74 Adamborger Adams (John)
von Polen , Gemahlin von Stanislaus. Von ihm als Künstler gilt, was vonseinem Bruder gesagt worden ist. Er starb 1778. — Der dritte Bruder, Fran-cois Gaspard, geb. zu Nancy 1710, war ebenfalls ein Schüler seine; Va-ters. 1728 ^ng er zu seine» Brudern nach Rom und lernte von ihnen die Be-handlung des Marmors. Darauf kam er wieder nach Paris , gewann hier den er-sten Preis der Akademie und kehrte 1712 nach Rom zurück, wo er seine-Lrutienvollendete. Dann ging er statt seines Bruders NicolaS Eebasiien, den Fried-rich II. eingeladen hatte, nach Berlin , arbeitete daselbst mehre Zahre und starbzu Paris 1756.
AdaINberger (Maria Anna), geb. Zaguet, eine der vorzüglichsten deut-schen Schauspielerinnen, geb. 1752 in Wien , starb daselbst 180 l, nachdem siefast ein halbes Jahrhundert lang durch unvergeßbare Kunstleistungen entzückt hatte.Als Tochter des Hofschauspielers sbaguet betrat sie schon im KindeSaltcr mir ihrerSchwester Katharina (die ein früher Tod den schönsten Hoffnungen entriß) dieBuhne. Nach einigen Versuchen im tragischen Fache widmete sie sich dem naivenund spielte die Rollen dieses Faches mit einer bewundernswürdigen Natur, Man-nigfaltigkeit und Vollendung. Sie hakte nie aus Büchern ffudirt, aber ihr glück-licher Genius ließ sie die Natur mit einem sichern Gefühle beobachten. s)m Febr.1801 hatte sie das letzte Mal die Bühne betreten; 3 Vierteljahre später starb sie.Sie hatte sich 1781 mit dem Hofsänger Adamberger vermählt; ihre gleich talent-volle Tochter Antonie war die Verlobte Theodor Körner'S , und wir verdankendieser Liebe manches liebliche Lied des unvergeßlichen Sängers. 1817 verheira-there sie sich und verließ die Buhne, auf der sie schon Liebe und Bewunderung sicherworben.
Adamianer oder A damite n nenntman l)eine angeblich im 2. Jahrh,entstandene christliche Sekte; 2) einen während der hussitischen Unruben um 1121in Böhmen entdeckten Ketzerhaufen; darum so genannt, weil beide Parteien,entweder um den Stand der Unschuld Adams nachzuahmen oder um ihre Stärkein der Beherrschung natürlicher Triebe zu erproben, gewohnt gewesen wäre»,bei ihren Versammlungen, ohne Unterschied des Geschlechts, unbekleidet zu er-scheinen. Das Gerücht von den ältern Adamiren scheint durch einen Spottnamender übelberüchtigten Karpokrarianer entstanden zu sein. (Vgl. Gnosis.) Nickt vielsicherer sind die Nachrichten von den neuern Adamiren, die, nach ihrem angeblichenStifter Picard, auch Picarden (vielleicht Begbarden) genannt wurden. Lüe zeig-ten sich »m 1421 aus einer Znsel im Fluffe Lusinicz, wo Zizka sie überfiel, ohnesie völlig zu vernichten. Denn noch in den folgenden Jahren waren sie in Böh-men und Mähren weit verbreitet, und den Hussiten, mit denen sie den Widerwil-len gegen die Hierarchie gemein hatten, besonders wegen ihrer Verwerfung derTranssubstantiationSlehre verhaßt. Später haben sie sich unter den Überbleib-seln der Taboriten verloren, und diese selbst sind daher bisweilen mir den Adami-ten verwechselt worden. U.
Ada m s (John), gewes. Präsident der Verein. Staaten Nordamerikas inideiner der ersten Staatsmänner s. Vaterlandes, aus einer angesehenen FamiliePuri-taner, die 1608 die Colonie von Massackusetsbai gründen half, war tu Bainkrec indieser Colonie den 19. Oct. 1735 geb. Vor der Revolution, die sein Vaterland in dieReihe unabhängiger Staate» erhob, zeichnete er sich als RecktSgelehrter aus. BeimAusbruche der Unruhen vertheidigte er die Rechte seines Landes durch gut geschrie-bene Abhandlungen über die kanonischen und Feudalrechke. Seine Geschichte desStreits zwischen Amerika und dem Mutterlande, die in der Zeitung von Boston erschien, machte großen Eindruck auf seine Mitbürger. Gewaltsamen Maßregelnwar er abgeneigt; dennoch fand Capital» Presto», als er seine Loldaren bei einemAufruhr in Boston auf das Volk feuern ließ, sodaß mehre Personen gerodret wur-