Adam (die Bruder) "3
nach seinem Ebenbilde formte und zum Beherrscher der vernunftlosen Geschöpfemachte. Er gab ihm zur Begleiterin die Eva (Heva, hcbr.: Mutter der Lebendi-gen), aus seinem eignen »Fleische gebildet, aus daß Beide durch ihre Vereinigungdie Erde nur einer glücklichen Nachkommenschaft bevölkern sollten. Der Gartenvon Eden, voll fruchttragender Baume, war ihnen zum Wohnpl tz angewiesen,und sie fanden daselbst Alles, was zur Befriedigung ihrer Bedürftigst und zu ih-rem Vergnügen dienen konnte. Aber in der Mitte des Gartens stand der Baumdes Erkenntnisses des Guten und Bösen, und von diesem zu essen hatte ihnen derSchöpfer verboten. Eva ließ sich von der Schlange verleiten, eine Frucht desselbenabzubrechen und mit ihrem Manne zu genießen. Dies Verbrechen zerstörte ihrGlück. Die Gestalt der Dinge verwandelte sich plötzlich vor ihren Augen; sie er-kannten ihre Nackibeit und bemühten sich, sie durch Blätter zu verhüllen. Verge-bens suchte Adam sich vor Gott zu verbergen, vergebens die Schuld der Eva bei-zulegen : der Fluch traf sie und die ganze Natur; berauSgetrete» aus dem Standeder Unschuld, in dem er geschamm worden, sah Adam sich verurtkeilt, fortan imSchweiße seines Angesichts sein ^. ot zu gewinnen. Ihn trafen alle Mühseligkei-ten des Lebens und die Schrecken des Todes. Er harke 3 Sohne, Kain, Abelund Serh , und starb in einem Alter von 930 Jahren, von denen er 130 im Pa-radiese verlebt hatte.— Die Geschichte Adams findet man mit mehr oder wenigerVeränderungen in den Sagen fast aller alten Volker, und sie scheint bei allen einegemeinschaftliche T.uelle zu haben.
A d a m. Drei Brüder dieses Namens waren Bildhauer. Der älteste, L a m-bert >Ligisberk, geb. 1700 zu Nancu, wo schon sein Vater die Bildhauereiübte, ging, 13 Iabre alt, nach Meh und darauf nach Paris . Nachdem er 4^sahre hier gearbeitet hatte, erhielt er den ersten Preis bei der Akademie und gingals königl. Pensionnair nach Rom , wo er 10 Iakre zubrachte. Der Cardinal vonPolignac ließ ihn die unter dem Namen der Familie des Lvkomedes bekannten 12Marmorstatuen, die man in dem Palaste des Marius entdeckt hatte, restauriren,und A. vollzog diesen Auftrag mit vieler Einsicht. Als man den Plan hatte,zu Rom das große, unter dem Namen des Springbrunnens von Trevi bekannteMonument :u errichten, war A. einer von den 16 Bildhauern, welche denAuörag erhielten, Zeichnungen einzugeben, und seine reiche und geistvolle Com-position wurde von Clemens XII. gewäblt. Aber die italien . Künstler wußten dieAusführung zu verzögern, und als es endlich dazu kommen sollte, kekrte A.nach Frankreich zurück. 1737 ward er Mitglied der Akademie und in der FolgeProfessor bei derselben. Seine Probearbeit war Neptun, der die Wogen beruhigtu id zu seinen Füßen einen Triton hat. Unter mehren andern Werken arbeitete erjetzt die Gruppe des Neptun und der Amphitrite für das Bassin des Neptun zuVersailles . Man erkennt, daß A. den Marmor gut bearbeitete, und daß ersowol das Nackte mit einer gewissen Correciheit als auch die Gewänder mit eignerEleganz zu behandeln verstand. Aber der schlechte Geschmack seiner Zeit führte ihnauf Abwege. Daher gebührt seinen Werken nur ein untergeordneter Rang, undsie bezeichnen eine Zeit des Verfalls in der Kunstgeschichte. Von seinen übrigenArbeiten befinden sich 2 Gruppen in BrSnze, die Jagd lind die Fischerei, inBerlin . Er starb 1769. — Sein Bruder, Nicolas Sebastien, geb. zuNaney 1705, lernte bis zu seinem 13. Jahre die Bildhauerkunst unter seinemVater und zu Paris , arbeitete dann 18 Monate lang auf einem Schlosse beiMontpellier und ging 1726 nach Rom . Hier gewann er nach 2 Jahren einenPreis der Akademie von St.-LucaS, arbeitete mit seinen Brudern in Gemeinschaft,blieb 9 Iabre in der Fremde und ward endlich z-i Paris in die Akademie aufge-nommen. Er arbeitete als Probestück den Prometheus, welchen der Geier zerfleischt,vollendete ihn jedoch erst später. Sein Hauptwerk ist das Grabmal der Konigin