Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Amerika

und Nordamerika), sowie die Nachricht der Venetianer von den Antillen (in Char-ten von 1424), hatte keine Folgen für diesen Theil der Erdkunde. Wahrscheinlichist die neue Welt erst vor kaum 12 Jahrh, bevölkert worden; daher die geringZahl der Ureinwohner (Indianer), die überdies noch, seit Colombo kI492 und1497, Amerigo 1497, Cabot 1497, Cabral 1500, Balboa 1507,s. d.) u. A. diese Länder entdeckten, durch den Golddurst und die Barbarei euro-päischer Eroberer, wieCortez, Pizarro u. A., in Sklaverei und Elend gestürzt,in mehren Landstrichen fast ausgestorbe» sind, in andern aber in eine Menge Völ-kerschaften gespalten, bei einem rohen Inzer-und Kriegerleben, von den geistigenGetränken der Europäer vergiftet, sich unter einander selbst so aufgerieben haben,daß man ihre Zahl höchstens noch auf 16 Mill. schätzt. Dazu sind durch das Co-lonialsystem der Spanier, Portugiesen, Briten, Franzosen, Holländer, Dänen,Russen und Deutschen, für Bergbau, Pflanzungen (Zucker, Caffee , Baumwolle,Indigo :c.), Ackerbau und Handel 44 Mill. Neger und Mulatten und 10 Mill.Europäer gekommen. Noch ist fruchtbarer Boden für mehr als 500 Mill. Men-schen! — So ungewiß wie die Abstammung der Amerikaner, so ungewiß ist ihreVerzweigung. Die von Franc. Lopez angenommenen 1500 verschiedenen Spra-chen derselben hat Alex. v. Humboldt auf 2 Stammsprachen, die toltekische undapalachisehe, zurückgeführt.

Die Natur Hai die Oberfläche der neuen —jüngern — Welt in größernFormen gestaltet und ihr Inneres mit frischerer Lebenskraft, wenigstens in denwärmern Provinzen, ausgerüstet als die Erdhülle der alten Welt. Amerika hat die«leisten Halbinseln, die grössten Flüsse (s. Südamerika, Mississippi , Pla-ta, Oronoco), die größten Landseen, wie der Ober-und der Huronensee, dielängsten Bergrücken (s. CordilleraS), die weitesten Hochebenen, die üppig-sten und größten Grasfläcben (Pampas) und die reichsten Erz-und Steinlager.Über das Ganze verbreitet sich in der wundervollsten Abstufung das üppigste Pflan-ze»-und Thierleben. Don dem Rennthiermoose derBaffinsbai und von den Flech-ten auf Feuerlands Klippen erhebt sich von beiden Polen her die Vegetation bis zuder 180 Fuß hohen Wachspalme und dem säulenförmigen Cactus, die der üppigenTropenwelt dieser Erdfeste eigenthümlich angehören. Und wer kennt nicht die ein-heimischen Erzeugnisse des amerikanischen Bodens: Cacao, Cochenille, Mais,peruanische Rinde, Kartoffeln, Taback und Vanille? Ebenso mannigfaltig ist diethierische Schöpfung. Der südliche Pescherä und der nördliche Polarmcnsch, derEskimo, gleichen der Zwergkiefer, wie dem stolzen Ahorn der Patagone und derKaraibe. Vorzüglich sind Gewürme, I nsekten (nur die Bienen hat Europa gege-ben), Fische, Geflügel und beidlebige Thiere > Amphibie») in reicher Abwechselungvon Größe, Gestalt und Farbe vorhanden; am ausgezeichnetsten und eigenthüm-lichsten in den Wildnissen der Anden. So der Riese unter den Vögeln, der Con-dur, und der prachtvolle Guacumavo. Unter den Säugthieren ist das nutzbareLama und Vicugna in den Andenländern einheimisch. Doch kommt der Tapir inBrasilien den großen Landthieren der Ostfeste nicht gleich. Buffon'sund Robert-son's Meinung, daß die vierstufigen Thiere Amerikas minder groß und wild seienals dieselben Arten in der alten Welt, haben Iefferson u. a. Beobachter widerlegt.Der Jaguar ist so furchtbar als der Tiger; der Landbär in Nordamerika ist größer,wilder und stärker als d»r europäische; nur derLöwe am Ganges ist deni nordamerik.Puma an Größe und Kraft überlegen, sowie das Krokodil! dem Kaiman und Alli-gator. Ebenso wenig gegründet ist es, daß die europ. Landthiere—> man hat dienutzbarsten aus der alten (Schaf, Kuh, Ziege, Pferd, Esel, Schwein, Hund) in dieneue Welt verseht— in Amerika ausarteten und schwächer würden. Noch wenigergilt dies von dem Menschen! Der Neger wie der Europäer haben sich in Amerika in dem kühnen Mulatten und in dem feurigen Creolen kräftig fortgepflanzt.