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Erster Band. A bis Bl.
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Ali

glücklich, aber anch ebenso treulos und grausam. Am Tage seiner Rückkehr er-mordete er seinen Bruder, dem er Verrätherei Schuld gab, und sperrte dann seineMutter, als ob sie den Ermordeten vergiftet habe, ins Harem, wo sie bald vorSchmerz und Wuth starb. Nun trieb A. sein Räuberhandwerk fort, versöhntesich jedoch mit der Pforte, indem er den rebellischen Nesir von Scutari besiegenhalf, und bemächtigte sich der seinem Vater entrissenen Ländereien, sowie einigergriechischen Städte. Darauf überfiel er den der Pforte verhaßten Pascha Selimvon Delvino und ließ ihn enthaupten, wofür er dessen Nachfolger wurde. Endlichernannre ihn der Divan, auf den er durch Bestechung großen Einfluß hatte, zumStatthalter des Dcrvendgi Pascha, der für die Sicherheit der Landstraßen sorgenmuß; allein statt die öffentliche Sicherheit herzustellen, verkaufte A. den reichstenRäuberhauptleuten großherrliche Diplome und stempelte sie dadurch zu rechtmäßi-gen Eroberern. Nun setzte zwar die Pforte den Dervendgi Pascha und seinen Stell-vertreter ab, allein Ar erkaufte aufs neue die Gunst der vornehmsten Minister.Auch leistete er mit seinen tapfern Albanesen, obgleich er mit dem Fürsten Potemkinin geheimem Briefwechsel staut, der Pforte im Kriege mit Rußland und Östreich(1187 sz.) so wesentliche Dienste, daß ihn die Pforte zum Pascha von Tricala mThessalien ernannte. Zugleich bemächtigte er sich der Stadt Ianina, indem ereinen untergeschobenen Firman vorzeigte, der ihm dieSradt mit der Citadelle über-gab, woraus er die Einwohner zwang, eine Bittschrift an den Sultan zu unter-zeichnen, daß er ihnen A. zum Statthalter geben möchte. Zugleich mußten sieeine große Summe Geldes aufbringen, womit A. den Divan bestach, der hieraufdas Gesuch bewilligte. Späterhin trat er mit Bonapai le in Verbindung, der ihmIngenieurs schickte, die seine Festungen bauten; als aber dieser in Ägypten abge-schnitten war, überfiel A. 1138 die ehemals venetiamschen, nunmehr sranz. Plätzeauf der Küste von Albanien . Nur Parga (s. d.^ leistete glücklichen Widerstand.Darauf bewirkte er, daß in dem Vertrage zwischen Rußland und der Pforte, 1800,alle vem'tianische Plätze auf dem festen Lande folglich auch Parga) der Pforte über-lassen wurde». Dann warf er sich auf die tapfern Sulioten (s. d. und bezwängsie nach Zßihrizem Kampfe 1803. Die Pforte erhob ihn jetzt zum Oberstatthal-ter von Romainen, wo er sein Erpressungssostem mit noch größerer Unverschämt-heit fortsetzte. Damals rächte er an den Einwohnern von Gardiki eine seinerMutter vor 40 Jahren zugefügte Beleidigung durch die Ermordung von 138männlichen Nachkommen der schon verstorbenen Thäter. Übrigens sah er ini Innernsemes Landes streng auf Recht und Ordnung. Es herrschte Sicherheit und Ruhe,Landstraßen wurden gebaut, lind das Gewerbe blühte auf, sodaß die europäischen Reisenden, mit denen A. sich gern unterhielt (vgl. HugheS'SReisen in Griechen-land "), in ihm eitlen thätigen und einsichtsvollen Regenten erkannten. Seit 1801,wo er abermals mir Napoleon , der den Hrn. v. Ponqueville als Generalconsul zu ihmschickte, in Verbindung trat, war seine Abhängtzkeit von der Pforte nur scheinbar.Indeß erreichte er seinen Zweck nicht, mittelst dieser Verbindung, im Frieden zuTilsit, Parga und die ionischen Inseln zu erhalten; daher knüpfte er mit den Eng-ländern Verbindungen an und bewilligte denselben mehre Vortheile, wofür derPforre (eigentlich aber dein A.) die Ruckgabe von Parga zugestanden wurde. Da-mals ließ er in seiner Zeitung drucken, daß Mairland (brir. Lord Obercommissairder ionischen Inseln durch seine Empfehlung den Orden des wachsenden Mondesvon der Pforte erhalte» habe. Weil sich A. jetzt in seiner Macht befestigt glaubte,so ließ er die Kapitauis (s. d.) der griech. Armarolien, die bisher ihm Beistandgeleistet hatten, einzeln .darunter den Vater des Heerführers Odysseus , meuchlingsermorden, die Meuchelmörder aber umbringen, um nicht als Anstifter verdächtigzu werden. Endlich beschloß die Pforte 1820, der Macht des trotzigen Empor-kömmlings ein Ende zu machen. Ismail Paschobey zog mit 5000 Türken, unter-