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Alexander I. (Kaiser von Rußland )
ter durch vorbeugende Gesetze Einhalt gethan. Das Vorrecht der Adeligen, daßihre Erbgüter in keinem Falle als Strafe eines Verbrechens eingezogen werdenkonnten, erhob er zum allgemeinen Recht für alle seine Unterthanen. Noch wirk-samer war, was A. für die Manufacturen und den Handel in seinem Reiche ge-than hat, z. B. die Einführung eines zweckmäßigern Zollsystems, die Verbesse-rung des Geldwesens seit der Errichtung eines Tilgungsfonds, die am 19. Mai1811 gestiftete Reichskammerbank, die Anlage eines neuen MeßplatzeS für Ma-kariew zwischen der Oka und Wolga, die Stiftung einer neuen Messe zu Warschau 1811, die fortdauernde Erweiterung des Straßen- und CanalbausystemS, dieBewilligung eines Freihafens 1811 u. a. Vortheile für Odessa u. s. w. Überhaupthat sich derZustand der Gewerbe seit 1804, wo man ihn aus Storch s „Gemälde"und aus dem „lloinpte rkiiclu" des Ministers des Innern kennen lernte, sehr ver-bessert, besonders gegen das britische Interesse in den Wollmanusackuren. Dieganze auswärtige Staatskunst, mehre Reisen um die Welt, die Gesandtschaft1811 nach Persien (bei welcher sieb der mit allen Planen Napoleons in Hinsichtauf Indien und Persien bekannte Franzose Gardanne befand), die Sendung nachKochinchina und nachKhiwa, die Verbindung mit den Vereinigten Staaten , mitBrasilien und Spanien , die Handels- und SchifffahrtSverträge mit der Pforte,die Niederlassungen endlich auf der Westküste von Nordamerika : Alles dies beweistden großen und richtigen Blick des russischen CabinetS in Hinsicht auf Rußlands Stellung in dem Welthandel. Daß der Kaiser solche Ideen anregen konnte, dazuhabe» seine Reisen im Auslande, selbst sein kurzer Aufenthalt in England, seinUmgang mit unterrichteten und geistvollen Männern und Frauen, vorzüglich aberseine öfter» Reisen in den Provinzen seines Reichs, ihm Stoff genug gegeben;denn überall, auch an der Spitze des Heeres, war er aufmerksam auf Alles, wasseinem Volke Nutzen bringen konnte.
In der Geschichte des russischen Heerwesens unter A. macht der Friede zuTilsit Epoche (1801). Er eröffnete nicht bloß den Weg zur Eroberung Finnlands (1809) und zweier Donaumündungen (1812), sondern er gab auch A. Zeit,die Unvollkommenheiten des bisherigen Militairsystems zu heben. Seitdem hatin kurzer Zeit das russische Kriegswesen einen so vo.'.üglichcn Grad innerer Aus-bildung erhalten, daß die russischen Heere in dem letzten Kriege, was Ausrüstung,Kunstübung und MannSzucbt betraf, den Beifall des Auslandes sich erwar-ben. (Dgl. Wilso n.) — Jenes selbstthätige und menschenfreundliche Eingrei-fen des Monarchen in alle Zweige der Verwaltung ist der Grund, warum dieNation an A. mit vollein Vertrauen hing. Er hat dies erfahren in der Zeitder Gefahr, damals aber auch bewährt, daß er würdig sei, der Herrscher einesgroßen Reiches und einer tapfern Nation zu heißen. Als es galt, handelte A.mit Festigkeit; nie unterlag er jener Schwäche, welche nachgibt und Nichts zuwagen versteht. Dadurch vereitelte er alle Berechnungen Napoleons in Moskau .A. gab nämlich seinem Volke das Wort, „daß er nie mir Napoleon unterhan-deln wolle, so lange noch ein bewaffneter Feind in seinem Lande sei." WelcheThätigkeit aber in der Kriegsverwaltung herrschen mußte, bewies das russische Heer, welches 1813 in Deutschland auftrat, und das Heer, welches A. 1815,300,000 M. stark, mit 2000 bespannten Kanonen gegen Frankreich marschfertigausstellte. — In der Politik A.'S ist der friedliche und religiöse Charak-ter derselben eine bemerkenSwerthe Seite. Folgereich war seine persönlicheFreundschaft, wie man sie selten unter Monarchen erblickt, für den König vonPreußen, Friedrich Wilhelm III., die 1805 am Sarge Friedrichs II. feierlichbesiegelt wurde. Die hohe Tugend der unsterblichen Königin Louise war derSchutzengel dieses Bundes. A.'S Her; war von der reinsten Achtung, für das Vor-treffliche erfüllt, ohne daß sein Geist darum den Staatszweck Rußlands aus dem
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