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Ägypten (Geschichte)
Attika), und diesem Staate, nach demMuster dessen, dem er angehörte, Bildunggab. (Äthiopier und Babvlonier waren wol die frühesten durch indische Bildungausgezeichnete« Völker.) Wahrscheinlich erfolgte bald nach der Organisation Äthio-piens durch Hermes die erste Einwanderung einer äthiopischen Colonie in Ober-ägypten (damals von nomadischen Hirtenvölkern bewohnt); seitdem wurden dieÄgypter die dritte unter den Nationen des Altenhums, welche allen übrigen ineiner hohern Ausbildung vorangingen. Die Ähnlichkeit des Menschennammesund der Sprache erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß von Äthiopien aus Ägypten die ersten gesitteten Bewohner erhielt, fast zur Gewißheit. Damit läßt sich dieMosaische Angabe, daß nach der Sündflut zuerst ein Stamm Chamiten in Ober-ägvpten sich niedergelassen habe, wol vereinigen; selbst die Israeliten, unter demGroßvezier Joseph, gehörten noch zu den an der Grenze wohnendenNomaden, bissie unter MoseS wieder auswanderten. Obgleich nun Ägypten an Babylon undÄthiopien große Vorbilder hatte, so schritt anfangs die Ausbildung doch nur lang-sam vor. Die über Alles sich erstreckende zunftmäßige Einrichtung, die Einthei-lung des Volks in erbliche Kasten (s. d.), und die Priesterschaft hielten den ansich nicht lebhaften Geist in engen Fesseln. Handel und die daraus folgenden Be-rührungen mit andern Völker», besonders die Schifffahrt, waren bis zu des unter-nehmenden SesostriS Zeit sebr unbedeutend: ein neuer Grund, weshalb die Cul-tur der Ägvpter keine schnellen Fortschritte machte. Dies geschah erst, als sievon fremden Völkern unterjocht worden waren. Damals gab es jedoch scbon inÄgypten Astronomen. Das ägyptische Sonnenjahr hatte, wie der republikani-sche Calender der Franzosen , nach den 12 Monaten noch 5 ErgänzungStage;die Gestalt der Erde war den ägvptischen Gelehrten bekannt; Sonnen- undMondfinsternisse wurden berechnet; den Mond hielten sie aber für eine ätherischeErde, die Fixsterne für brennende Fackeln; Sonnen - und Wasseruhren warenihnen nicht fremd, des Osymandvas ungeheurer Ring scheint hierzu gebrauchtworden und der Quadrant ihnen nicht unbekannt gewesen zu sein. Schon hier-aus ergiebt sich, daß sie bedeutende Fortschritte in der Rechnenkunst gemacht habenmußten; ihre Zahlzeichen (dieselben, die wir arabische Ziffern nennen) schrieben sievon der Rechten zur Linken. Die Meßkunst ward ihnen durch die Überschwem-mung des Nils nothwendig die Nilmesser zu Svene, Memphis und an einigenandern stellen des Stromes, die Wasserschrauben, die Canäle, die Schleusen-werke des Sees MöriS, welche Mechanik, Hydraulik und Hydrostatik voraus-setzen, sind Zeugen ihrer Fortschritte in der angewandten Mathematik. Auf dieägvptische Tonkunst ist die hebräische, griechische und römische gegründet; daserste musikalische Instrument, die dreisaitige Lyra is. d?, ward unter ihnen vonHermes erfunden; während seiner Betrachtungen öffnete sich ihm das Propyläender Harmonie der Töne; bald aber wurde dieses Ergebniß unter die Geheimnisseder Priester gezogen und unter dem mystischen Schleier weiter ausgebildet. Hierinund in dem ernste» düstern Nationalcharakter liegt es, daß man nur bei Leichen-begängnissen und beim öffentlichen Gottesdienste Gebrauch von der Musik machte;ihren zauberischen Reiz der Freude kannte das Volk nicht. Außer jener Lvra hattensie noch ein Dichord, ;weierlei Flöten, das Sistrum, die Pauk-' und Trommel,die Trompete und die dreieckige Lvra. Notenschrift scheinen die Ägvpter nicht ge-habt zu haben, ihre kleinen einfachen Gesänge waren dem Gedächtnisse anvertraut.Ihre »aturhistorischen Kenntnisse schränkten sich auf die Heimath und deren Er-zeugnisse ein. Weiter vorgerückt waren sie in der Chemie und Metallurgie; ihremetallische Enkaustik, ibre künstlichen Smaragde, das Einlegen des Silbers mitblauer Farbe, beweisen Wissenschaft nnd Geschicklickckeit. Tiefer mögen sie in An-sehung der Heilkunde gestanden haben: jede Krankheit ward von eigne» Ärztenbehandelt; Osiris , Isis und Hermes waren die Götter der Gesundheit; die Pa-
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