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terdict wegen Ungehorsam des Königs. Das er sonst noch bis zu s. Tode 1181zur Erhöhung der Papstmacht gethan und wie er beharrlich im Geiste Gregors VII. gewirkt hat, ist im Art. Papstthum angegeben. — A. IV., Graf von üLegnaaus Anagni , vorher Bischof von Ostia, bestieg 1254 den päpstl. Stuhl in einerdemselben sehr ungünstigen Zeit. Geschlagen von Manfred von Sicilien, verwickeltin die Handel der Guelfen und Ghibellinen, in Italien selbst verachtet, konntedieser sonst gutgesinnte und friedfertige Papst weder durch Bitten noch durchBannflüche, deren man spottete, die über das ganze Land ausgedehnten Unruhenbeschwören, und ließ bei seinem Tode 1261 das Papstthum in trauriger Ohnmacht.— A. V., ein Grieche aus Kandia, unter dem Namen Peter Philargi, Bettel-mönch , stieg bis zum Cardinal und wurde 1409 Papst neben den GegenpäpstenGregor XII. und Benedict XIII . Er galt bei dem größten Theile der Christenheitals rechtmäßiger Papst, trieb aber zu Bologna , wo er stets residirte, seine Ver-schwendung und sein Wohlleben weiter, als es der Kirche heilsam war, und ver-sprach aus tem Concilium zu Pisa eine Reformation der Kirche, ohne das Mindestedafür zu thun. Eben mit Verdammung der Lehre Wiclefts und Vorladung desböhmischen Reformators Huß beschäftigt, starb er 1110, wahrscheinlich durchGift. — A. > l. (s. d.) — A. VII., vorher als Cardinal Chigi päpstlicher Nun-tius in Deutschland bei den Friedensunterhandlungen zu Münster und Osnabrück ,und sowol wegen seines frommen Eifers für die Kirche als auch wegen seines hei-ligen Wandels verehrt, legte nach seiner Erhebung zum Papst, den 8.April 1655,die Heiligenmaske ab und ergab sich «„gescheut seinem Hange zur Üppigkeit undWollust. Er umgab sich mit Glanz und Pracht und trat als ränkevoller Politikerauf. Über seine Verdammung von 5 Sähen aus Iansen'S AugustinuS und dieHändel, die er sich unvorsichtigerweise dadurch in Frankreich zuzog, vergl. Jau-sen. Darüber zerfiel er nicht nur mit der Sorbonne und deni Parlament, sondern,von Mazarin gehaßt, sogar mit dem Könige Ludwig XIV. , sodaß dieser ihm denKrieg erklärte, Avignon und Venaiffin nahm und ihn 1663 zu dem schimpflichenFrieden von Pisa nöthigte. Für diesen Verlust an Ansehen in Frankreich konntenseine Verschönerungen der Stadt Rom , seine poetischen Versuche und Unterstützun-gen der Gelehrten die römische Curie nicht entschädigen, und rühmlos starb erd. 22. Mai 1665. — A. VIII., ein Ottoboni aus Venedig , ward 1689 Papst.Durch kluge Unterhandlungen brachte er den König Ludwig XI V. dahin, daß erAvignon und Nenaissin herausgab und auf die Quartiersreiheit seines Gesandtenin Rom Veracht leistete. Dafür gab A. den Venetianern Geld, Leute undSchiffe zum Türkenkriege. Weniger auf das Wobl der Kirche als auf die Be-reicherung seiner Familie bedacht, verzögerte er die Verdammung der 4 Artikelder galücanischen Kirche, um Vortheile für seine Verwandten zu gewinnen. DenJesuiten war er abhold und verdammte ihre Lehre von der philosophischen Sünde,zugleich aber auch 31 Sähe der Iansenisten. (S. Jausen.) Die Bibliothek desVaticans verdankt ihm den Ankauf der herrlichen Bibliothek dcrKönigin Christinevon Schweden . Er starb 1691, 81 I. alt. 31.
Alexander VI., ein in der Geschichte berüchtigter Papst, geb. zu Va-lencia in Spanien 1430, bestieg den heil. Stuhl 1492. Er hieß Rodrigo Len-zuoli, nahm aber den alten und berühmten Familiennamen seiner Mutter Borgia an. Seine Jugend bezeichnete er mit Ausschweifungen; doch mangelte es ihmnicht an Talenten. Mit einer wegen ihrer iLchönheit berühmten Frau, RosaVanotza. zeugte er 5 Kinder, die er als Papst zu erheben suchte. Cäsar Bor-gia und Lucretia , Letztere 4 Mal vermählt und der Blutschande mit ihrem Vaterund ihren Brüdern verdächtig, sinddie bekanntesten. Die Cardinalswürdeertheilteihm Papst Calixtus III., sein Oheim. Durch Bestechung der Cardinäle Sforza ,Riario und Cibo bahnte er sich nach Znnocenz's VIII. Tode denWegzumpäpstlichen