Andreä
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nebst der Redaction der von ihm herauszugebenden Zeitschriften übertragen wordenist. Dahin hat er auch s. „HesperuS" verpflanzt. — Noch bemerken wir, daß erin Krünn 20 Jahre lang die Ekele der kais. mährischen Gesellschaft zur Beförde-rung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde gewesen ist, bis er 1820 seineStelle als Secretair derselben niederlegte. Insbesondere hatte er uni die StiftungdesFranzenS-MuseumS viel Verdienste.
A ndreä iJohann Valentin), einer der originellsten deutschen Scbriftstcllerseiner Zeit, war 158k im Würtembergischen geboren. Nachdem er zu Tübingen studirt und Frankreich und Italien besucht hatte, bekleidete er in seinem Vaterlandemehre geistliche Amier und starb 1654 als Generalsuperintendcnt und Abt zuAdelberg . Tief bekümmert, die Grundsätze der christlichen Religion leeren Strei-tigkeiten preisgegeben und die Wissenschaften von Eitelkeit und Neugierde gemiß-braucht zu sehen, beschäftigte er sich unablässig mit den Mitteln, sowol jener alsdiesen ihre moralische und wohlthätige Richtung wiederzugeben. L)b er der Stifteroder wenigstens Erneuerer des Rosenkreuzordens (s. d.) gewesen, ist unent-schieden. Eine gewiss? Neigung zum Mysticismus ist bei A. allerdings nicht zu ver-kennen. Wie dem auch sei, unleugbar war er ein ebenso geist- als herzvollerMann, der mit einer ungemeinen Gelehrsamkeit einen brennende» Eifer für das,.Gute und Wahre verband, das Laster in jedem Stande, bald in scherzhafter Laune,bald mit strengem Ernst und bitterm Spott verfolgte und der Tugend durch seinganzes Leben getreu war. Trefflich hat ihn Herder charakterisier. Er hat Vieles,und dies meistens in einer sonderbaren Sprache geschrieben. Alles aber zeugt vonder feinen ErfindungS- und Einbildungskraft, von richtigem Gefühl und scharfemUrtheil, von der ausgebreiteten Kenntniß lind dem, wiewol »»ausgebildeten, Dich-tergeist des Verfassers. Was er deutsch schrieb, ist für Weib, Kinder, Volk, Freunde.Er selbst sagt darüber:
Ohn' Kunst, ob»' Müh' und Ueiß ich dicht:
Drum nicht nach deinem Kopf mich richt.
Bis du fchivikfl, ftiksi und fhlützfr iin Sinn,
Hab' ich s acfctzt und fahr dahin-Gefällt dir's nicht, wie ich ihm thu',
Mach'S besser, nimm ein Fahr dazu.
Was von A.'s Echriften Anspruch auf gelehrten Inhalt und kunstgerechte Formmacht, ist lateinisch geschrieben. In Lehrstellen, Sentenzen, kurzen Gleichnissen undGegensätzen ist A. besonders glücklich, wie auch in komischen und witzigen Zügen.Aus s. „Uvtlioloch,', eln Giun.i" haben Herder und Eonntag Mebres übersetzt;auch hat Ersterer aus s. „Geistlichen Kurzweil" Probengegeben. S.Herder'S „Zer-streute Blätter", Bd. 5 ; „Andreä'S Dichtungen" (übers. von Sonntag), herausg.von Herder i Lpz. 1186); Andreä'S „Selblrbiogr." (Winterthur 1789).
Andreas (der heilige), Bruder des heil..Petrus , und der erste Schüler,den Christus wählte. Beide Brüder waren Fischer, entsagten aber diesem Ge-schäfte und folgten dem Erlöser. A.'s Schicksale nach Christus Tode sind unge-wiß; die gewöhnliche Meinung ist, daß er einige Zeit nachher gekreuzigt worden.Die Russen verehren ihn als denjenigen Apoüel, der ihnen das Evangelium ge-bracht habe, die Schotten aber als den Schutzheiligen ihres Landes. In den erstenZeiten der Kirche war ein ihm untergeschobenes Evangelium in Umlauf; auch diesogenannten Acta, die seinen Namen fuhren, sind nicht von ihm.
Andreaskreuz, ein Kreuz von dieser Form X, weil der Sage nachAndreas (s.d.) an einem Kreuze, welches diese Gestalt hatte, am 30. Nov. 83zuPatraS in Achaia getödket worden sein soll. 11.
Andreossy (Ankoine Franeois, Graf), franz. General, Urenkel des be-rühmten (1688 gest.) Franz A„ welcher als Ingenieur den Canal von Languedoc zwischen dem atlantischen und mittelländischen Meere zu Stande brachte, geb. den