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Erster Band. A bis Bl.
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108 Affectation Affry

men — betäubend, sogar tödtend wirken. In Hinsicht auf ihre Natur sind sie an-genehm oder unangenehm, z. B. Vergnügen, mit allen Modisicationen, als Freude,Entzücken rc., oder Lchmcrz, Trauer, Unzufriedenheit, Mitleid, Reue:c., Hoff-nung und Furcht, gemischte, z. B. Überraschung :c. Ihrer Lebhaftigkeit wegen sindsie stets mit einem merklichen Grade von Vergnügen oder Mißvergnügen verbunden.I» Hinsicht ihrer Wirkungsart sind sie thätige, z. B. Zorn, oder leidende, z. B.Gram. Die hebern Grade der Affecte würden zu nachtheilig für das Leben und dieGesundheit des Menschen wirken, wenn die Natur nicht für eine Ableitung ihrererschütternden Wirkung gesorgt hätte, wohin z. B. die Thränen gehören und dasLachen. Nur derMensch ist wahrer Affecten fähig. (L. Gemüthsbewegung? n.)

Affectation, Ziererei, ist entgegengesetzt dem Natürlichen und der edelnEinfalt der Litten. Jede Lache hat ihre Natur; was mit derselben überein-stimmt, heißt natürlich, das Gegentheil unnatürlich. Die Affccration will etwasnicht Vorhandenes ersetzen und die Meinung erregen, daß es vorhanden sei. DasMittel, wodurch sie dieS gewobnlich zu bewerkstelligen sticht, ist Nachahmung einesihr fremdartigen Musters. Aber diese Nachahmung verräth etwas Gezwungenesund UnübereinstimmendeS, insofern Derjenige, der Etwas affeclirr, die entgegen-gesetzte Natur lind Beschaffenheit von jener, die er affeekirt, besitzt. Leiner Naturgemäß sollte er ein ganz andres Betragen zeigen. Daher das Gezwungene - dennwas bei seinen: Muster natürlich ist, sticht er durch künstliche Mittel zu erreichen,oder nur äußerlich zu scheinen. Da nun edle Einfall in den mitten und in demBetragen eines Menschen berrschr, wenn derselbe in allen Umständen, nach einemwahren und richtigen Gefühle, ohne Umschweife aus dem geradesten Wege so han-delt, wie sowol seine Natur als die Natur der Lache es mir sich bringt, so wirdAffeekation, als das Gegentheil, dasjenige Betragen eines Menschen sein, vermögedessen er aus einem unwahren und unrichtigen Gefühle durch eine unnatürliche,künstlich erzwungene Nachabniung den Mangel gewisser Eigenschaften ersetzenwill. Daher ist in demselben keine Übereinstimmung, kein Zusammenklang,vielmehr ein innerer Widerspruch, und die Wirkung di «v.l entweder Lpottund Geringschätzung, oder Verachtung und Abscheu.

Asfiliiren , an Kintesstatt annebmen. Daher Affiliation, die An-nahme an Kindesstatt. (L. Adoption.) Afsiliirte nennt man auch diejeni-gen Personen, welche als Laien Theil an den Werken der Ordensgeistlichkeit neh-men, in der Meinung, sich das Ordensverdicnst durch gute Werke zu verschaffen.

Affini tät, durch Versckwägerung entstandene Verwandtschaft. (S.Schwägerschaft.) Über den Lmn dieses Wortes in der Chemie s. Ver-tu andtschast, chemische.

Asfrv (Ludwig AugusiinuS Philipp, Graf v.), erster Landammann derL cbweiz, nachdem Napoleon sich zum Protcetor des Lchweizerbundes erklärt hatte,wurde 11t3 zu Freiburg geb. Frükzeirig ward er zum Militairsiande bestimmt,begleitete seine» Vater aus einer Gesandtschaft nach dem Haag, ward hierauf Ad-jutant bei den stanz. Lchweizergarden und stieg bis zum Generallieutenani. Beidem Anfange der Revolution commandirkc er die Armee am Oberrhein bis zum10. Aug. 119V wo er, nach Einlassung der Lcbweizertruppen, sichln sein Vater-land zurückbegab und Mitglied der geheimen RaihSversammlung in Freiburg wurde.Als 1198 die Lchweiz von einem Angriffe und einer Revolution bedroht wurde,bekam er wieder den Befehl der Truppen. Er erkannte das Unnütze des Wider-standes, betrug sich stets mit Klugheit und wandte so viel möglich die Übel desKrieges und der Empörung von seinem Daterlande ab. Als Freiburg von denFranzosen genommen worden war, wurde er Mitglied der provisorischen Regierung.Er harte keinen Antheil an den Empörungen von 1801 und 1802, nahm aber dieErnennung als Abgeordneter in Paris an, als der erste Consul die Lchweizer dahin