Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Alcuinus

Aldegrever 179

zur Gräfin v. Castello Fiel hat ernennen lassen. ImFebr. 1829 machte er in Roms. Vermählung mit Donna Iofephine Tuto bekannt. — Übrigens hatte Godoysich während s. großen Einflusses über die kirchlichen Verhältnisse des StaatS oftweggesetzt, und manche gute Idee, z. B. die der Pestalozzi'schen Schulen, auszu-führen gesucht, ohne in das Wesen derselben einzudringen. Er bat mehren Gefan-genen des heil. Gerichts die Freiheit wiedergegeben und ihre Verhörsacten ins Feuergeworfen. In Rom spricht er von keinem Vorfall seines Lebens auch nur ein Wort.Er tadelt Niemand und schweigt ganz von s. Feinden. Man hört ihn bloß wieder-holen, daß er kein Blut vergossen habe. — Wein Bruder, Don LuiS, ist1801als Generalcapitain von Estreniadura gestorben. (Vgl. „Zeitgenossen", Nr. Xlll.)

Alcuinus (FlaccuS) oder Alchuin, auch Albin, ein für seine Zeit be-rühmter und gelehrter Engländer, der Vertraute, Lehrer und RathgeberKarlsdesGroßen. Er war zu Pork, nach Andern bei London 732 geb., erhielt von Bedadem Ehrwürdigen und dem BischofEkbert Unterricht, und wurde Abt von Tanker-bury. Auf s. Rückreise von Rom , von wo er für einen Freund das Pallium geholthatte, lernte ihn Karl der Große in Parma kennen, berief ihn 782 zu sich und be-diente sich seiner bei s. Veranstaltungen für die Cultur seines Reichs. In derHof-akademie führte er den Namen INx-eu» -Ilbinus. Karl ließ durch ihn an seinemHofe Unterricht ertheilen, zu welchem Zwecke eine Hofschule errichtet

wurde, und gab ihm die Aufsicht über verschiedene Kloster, in welchen A. für dieVerbreitung der Wissenschaften sorgte. Die meisten Schulen in Frankreich wurdendurch ihn theils gestiftet, theilsineinen bessern Flor gebracht; so legte er die Schulein der Abtei St.-Martin zu Tours796 an, wobei erdie Schule zu Porkzum Mu-ster nahm. Hier unterrichtete er selbst eine große Anzahl Schüler, welche in derFolge die Gelehrsamkeit in der fränkischen Monarchie verbreiteten. A. nahm end-lich 801 von dem Hofe s. Entlassung, ging in die Abtei St.-Martin zu Tours, vonwo aus er jedoch mit Karl sich durch häufige Briefe unterhielt, und starb 801. Erhinterließ außer vielen theologischen Schriften mehre zum Unterricht in den Anfangs-gründcn der Philosophie, der Redekunst und der Sprachlehre, auch Gedichte undeine große Anzahl Briefe, die jedoch durch ihren Styl nicht gefallen können undüberhaupt den ungebildeten Geist ihres Zeitalters deutlich bewähren; indessen er-kennt man noch jetzt in ihmden gelehrtesten und gebildetsten Mann seines Zeitalters.Er verstand Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Seine Werke sind erschie-nen Paris 1617, Fol., und vollständiger Regensb. 1777, 2 Bde., Fol.

Aldegonde (W. Philipp von Marni.r, Herr von MontSaint-Aldegon-de), geb. 1538 zu Brüssel, studirte in Genf . Er entwarf1565 im Anfang Dec. dieTompromißacte, welche zur Erhaltung der niederländischen FreiheitenGrafLudwlgvon Nassau, er und Heinrich von Brederode unterzeichneten. Die Acte war be-sonders gegen die Einführung der Inquisition in den Niederlanden gerichtet unddie Theilnehmer an derselben versprachen, sich einander mit Leib und Vermögenbeizustehen. Allein die Statthaltcrin Margarethe verwarf 1566 diese Bittschrift.Alba landete. Saint-Aldegonde floh mit den Anhängern des Prinzen von Oranien nach Deutschland und kam mit ihnen als ihr leitender Rath zurück. 1573 fieler bei Maassluis in spanische Gefangenschaft, wurde später ausgelöset und leiteteviele CabinetSunterhandlungen der jungen Republik im Auslande. Er vertheidigteAntwerpen lange, obgleich am Ende nicht glücklich. In Leyden half er die Univer-sität gründen und starb daselbst als Lehrer der Theologie 1598.

Aldegrever (Heinrich), oder Aldegraf, ein altdeutscher Maler und Ku-pferstecher, geb. zu Soest 1502. Man nennt ihn daher auch Albert von Westfalen.Er hat viele Kirchen seines Vaterlandes durch seinen Pinsel geschmückt. Er gingnach Nürnberg in Dürer'S Wchule, den er sich zum Muster nahm, daher auch semeWerke die Vorzüge und Mangel dieses Meisters haben, z. B. in den scharfen, aber

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