Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Algebra

Er sah Frankreich, England, Rußland, Deutschland, die Schweiz und alle be-deutende Städte Italiens . Die letzten 10 Jahre seines Lebens brachte er in seinemVaterlands zu. Als 21jähriger Jüngling schrieb er zu Paris den größten Theils. „Xcnlonüini.'iro« zier Iv ilonne", 113", im Geschmack der „blurnlitü ,lvsmouücs" von Fontenclle, und legte dadurch den Grund zu seinem Ruhm. Bis1139 lebte A. abwechselnd bald in Paris, bald in Cirey bei der Marquise du Chä-tclet, bald in London . Dann machte er mit Lord Baltimore eine Reise nach Pe-tersburg. Auf dem Rückwege besuchte er Friedrich I I., der als Kronprinz in RheinS-berg wohnte. Der Prinz fand so viel Gefallen an ihm, daß er ihn nach seinerThronbesteigung zu sich rief und ihn nebst seiner Familie in den Grafenstand erhob,welche Ernennung von dem venetiamschen Senat bestätigt wurde. Nicht minderschätzte ihn König August lll. von Polen , welcher ihm den Charakter eines Gehestmenraths beilegte. A. lebte nun abwechselnd zu Berlin und Dresden , besondersam erstern Orte, nachdem er 1111 von Friedrich II. den Orden des Verdienstesund den Kammerherrnschlüssel erhalten hatte. 1154 kehrte er in sein Vaterlandzurück, wo er anfangs zu Venedig, nachher zu Bologna, und seit 1162 zu Pisa wohnte. Hier starb er nach langen hypochondrischen Leiden 1164 an der Auszeh:rung. Den Entwurf zu seinem Grabmal, welches Friedrich I I. auf dem Kirchhofe(c-mnpn r->»ü>) zu Pisa errichten ließ, hatte er selbst gemacht. Er wird in der In-schrift, mit Beziehung auf seinen „slon^ress« cli lliter»" und seinen „dient,iÜ5n,o". ein Nebenbuhler Ovid's und Schüler Newton's genannt. A.'s Kennt-nisse waren weitumfassend und in mehren Fächern gründlich. In der Malerei undBaukunst gehörte er zu den größten Kennern in Europa . Viele Künstler sind un-ter seiner Leitung gebildet worden. Er zeichnete und ätzte mir viel Geschicklichkeit.

In seinen Werken, welche von dem mannigfaltigsten Inhalte sind, zeigt sich Witzmit Scharfsinn gepaart: seine Poesien haben wenig Dichterfcuer, aber viel An-muth, und seine Briefe gehören zu den schönsten in der italienischen Sprache. Un-ter s.,„d>.i^-t> 5<>pru le 1,,-IIe .irlA sind die Versuche über die Malerei die wichtig-sten. Die neueste Sammlung seiner Werke ist zu Venedig 1191 — 94 in 11Bdn. erschienen.

Algebra. Man verwechselt oft die Ausdrücke Algebra und Analysis alsgleichbedeutend. Die Analy fis ist die allgemeine Darstellung und Entwickelungder ZusammensetzungSartcn der Größen durch Rechnung; die Algebra dagegen be-schränkt sich aufBetrachtung der Gleichungen (svmbolische Formeln jener Verbin-dung) und Entwickelung des Bekannten aus dem Unbekannten vermittelst derselben;das Instrument (oder, nach der obigen Erklärung, die Grammatik), dessen sie sichdazu bedient, liefert die Buchstabenrechnung. Die Algebra (nach chrem Ver-breiter Gebr, einem Araber, der im 9. Jahrh, zu Sevilla lebte, — die ersteSylbe ist der arab. Artikel — benannt) ist daher, nach BIout's Erklärung, eineSprache, in welche man gewisse gegebene Satze überträgt, dieselben hiernächst denSprachregeln, die die Buchstabenrechnung kennen lehrt, gemäß verbindet, und so,durch Entzifferung der Resultate dieser Verbindung, zu Bestimmungen gelangt,welche sich auf jedem andern Wege schwer, ja in einzelnen Fällen gar nicht er- *langen lassen würden. Wenn z. B. verlangt wird, aus dem gegebenen Unterschiedezweier Zahler, und dem Unterschiede ibrer O.uadrate die Zahlen selbst zu finden,so bezeichnet der Algebraist in seiner Sprache den ersten! jener Unterschiede etwamit ->. den letztern mit >,. die beiden zu findenden unbekannten Zahlen aber mitx und>, und stellt nun die Relation zwischen dem Gegebenen und dem zu Finden-den unter der Gestalt x — v — , und x- — ^ — b dar. Dax- — v -, führt

er fort in seiner Sprache zu sprechen, —(x-f-g-). (x—g), so wird xss-^v —Conversativns-Lexicon. Bd. I. 14