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Alterthümer (deutsche)
gionsalterthümer, wissenschaftliche und Kunstaltcrthümer, Staats- und Privat-alterthümer (worunter auch die technologischen und ökonomischen gehören), fer-ner geographische und genealogische Alterthümer eingetheilt und einzelne dieserTheile, ja auch Abschnitte derselben, z. B. Rechtsalterthümer, einer besondernUntersuchung unterworfen. Wie jedoch überhaupt der Begriff des Alten und Neuen,auf welchem der Begriff der Alterthümer beruht, schwankend isi, indem das Alteunmerklich in das Neue eingreift und das längst Vergangene in die Gegenwartseine Wirkungen erstreckt, so ist auch eine bestimmte Zeitgrenze in Beziehung Dessen,was man deutsche Alterthümer nennt, schwierig und willkürlich. Einige nehmendas 8., Andre das 12., ja sogar Einige das 15. Jahrh. als Zeirgrcnze an, undda in der That durch die religiöse Reformation und die Entdeckung von Amerika die wichtigste Veränderung in dem Leben der Deutschen nach allen Beziehungen an-gegangen ist, so läßt es sich allerdings rechtfertigen, daß man nicht nur die reingermanische Zeit und das eigentliche Mittclalter, sondern auch die Zeit bis zur Wie-derherstellung der Wissenschaften, durch welche die gegenwärtige Cultur der Deut-schen vorzüglich begründet worden ist, in diesen Alterthümern begreife. Man unter-scheidet in dieser Beziehung unter den deutschen Alterthümern die Denkmale undÜberlieferungen 1) aus der heidnischen Zeit, besonders die Denkmale, die aus derErde herausgegrabcn werden, als Waffen, z. B. steinerne Arte, Pfeile und Ge-räthschaften, welche zu andern Zwecken dienten, z. B. Opfermesser, Urnen undandre Gefäße, Götzenbilder, und jene Grab-und Opfcrhügel selbst; 2) deutscheDenkmale aus dem Mittclalter, und zwar sowol unbewegliche als bewegliche,wozu auch die schriftlichen Ui künden gehören. — Noch schwieriger isi die Grenzbe-stimmung in Hinsicht auf Wohnplätze, Abstammung und räumliche Berührungder Völker, da kein Volk so getrennt steht, daß es nicht in Raum und Zeit aufmannigfaltige Weise, die zum Theil schon durch das Dunkel der Vorzeit verhülltist, mit andern in Verbindung träte. Zu dieser Beziehung hat man AlterthümerDeutschlands und deutsche Alterthümer unterschü ->- n, weil in dem ursprünglichenGebiet von Deutschland einige Alterthümer von den Römern oder andern Völkern(z. B. ftawischen) herrühren; aber bei einzelnen Gegenständen ist der Ursprung desvorhandenen Alterthums oft kaum zu entscheiden, besonders da in den Einrichtun-gen und Sitten der sich berührenden Volker oft große Ähnlichkeit stattfindet. Esscheilit daher überhaupt zweckmäßig, die deutsche Alterthumskunde mit jenen ge-nealogischen und geographischen Untersuchungen zu beginnen, welche die verschiede-nen Stamme der deutschen Volker und ihre frühern Wohnplätze, Verwandtschaf-ten und Berührungen mit Völker» fremder Abstammung betreffen, wenngleichnicht zu leugnen ist, daß diese Verhältnisse wiederum im Einzelnen, oft durchDenkmäler selbst, erklärt und aufgehellt worden. Denn nur unter Voi auSsetzunggründlicher Untersuchungen dieser Art wird es möglich sein, Vermischungen vorzu-beugen , wie sie in Hinsicht der religiösen Alterthümer der Deutschen sonst so häufigvorkommen, und Das, was celrischen oder nordischen Völkern angehört, von denÜberbleibseln des Altgermanischen sorgfältiger zu unterscheiden. Die Quellen derdeutschen Alterthumskunde sind, was den ältesten Zustand der Deutschen anlangt,die Schriften der Römer (besonders Tacitus und Julius Cäsar und der späternGriechen (Strabo, Plutarch u. A.) und die ältesten Denkmäler selbst, z. B. auf-gefundene Geräthschaften; was die mittlere Zeit anlangt, die Gesetzsammlungender germanischen Völker und die Geschichtschreiber der mittlern Zeit, einheimischeund ausländische, sowie die Annalisten, welcbe wir in allgemeinen und besondernhistorischen Sammlungen finden, ferner die Urkunden, Handschriften, Inschrif-ten, Gedichte, Kunstwerke und Geräthschaften deS MittclalterS, sowie nicht min-der Sagen und Sprüchworter. Zu den Hülfsmitteln gehören die Glossarien undIdivtica, sowie die Sagen und Geschichten andrer Stämme. Was deutsche Ge-