Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Afghanen Afghanistan

berief und ihnen seine Vermittelung anbot. Ichpoleon zeichnete ihn vor den andernAbgeordneten aus und vertraute ihm die Einrichtung einer Staatsverwaltung,welche die Ruhe und das Glück der alten Bundesgenossen Frankreichs sickern sollte.Am 19. Febr. 1803 empfing A. aus den Händen des ersten Confuls die Dermit-telungsaeke, wurde für dieses Jahr zum erste» Landamman ernann, und zwar miteiner sehr ausgedehnten Gewalt bis zu einer allgemeinen Zusammenkunft auf einemLandtage. Er suchte die Absichten des Vermittlers zu befördern und verfuhr inAllem mit der Geschicklichkeit, der Einsicht und Erfahrung eines wahrhaftenStaatsmannes. Er starb den 16. Juni 1810.

Afghanen, d. k>. Bergbewohner, auch Patanen, der Name des jetzt inOstpersien oder dem Reiche Kabulistan herrschenden Volks. Es wohnte ur-sprünglich in den Gebirgen zwischen Persien , Hindostan und Bactrien, und gehörtezum medischen Stamme. Noch jetzt wandern die Afghanen fortwährend, sowol diewestlichen, welche räuberische Zeltbewohner, als die östlichen, welche ansässig sind.Bei den Unruhen, welche nach Schah Nadir s Tode (1717) in Persien entstanden,bemächtigte sich Amed Abdallah, der Anführer der Afabanen in der persischen Ar-mee, der Provinzen Kandahar und Khorasan, machte sich von Persien unabhängigund wurde der Stifter des afghanischen Reichs.

A fghanistan, das Land der Afghanen, auch Kabulistan, oder dasReich der Abdallen (16,515 OM.), grenzt nördlich an Turkestan und Klein-tibet durch das Gebirge Hindu-Kusch und ParopamisuS, östlich an Hindostan durchden Indus und das-^alomonSgebirge (mit einer Salzgebirgskette); die südlicheGrenze bilden das Thal Bolahn und die an Ldistan stoßenden Gebirge; die west-liche gegen Iran die große Wüste. Der Hindu-Kusch ist eine Fortsetzung desHimala, er hängt im W. mit dem MuS-Dagh zusammen; vom ParopamisuSund dem SalomonSgebirge laufen Zweige nach allen Seiten aus. Der bedeutend-ste L^irom ist der Indus mit dem Kama und Kabul . Das Klima ist trocken undgesund, die Thäler sind zum Theil sehr fruchtbar, die Bergwände bewaldet, dieHöhen mit ewigem Schnee bedeckt. Der unangebaute Boden dient zur Viehweide.Producte sind: Silber, Blei, Eisen, SpießzlaS, Schwefel, Steinsalz, 'Alaun,Lapis Lazuli , Baumwolle, Pferde, Esel, Dromedare, Kameele, Ochsen, Schafemit Fettschwänzen, Ziegen ic.z auch gibt es reißende Thi-we. Man baut Reis,Mais, Weizen, Melonen, Obst, edle Südfrüchte, Sesam, Senf, Taback, Ingwer,Färberrökhe ic. Von den 11 Mill. Einw. sind 4,300,000 Afghanen und5,700,000 HinduS; die übrigen sind gebildete und gewerbfleißige Tadschiks(Nachkommen der alten Perser), Tataren und Beludschen. Sie bekennen sichzum Islam. Außer der Haupt- und Residenzstadt Kabul (80,000 E.) lind be-deutende Städte: Kandahar (Festung und Handelsplatz mit 100,000 E.), Pe-schawer (oder Pischauer mit 100,000 E.) :c. Balkh (das alte, jetzt von Usbeckenbewohnte Baetrien), Kaschmir (s. Caschemir) sind fast unabhängige Grenz-städte. Der König ist aus dem Hause «addosei, der Thron erblich, aber beschränktdurch die Macht der einzelnen Stammhäupter. Die britischen Couriere und Rei-sende, die über Bagdad gehen, nehmen gemeiniglich ihren Weg über Kabul . InFolge des englischen Einflusses auf die Afghanen befindet sich der persische HoHznTeheran in einer unfreiwilligen Abhängigkeit von der englisch-ostind. Compagnie,die sich als Beschützerin von Persien und Afghanistan benimmt und viel dazu beige-tragen bat, daß beide Völker, so viel dies die aristokratische Khansverfassung vonAfghanistan erlaubt, mir einander in Frieden, wenn auch nicht ohne Privatfehdeder persischen cLtatthalter und der Grundherren in Afghanistan , leben. Der wach-sende Einfluß des englisch -orientalischen Reichs auf die Völker am Nieder-Indus(8,-üW) sucht auch dort im Interesse des Handels und eines gemeinschaftlichenBollwerks gegen Rußlands Eroberungen jenseits des Kaukasus in Armenien und