvsteni,wicwol unter mancher Abänderung, in ganz Mecklenburg eingeführt ist, weßhalbman es auch nicht selten in Schriften die mecklenburger Wirthschaft nennt. Espaßt dahin, wo vieles, aber wenig bevölkertes Land ist, und besteht darin, daßman das Land in eine gewisse Zahl von -Lässigen oder Koppeln, d. i. Felder, ab-theilt, z. B. m 10, 12, 13, 13, jeden einige Jahre ;. D. 4, 5, 6, zu Gras-wuchse, um das Vieh darauf zu weiden und Heu zum Winterfutter zu gewinnen,»»aufgebrochen liegen läßt, dann aufbricht und einige Jahre mit Getreide besamt.Es trifft sich in der Regel, daß die Hälfte der Felder zum Graswuchfe oder zurWeide (hier Drcisch oder Dreesch genannt) benutzt, und die andre Hälfte mit Ge-treide bestellt wird. — Endlich erfodert der Ackerbau nicht nur Zugvieh: sondernauch Maschinen und Werkzeuge. Zu den erster» gehört der Pflug: eine Maschine,die, wenn wir auf ihre Wirkung sehen, unstreitig mehr leistet als jede andre aufder Welt. Ihr Bau ist empirisch Das geworden, was er jetzt ist. Merkwürdig isthierbei der Umstand, daß bis jetzt noch keinem Mathematiker gelungen ist, den Pflugaus seiner Zusammensetzung zur Wirksamkeit zu berechnen. Erst wenn uns dieVerhältnisse desselben genügend bekannt si in werten, dürften wir im Stande sein,den möglichst vollkommenen Pflug zu erbauen. Schließlich ist zu bemerken, daßdie mannigfaltigen Arbeiten, welche während des Wachsthums der Pflanzen aufdem Felde vorgenommen werden, z. B. das Reinigen vom Unkraut (Gären), dasAuflockern der Krume, wie das Behacken, welches bei mehren Gewächsen, als