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Erster Band. A bis Bl.
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Ngyptcn (Geschichte)

SouverainetätSäußerungen lag doch der Wille des Herrschers nicht weniger in denFesseln der Priestermacht, welche selbst für das Privatleben der Fürsten Gesetzeentworfen hatte und diese Bande nach den Umstände», sowie die feinste Politik .der Kirche es wollte, lüftete oder fester zusammenzog, «ogar die Tagesordnungdes königlichen Sklaven war genau bestimmt, und selbst der Küchenzettel, ja so- ^gar die Verborgenheit des Schlafzimmers gehörten in den Wirkungskreis der Prie-ster: darum waren sie Leibärzte. — Mit dem Allen im Einklang war die Erzie- 'hungSweise: die Kinder wurden sorgfältig zum Gewerbe des Vaters angehaltenund in verschiedenen öffentlichen Schulenden Priestern unterrichtet; Schreibenund Lesen lernten Wenige; doch waren die Agvpter das dritte schreibende Volk, dasnach den Babyloniern und Phöniziern die Vorgeschichte nennt. Nachdem sie gleichdiesen zuerst auf Steine und Ziegel geschrieben hatten, erfanden sie ein Papier ausder Pavierstaude, welches über 2000 Jahre lang, selbst nach der Erfindung desPergaments, von der ganzen schreibenden Welt gebraucht ward. Diese Kunst wardnur Denen, die zu Kaufleuten erzogen wurden, gelehrt, doch in sehr beschranktemMaße, den» daß das Volk nicht zu unterrichtet werde, war lm Systeme der Prie-ster. — Die Absonderung des Volks in 7 Kasten: Priester, Soldaten, Rüi-derhirten, Saubirten, Gewerbetreibende, Dolmetscher und Fischer, entsprangtheils aus Örtlichkeit, da manche Landschaften allerdings nur eine bestimmte Le-bensart gestatteten; theils war sie Ergebniß der Priesterpolitik, da es zur Einrich-tung der StaatSmaschine nothwendig war, daß scharfe Grenzen zwischen den ver-schiedenartigen ursprünglichen Bestandtheilen der gestimmten Nation gezogen wur-den. So bezeichneten diese 7 .tasten ebenso viel verschiedene Völkerstämme, nichtetwa Zünfte; daher kam auch die Erblichkeit derselben. An der Spitze aller standdie Kaste der Priester, als die erste und vornehmste. Sie behaupteten diesen Rangals Lehrer des Volks und als Bewahrer der Wissenschaften. Aus ihnen wurdenalle Staatsbedienungen besetzt; sie waren die Ärzte, Richter, Baumeister, Astro-nomen und Astrologen rc. Aber sie hielten ihre Kenntnisse, die sie (mit Recht)als den Talisman ihrer politischen Wichtigkeit, ihres mächtigen Einflusses betrach-teten, unter Salomonischen Siegeln. Sie sollen sogar neben dem allgemeinenThier- lind Bilderdienst der Nation helle Begriffe von dem eigentlichen Wesen derGottheit gehabt, sie aber absichtlich unter Bildern versteckt gehalten haben, dienur den Eingeweihten in den berühmten Mysterien enthüllt,wurden. ÜbrigensVeränderten sich Religion, Mythologie und Philosophie der Ägypter mit den ver-schiedenen Zeiträumen ihrer politischen Geschichte; anders war ibre Religion undPhilosophie vorMoseS, anders von Moses bis Herodot , und wich so immer mebrvon ihrem alten Gepräge ab, bis zu den Zeiten der Ptolemäer und Römer. Diegesammte Religion und Mythologie war auf Astronomie gegründet; den» es warnatürlich, daß die wirksamen Einflüsse der Himmelskörper die Verehrung derselbenzur Folge hatten. Äsiris und Isis (Sonne und Mond waren die Hauprgotlhei-ten, und der Nil ward mit diesen in einem sehr nahen Verbältnisse gedacht. Dftfindet man den Osiris und den Nil als Ein himmlisches Wesen behandelt:,, derZeitraum von 360 Tagen, abgemessen nach des Stromes regelmäßigen Über-schwemmungen zur Sommersonnenwende, ward daher das Religionsjahr, der von365 Tagen und 6 Stunden das natürliche Sonnenjahr. Die Planeten wurdennebst den Zeichen des Thierkreises als Gottheiten und Regenten der Wochentageund Tagesstunden, nach ihrer Rangordnung am Himmel, verehrt. Der Regentder ersten Tagesstunden war der Schutzgott des ganzen Tages und gab demselbenseinen Namen; die physikalischen Eigenschaften und die verschiedenen ökonomi-schen Beziehungen auf jeden Monat wurden ebenfalls als Gottheiten unter den12 Zeichen des Thierkreises verehrt. So war das Religionsjahr beschaffen. Derspäter entdeckte Mangel von 5 Tagen und 6 Stunden gab noch 7 Göttern als