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Erster Band. A bis Bl.
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Anlage

ger Glieder, und bei der Ankylofc der Geherknöchel Taubheit, des UnterkiBerge-lenkS Unvermögen zu kauen. Die Anky'ose kann schwinden eines Gliedert undBlutungen, Pulsadergeschwülste u. dergl. veranlassen, ja den Tod herbeiführen.Im Anfange dieser Krankheiten pflegt der Kranke schmerz in den Gliedern, einmehr oder weniger starkes Geräusch bei der Bewegung, Gefühl der schwäch.',Unvermögen, das Glied wie im Stande der Gesundheit zu richten, wchrzu-nehmen. Eine Ltnkylose enlstebl gemeiniglich aus mehren Ursachen und wirkttheils auf den ganzen Organismus des Körpers, theils nur auf ein ankylosineSGlied. Die An ky lose ist bisweilen erblich, das Alter und besonders das m'än-liche Geschlecht ist ibr unterworfener als das weibliche.. Die wahre Ankyloste istunheilbar. Ausschweifende Befriedigung des GcschlechtStriebeS kann zu du seinLeiden mit beitragen.

Anlage bedeutet die Grundlage und den Anfang einer Sache; in derTechnik der schönen Künste den Entwurf vor der Ausführung eines Kunstwerks,in welchem alle wesentliche Theile desselben angegeben sind. Wollte ein Künst-ler ohne einen solchen Entwurf sogleich zur Ausführung schreiten, so liefe er Ge-fahr ein Werk zu liefern, das weder Einheit hätte noch ein schönes Ganzes aus-machte. In der Gartenkunst heißt aber Anlage das nach einem Plan Angele ite,die angeordnete landschaftliche Umgebung. In der Psychologie nennen wir An-lage die innern Bedingungen, durch welche ein menschliches Handeln oder Leidenmöglich wird. Es giebt eine allgemeine menschliche Anlage und eine individuelleoder persönliche. Hebt sich die Anlage des Menschen so hervor, B. in derErlernung und Ausübung einer Kunst, so nennen wir die Anlage auch Talent(s. d. und Fähigkeit).

Anlage, Disposition in medicinistcherHinsicht, ist ein Zustand des ganzenmenschlichen Körpers, oder eines seinerOrgane,;:, eiuerKrankheit oderSchwäche,wen» sie auch noch nicht epistirt oder wenigstens nicht bemerkbar ist. — Das'Alter,das Geschlecht, das Temperament, das Gewerbe, die Lebensart, die Erblichkeit,das Klima, die specielle Eigenthümlichkeit des gesammten Organismus, die be-sondere äußere Struetur, die Verschiedenheit der anatomischen Strncnir mancherOrgane, früher überstände»? Krankheiten, das Verschwinden oder Aufhören ge-wisser Vaturstände, endlich gewisse herrschende Krankheiten, befördernden wirkli-chen Ausbruch der durch die Anlage vorbereiteten Desorganisation des gefundenZustandes. — Da sich die Fehler des innern Organismus selten durch äußere Zei-chen, ehe sich die Krankheit schon ausgebildet hatte, verrathen, so kann man nurselten davon allgemeine Merkmale angeben. Bei der besondern äußern Strukturbeobachtete man längst, daß ein großer Kopf auf einem kurzen Halse eine Anlagezum Schlagflusse, und daß eine kleine Brust eine schwindsüchtige Anlage ver-rathe. Ungleich gebaute Organe, die niit einander so wenig übereinstimmen, daßsie sich einander im Wege sind, müssen Krankheiten bilden, da ssdeS Organ ge-wissermaßen eine eigne Vitalität hat, die in einem Organ leichter verletzt werdenkann als in einem andern. So sind die Brüste dem Krebste ausgesetzter als dieSpeicheldrüst n. In einem Fiberngeflechte äußert sich ein Blutflnß leichter als inhäutigen Theilen. Einmal überstandene Krankheiten erneuern sich oft wied,r, soder Schlagfluß, die Gicht, Engbrüstigkeit, Lungenhusten, Lungenentzündun-gen :c. Verschwindet eine gewisse Kränklichkeit, so entsteht bisweilen wrade durchdie Heilung einer Desorganisation eine anders modificirte. So durch das Ver-schwinden der monatlichen Reinigung manche Blutgeschwnlst, und durch die Hei-lung von Hautwunden werden innere Theile verletzbarer. Die S krofelanlage bildetleicht Lupationen und Neigung zum Krebse, Knochenbrüche :c. Gemeiniglich hateine Krankheit mehre Desorganisationen zugleich zur Ursache. Geschickte Arztewirken, wenn sie KrankheitSgefahren voraussehen, der Entstehung gern entgegen.