Band 
Erster Band. A bis Bl.
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86
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86 Adelung (Joh. Christoph) Adelung (Friedr. v.)

Zeit ihrer Reife würden fernere Einwirkungen und Bestimmungen erfoderlich sein,welche dann die Kette zu berathen und festzusehen mit Freuden beflissen sein werde."— „Es war vorauszusehen", sagt Kluber, „daß diese wiener Congreßtruchk,welche 4 Jahrhunderte zu spät kam, zur Reife nicht gedeihen werde." Wielange und mit welchen, Erfolge aber noch an der Pflanze gepflegt worden >st undvielleicht gepflegt wird, wissen wir nicht. 59.

A delung (Johann Christoph ), dieser um die vaterländische Literatur undSprache hochverdiente Gelehrte wurde den 8. August 1732 zu Spamekow in Pom-mern geboren, wo sein Vater Prediger war. Er genoß den ersten Unterricht theilszu Anklam, theils zu Klosterbergen bei Magdeburg , und vollendete seine Studienzu Halle. 1759 ward er zum Professor an dem evangel. Gymnasium zu Erfurt ernannt, ging aber 2 Jahre darauf, durch kirchliche ^Wenigkeiten veranlaßt, nachLeipzig . wo er sich mit unermüdlicher Thätigkeit den weitläufigen Arbeiten wid-mete, wodurch er der deutschen Sprache und Literatur so nühlich geworden, undnamentlich durchsein „Grammatisch-krit. Wörterbuch der hochdeutschen Mund-art" (Leipzig 1774 — 86, 4 Th. und 1. Hälfte des 5.). 1787 erhielt er von

dem Kurfürsten von wachsen den Ruf als Oberbibliothekar bei der öffenkl. Biblio-thek in Dresden , mit dem Charakter als Hosrath. Diese Stelle bekleidete er biszu seinem Tode am 10. Sept. 1809. A. allein hat für die deutsche Sprachegeleistet, was für andre nur ganze Akademien leisteten. Sein grammatisch-kriti-sches Wörterbuch übertrifft das englische von Johnson in Allem, was die Be-griffsbestimmungen, die Abstammung, die Ordnung der Bedeutungen und haupt-sächlich die Wortforschung (Etymologie) betrifft; aber es steht ihm nach in der Wahlder classischen Lchriftsteller, welche für die Bedeutungen angeführt werden, weilA.'ü Vorliebe für die obersächsischen oder nTtißnischen Schriftsteller ihn zu derUngerechtigkeit verleitete, diejenigen zu vernachlässigen, deren Vaterland oderStvl ihm kein Vertrauen einflößte, und sein Geschmack sich in enge Grenzen ein-gezäunt hatte, um das Classische anders als »ach stylistischen Normen zu würdigen.A.'S methodischer Geist erschrack über die Gesetzlosigkeit und über die Flutneuer Wörter, womit er die deutsche Lprache bis ins Unbegrenzte bedroht sah,und darüber verkannte er ihre bewundernswürdige Beugsamkeit und Bildsamkeit,die sie allein mir der griechischen gemein hat. Vosi und Campe haben mit vollemRechte, aber vielleicht mit zu wenig Lchonung, diese Mangel gerügt. Die 2.Aufl. des Adelung'schen Wörterbuchs (1798 — 1801) liefert eine Menge von Zu-sätzen , die an sich schätzbar sind, aber mit den inzwischen erfolgten Fortschritten derSprache in keinem Verhältniß stehen, und nur zu deutlich beweisen, daß auch einunermüdlicher Fleiß die schon in den Plan eines Werks verwebten Fehler hinwegzu-schaffen nicht vermag. (Dgl. Deutsche Sprache.) Don A.'S übrigen Werkennennen wir s. deutschen Lprachlehren, s. „Magazin für die teutsche Sprache",s. Werk über den deutschen Styl, s. „Älteste Geschichte der Deutschen ", s. für dieQuellenkunde der südsachs. Geschichte wichtiges „Oiiecineiun," (Meißen 1802,4.), und s. „MithridakeS", in welchem er die Ausbeute seiner gesammten Sprach-forschungen niederzulegen gedachte. Er selbst vollendete nur den 1. Band; die 3folgenden verdanken wir dem Sprachforscher Vater in Halle, der dazu theils desVerstorbenen Papiere, theils von A. und W. v. Humboldt gelieferte Materia-lien, theils die Ergebnisse eigner Untersuchungen verarbeitete. — Als Mensch warA. von den unbescholtensten Sitten und sehr liebenswürdigen Eigenschaften.Verheiratbet war er nie. Täglich widmete er 14 Stunden der Arbeit, vonwelcher er sich im Kreise seiner Freunde und an einer gut besetzten Tafel erh ölte.

Adelung (Fridrich v.), kais. russ. wirkt. Staarsrarh, Ritter, Mitgl.mehrer Akademien, seit 1825 Vorsteher der asiatischen Akademie zu Lt.-Peters-burg, ein Neffe des Sprachforschers, geb. zu Stettin 1768, hat sich als Linguist