Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
125
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Aglar Agnesi 125

nomr Tochter, nach Andern aber der Grazien oder Charitinnen Mutter und Dul-can's Vermählte. (S. Grazien.)

Aglar, s. Aguileja.

Agnano, ein See, westlich von Neapel , in dessen Nähe die bekannteHundSgrotre, aus deren warmem Boden erstickende Schweseldämpfe aufsteigen,und die Schwitzbäder des heiligen JanuariuS, heilsam gegen Syphilis, Gicht,Podagra «c., besonders merkwürdig sind. Herr von Gimbernat vermehrte denalten Ruf dieser Bäder, welche er anders einrichtete , durch neue Entdeckungen,die die geschwächte Electricität der Kranken wiederherstellen.

Agnaten, Verwandte durch Abstammung in der männlichen Linie voneinen« gemeinschaftlichen Stammvater (Schwerkmagen), im Gegensatz der Cog-naten (s. d.) (oder Spillmagen). Verfügungen über lchnbare Familiengüterbedürfen des Consenses der LehnSvettern (Agnaten).

Agnes, (heil.), A g n e se ii-R o l l e n. Eine Heilige aus den Tagender Christenverfolgung des Kaisers Diokletian verinehrte unter diesem Namen dasrömische Martprologium, deren Fest der 29. Januar feiert. Domenichino nialreihr idealischeS Bild im Augenblicke ihrer Hinrichtung. — Die Dühnenkritikersprechen von Agnesen-, d. h. Gänschenrollen. Das italienische Theater in Paris gefiel sich zuerst, solche naive, dabei aber weltunerfahrne, wo nicht gar von Na-tur etwas einfältige Mädchenrollen zu geben. Für das deutsche Theater schufKotzebue ähnliche unbefangene Naivheit in seiner Gurli. Sie ist nachher in spä-tern Theaterstücken nichl immer glücklich copirt dargestellt «norden.

A g n e S o r e l, die Geliebt König Karls VI l. von Frankreich , war ge-gen 1409 aus einen« adeligen Geschlechte geboren und hatte die von der Naturempfangenen Gaben so vollkommen ausgebildet, daß sie nicht nur wegen ihrer kör-perlichen Reize, sondern auch wegen ihrer geistigen Bildung zu den ausgezeichnet-sten Frauen ihrer Zeit gehörte. Als Ehrendame der Herzogin von Anjou, Jsa-bclle von Lothringen, kam sie mit dieser Fürsten 1431 an den französischen Hof.Ihre -Lchönheik riß den jungen König hin; um sie an seinen Hof zu fesseln, er-nannte er sie zur Ehrendame der Königin. A. ergab sich nach einigem Wider-stände der leidenschaftlichen Liebe des KonigS. Die Engländer hatten damals dieHälfte von Frankreich inne, und der von Natur tapfere Karl >11. versank unterder Last seiner Widerwärtigkeiten in Unthätigkeit. A. Sorel allein vermochte ihnaus seiner Schlafsucht zu «recken und ihm fühlbar zu machen, «ras er sich undseinem Volke schuldig sei. Die glücklichen Erfolge des Königs vermehrien die Nei-gung ftir seine Geliebte, welche jedoch nie davon Mißbrauch machte und 1442sich nach Loches zurückzog, wo Karl ihr ein Schloß hatte baue» lassen. Außerdemschenkte er ihr die Grafschaft Penthievre in Bretagne , die Herrschaften Roche-Servü-re und Jssoudon in Berry und das Schloß Beautsi an den Usern derMarne , daher sie den Namen Dame de Deaukö annahm. Fünf Jahre hatte siehier gelebt, stets in genauer Verbindung mit dem König, der sie mehrmals besuchte,als die Königin 1449 sie wieder an den Hof einlud. A. erschien, begab sich inder Folge, um dem Könige näher zu fein, nach dem Schlosse Masnalla^ Belle,und starb daselbst 14',0 so plctzlich, daß der Verdacht einer Vergiftung nicht un-gegründet schien. Sie ward in der Collegiatkirche von Loches begraben, wo mannoch 1192 ihr Grabmal sah. Sie hinterließ den« Könige 3 Töchter, welche die-ser anerkannt hatte, und die auf Kosten der Krone ausgestattet wurden.

A anesi (Maria Gaörana), eine seltene Zierde ihres Geschlechts, war zuMailand 1118 geboren. Ihr Vater war Don Pedro di Agnesi, Lchnsvasall zuMonteveglia. Schon im 9. I. ihres Alters sprach sie nicht nur sehr richtig Latein,sondern sie hielt auch eine Rede in dieser Sprache, worin sie zu beweisen suchte,daß das Studium der alten Sprachen dem weiblichen Geschlechte nicht fremd sein