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Alcudia
ner geheimen, dem Vertrage vorangehenden Bedingung, die Hälfte der von demPrinzen von Brasilien zu zahlenden 30 Mill. Fr. einbrachte. Ein Decret vom 1.Oct. 1304 erhob ihn zum Generalissimus der span. Land-und Seemacht. Erhielt letzt s. eigne Leibwache von 120 M.; auch stiegen s. Einkünfte um 100,000Piaster. 1807 legte ihm ein neues Decret den Titel Durchlaucht bei und ertheilteihm die unumschränkteste Gewalt in der ganzen Monarchie. Aber plötzlicb stürzteG. von dieser Hohe herab, wozu Ursachen von Außen und Innen zusammenwirkten.Napoleons Macht hatte auch dem Friedensfürsten Argwohn erregt, und 1800, kurzvor dem Kriege mit Preußen, glaubte er, daß der Zeitpunkt gekommen sei, Frank-reichs Macht zu brechen. Er rief die Nation zu den Waffe», und wiewol er denZweck seiner Rüstungen nicht angab, auch, bei der Wendung des Krieges gegenPreufen, Schutzanstalten gegen die Barbaresken vorwendete, so hatte doch Napo-leon s. Absicht erkannt und von dem Augenblick an den Plan gefaßt, die Bourbonenin Spanien zu entthronen. (S. Spanien seil 1808.) Unterdessen wurde derHaß des Volks gegen den übermüthigen Günstling aufs äußerste durch den Proceßvom Escurial gereizt. Zu spät sah Don Godoy den Abgrund unter s. Füßen sichöffnen. Seinen Plan, mit der königl. Fannlie nach Amerika zu fluchten, vereitelteder 'Aukstand von Aranjuez (18. März 1808). Der Friedensfürst hatte sich aufeinem Boden verborgen, wurde aber aufgefunden, gemißhandelt und auf die Bittedes Königs und der Königin von dem Prinzen von Asturien nur durch das Ver-sprechen gerettet, daß Gericht über ihn gehalten werden solle. Dies verhin-derten indeß die Ereignisse von Bayonne. Napoleon , der sich des Einflussesdes FriedenSfurstcn bei Karl I V. bedienen wollte, bewirkte s. Entlassung aus demGefängniß und rief ihn nach Bayonne , wo er den 26. April 1808 ankam und dieTriebfeder alles Dessen war, was der König und die Konigin von Spanien tbaten.Seitdem hat er in Frankreich und nachher in Rom sich aufgehalten, wo er die Gunstdes Königs und der Königin bis zu Beider Tod (im Jan. 1819) genob. Als er1818 krank war, pflegte ihn die Königin selbst. Sein Vermögen in Spanien hater verloren. Plan schätzte s. jährl. Einkommen 1818 auf 5 Mill. Piaster. Erbefaß die reichste Gemäldegalerie in ganz Spanien ; s. Wohnung war die reichsteund geschmackvollste. Von s. Gemahlin, die in Toledo bei ihrer Mutter, einergeb. Ballabriga, 1808 blieb, im Juli 1827 eine Pension aus den eingewgenenGütern ihres Geniahls erhielt, und unter dem Namen Gräfin von Chinchon inParis lebte, wo sie den 23. Nov. 1828 starb, hat er eine Tochter, die Herzoginvon Alcudia, vermählt mit dem röm. Prinzen RuSpoli. — Godoy'S Privakge-schichte ist durch den Haß der Spanier verfälscht. Folgendes wird allgemein erzählt.Ein alrer Officier, Namens Tudo, suchte länger als 6 Monate vergebens Geborbeim Fürsten zu erhalten. Endlich ließ er durch s. Tochter darum bitten, sogleichwurden Beide vorgelassen, und der Vater erhielt die Stelle eines Gouverneurs inBuen-Retiro, wohin der Fürst seitdem öfter ging, um däs Fräulein IosephiüeTudo zu besuchen. Diese fesselte ihn so, daß er insgeheim sich mit ihr vermählte.Auch die Königin wußte davon; vor dem König aber wagte Niemand, Etwas zumNachtheil des Fürsten zu sage». Aus Eifersucht darüber soll die Vermählung desFürsten mit der 15jähr. T. des Inf. Don LuiS betrieben worden sein. Am Abendvor der Vermählung erfuhr die Tudo das erste Wort davon. Außer sich lief sie inden Palast und in die Zimmer des Fürsten . „Er ist mein Gemahl", rief sie, „derVater meiner Kinder! Ich rufe Gott und Menschen um Gerechtigkeit an!" Godoy entfloh durch den Garten. Die Unglückliche siel in Ohnmacht und ward in ihreWohnung zurückgebracht. Doch nach einigen Tagen versöhnte sich der Fürst mitihr, indem er sie überredete, er habe den Befehlen des Königs gehorchen müssen.Bei der Katastrophe am 18. und 19. Mär; 1808 wurde Frau von Tudo auf keineWeife beleidigt. Noch soll der Fürst 2 Söhne von einem Fräulein haben, das er