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Erster Band. A bis Bl.
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132 Ägypten (Geschichte)

stophoren (eine Priesterclasse) waren die Ärzte; der van ihnen vorgeschriebenen täg-lichen Diät war der König so guk wie der Geringste unterworfen; von hier gingauch die Diätetik aus in andre Länder; Sorge für die Haut, eine durch Allesgehende Reinlichkeit, daher Bäder und Beschneidung, waren die hauptsächlichstenMedicinischen Vorschriften. Aus der Gewohnheit und Geschicklichkeit, die Leicheneinzubalsamiren (Mumien), will man auf anatomische Kenntnisse der Ägvpterschliefen. — Ihre Naturlehre war mystisch: Alle« erklärten sie für unmittelbareEinwirkung der Götter; hiervon war auch ihre Magie abhängig. Zn den Künstenwaren sie mehr und minder geschickt. Zhre Bildhauerwerke hatten eine unerträg-liche Trockenheit, Steifheit und Einförmigkeit; ihre Malerei beschränkte sich bloßdarauf, daß Steine, Holr. gewebte Zeucbe :c. mit Farbe, und zwar mit einereinzigen überzogen, oder das sechsten« Hieroglpphen illuminirt, d. h. mehre Farbenneben einander ohne Reg-l aufgetragen wurden. Der gestirnte Himmel an derDecke im Grabmale des Osumandvas und die sogenannten Bilder in den uraltenGräbern der Könige von Tbeben bezeichnen den höchsten Grad der ägrptischen Ma-lerkunst. Merkwürdiger ist ihre Baukunst, deren Cbarakter jedoch mebr Festigkeitausdrückt als Formenscbenheit; wir erinnern an ibre Labvrintke, Prramidcn,Obelisken, Tempel, Mau'oleen:c. (S. Baukunst, Geschichte derselben.)

— Robert Vauaondr (in s ,<nn I'!n.>u<>ir<- ste ü> xssli^ruzibi,'") saat von

der Geographie der Ägvpter, daß von ihnen (unter S esöstri«) die ersten Landchartenherrührten; Gatterer will die Existenz von ägrptischen Länderrafeln schon zu Io-sua'S Zeiten erweise». Die Nautik verdanken sie ihrem großen SesostriS ; vorherwagten sie kaum auf Flößen die ausgetretenen Gewässer des Nils zu besabren,denn das Meer war ihnen verkaßt; es war der Tnpbcn, der den Nil, ibre» Na-tionalgott (Osiris) verschlang! Die erste Kustensckisssabrt scheint durch einenSchleichhandel der Phönizier und durch des ZnacbuS Fübrung einer ägrptischenColonie nach Griechenland auf phönizischen Schiffen l!836 v. Ehr.) veranlaßtworden zu sein. Doch beschränkte sie sich bloß aus die Bewohner der NortkusteÄgrptens, während die im Innern des Landes aus Aberglauben voi» Meere ge-trennt blieben; hier wurde die Nilschifffahrt bedeutender, nachdem sie sogar demöffentlichen Gottesdienst einverleibt worden war. Allein SesostriS der Große zer-brach den Damm des religiösen Wahns, dem OsiriS ward ein prächtiges Schiffgeweiht, die Priesterschaft dadurch gewonnen, die Sckstffsakrr in die Gebete ein-geschlossen. und nun vertrauten die Ägvpter sich dem Rücken des tückischen Tv-phon. So erhielt ihr Seebandcl seine Ausdebnung, und die politische Geschichtedes Staats hatte nun großen Einfluß auf den Zustand der Schifffahrt in den ver-schiedenen Zeiträumen; unter den Ptolemäcrn war sie am wichtigsten. Aleyan-drien ward zum ersten Stapelplatz, der berubmte Pharus wurde errichtet, und der30 deutsche Meilen (1000 Stadien) lange Canal gegraben, der das rothe Meermit dem mittelländischen verband. Erst als nach dem Tote der Kleopatra Ägypteneine römische Provinz wurde, ging auch dieser Rubin verloren, ^ftn Ackerbau be-saßen die Ägypter einen Wunderfleiß, ibre Anstalten dafür waren kühn gedachtund ausgeführt. Nach welchen Grundsätzen sie den Bergbau betrieben, ersiehtman aus den ungeheuern Unternehmungen, bergmännisch ganze Berge einzustür-zen und durch Hingeleitete Flüsse das Erz zu Tage zu schlämmen; Gold, Silber,Kupfer, Blei, Zinn und Eisen waren die bekannten Haupkmetalle. — Was denägyptischen Handel überkaupt anlangt (von dem besondern zur See sprachen wiroben), so war dieser lange Zeit nur Paffivhandel. Erst seit Psammetich ward eractiv. Der Karavanenhandel war sters die merkwürdigste Art des Landhondels:Maß, Gewicht, Geld — die Haupterfodernisse — kannten sie, und eine gutePolizei wachte über Rechtlichkeit. Die Betriebsamkeit mußte dabei gewinnen.Ihre Webereien und Färbereien lieferten Handelserzeugnisse, die eine große Voll-