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Ananas
Theile , den wahren Verhältnissen entgegen, welche dem Künstler die Regeln derPerspective (s. d.) auferlegen.
Ananas, eine aus Südamerika zu uns verpflanzte, aber nur in Treibhäu-sern gedeibende Frucht, die der Form nach einer Artischoke ähnlich ist, aber einenäußerst lieblichen Geruch und gewürzhafte» Erdbeerengeschmack hat. Dean nenntsie auch Königsapfel.
Anapäst, s. Rhvthnius.
Anapher (gr. eine rhetorische Figur, welche in der Wieder-
holung desselben Wort« oder derselben Wortverbindung in mehren aufeinanderfol-genden Sähen am Anfange derselben besteht, dahingegen die Wiederholung einesund desselben Worts oder derselben Wortverbindung am Ende solcher Sätze Epi-phora oder Homoioteleuton heim. Einige sehen die Anapher für den Gattungsbe-griff an und nennen die erstere Art Epanapbora. Eine solche Anapher ist es, wennes heißt: Rührt dich nickn da- Schicksal deines Vaterlandes; rührt dich nicht derAnstand deiner Familie :c. Man sieht, die Anapher ist eine Figur, welche denNachdruck befördern soll, leicht aber wird sie selbst durch zu öftere Wiederholungbei einem Redner unwirksam, wie dies häufig bei Predigten der Fall ist.
Anarchie, der Anstand nicht sowol der Gesetzlosigkeit, sondern vielmehrdes Mangels einer mit Erfolg befehlenden Macht. Ein solcher Austand kann injeder Staatsform eintreten, wenn auch eine gesetzliche Herrschaft vorhanden, sieaber entweder durch eiane Schwäche oder durch Widerspenstigkeit des Volkes oderein;elner Classen (der Geistlichkeit, des Adels, der Gemeinden) nicht im Stande ist,ihren Befehlen Gehorsam zu verschaffen. An einer solchen Anarchie haben mancheStaaten, z. B. Polen, sehr lange krank gelegen. 31.
Anathema, von Gott verflucht, ist die Formel, mit welcher der Kirchen-bann ausgesprochen wird. Daher heißt: da? Anathema auSsprechen oder anathe-matifiren, mit dem Kirchenbann belegen.
Anatomie (ariecb.-l, zerschneiden, wrgliedrn), die Zerglie-
derungskunst. Wenn fie fiel, mit Untersuchung der thierischen, im Gegensatze dermenschlichen Körper beschäftigt, nennt man sie Aootomie. Die Anatomie istein Theil der Naturgeschichte und gehört unter die wichtigsten Hülftwissenschaftender Arzneikunde. Die Zergliederung des menschlichen Körper? war bei den älte-sten Völkern wenig gebräuchlich. Die alten Agppter hatten einen großen Abscheudavor, sie pflegten sogar Denjenigen, welcher beim Einbalsamiren der Todten denLeib derselben aufschneiden mußte, mit Steinwürfen ;u verfolgen. Bei den Grie-chen verhinderten die Grundsätze ihrer Religion die Beschäftigt ng mit der Anato-mie, indem die Leichname verstorbener Menschen so schnell als möglich beerdigtwerden mußten. Selbst;» Hippokrates's Zeiten waren die anatomischen Kenntnisseunbedeutend und wahrscheinlich von der Zergliederung der Thiere hergenommen;doch war die Kenntniß des Knochenbaues weiter vorgerückt. Als später Alexan-drien in Ägppten unter den Ptolemäern der Sitz der Wissenschaften und Künste ge-worden, wurde hier auch die Anatomie von Heropbilus au? Chalcedon und vonErasistratuS aus Keos auf einen hohen Grad von Vollkommenheit gebracht l360 v.Chr.). Nach dem Zeugnisse des CelsuS erhielt der Erstere sogar die Erlaubniß, Ver-brecher lebendig zu eröffnen, obgleich man keine nähern Beweise dafür hat. Er be-reicherte die Anatomie mit vielen wichtigen Entdeckungen, z. B. über das Gehirn,über die Verrichtungen der Nerven, die Adern des Gekröses, die nach der Lebergehen :c. ErafistratuS bestimmte Mehre? in dem Baue des Gehirns deutlicherund gab unter Andern, den Klappen in der Hoblvene die Namen, die noch jetztgebräuchlich find. In der Folge, besonders bei den Empirikern, wurde da? Stu-dium der Anatomie wieder vernachlässigt. Galen, in Alerandrien gebildet geb.131 nach Chr.), hatte alle anatomische Kenntnisse der damaligen und vormaliaen