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Erster Band. A bis Bl.
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314 Ansprechen Anstand

durch die gut aufgefaßte Ähnlichkeit der beiden Vorstellungen, z. B. derPromethei-schen Kühnheit; er ist ein neuer Cato w. Man kann von dieser bildlichen An-spielung noch eine eigentliche unterscheiden, welche in einer leisen Hindeiitung aufEtwas, das nicht ausdrücklich gesagt werden sollte, dem Andern aber hinzuzuden-ken überlassen wird, bestebt. Beide Arten der Anspielung beruhen auf Zdeen-üssociatisn, sind auch dem bildenden Künstler verstattet, der sie jedoch mit ungleichgrößerer Vorsicht gebrauchen muß, als der Redekünstler.

Ansprechen (weidmännisch), das richtige Angeben des Jägers von einerWildart, des Geschlechts, des Alters und der Stärke am Leibe kraft der An-schauung, oder aus der Fährte und iLpur eines wilden Thiers. Diese Kunst kannfast nur allein in der freien Natur unter der Leitung eines kundigen Lehrers mitBeihülfe des Leikhundes (schwerlich durch Selbststudium ohne jene Hülfe) erworbenwerden, zumal die Zeichen im Gebirge und auf der Ebene sich nicht völlig gleichen.— Das Ansprechen auf die Fahrte oder auf die Spur ist nur möglich, wen» dieSpur oder die Fährte einen Eindruck auf dem Boden zurückgelassen hat. DerRasenfilz ist diesem Eindruck sehr hinderlich, desto günstiger der Reif und selbst derThauschlag, ani günstigsten aber eine leichte Schneedecke. Das Zeichen der Fährtegründet sich theils auf die Gestaltung (Form) und Stärke (Größe des Tritts), theilsauf die Stellung der Tritte in der Fährte oder Spur. Die Kenntniß der Eigen-thümlichkeiten, die hierbei obwalten, macht den Jäger fährtengerecht. Haar-wild ist die Benennung aller jagdbaren vwrfüßigen Thiere. Beim Ansprechen nachdem Alter des Haarwildes und des Federwildes bezeichnet das Beiwort jung durch-gängig die früheste Lebensperiode, bis dahin, wo diese Wildart bei ersteren zumersten Male sich begattet (bremstet, begehrt, rollt, ranzt), und bei dem Feder-wilde, wenn die Vollwüchsigkeit oder der Begattungstrieb eingetreten sind.

Anstand oder der gute Anstand ist die genaue Übereinstimmung unsersganzen Betragens in Reden, Gebärden und Handlungen mit unserer persönlichenWürde und unser» Verhältnissen, z. B. mit Alter, Geschlecht und iLtand. DemWeibe ziemt Schamkaftigkeit, Sittsamkeit und Nachgiebigkeit; dem Alter Würdeund Ernstz dem Kinde natürliche Unbefangenheit, Fröhlichkeit und Anschmie-gung :c. Man kann den Anstand in den natürlichen und willkürlichen eintheilen.Es gibt gewisse nothwendige äußere Zeichen, wodurch gewisse innere Vollkommen-heiten ausgedrückt werden. Der Inbegriff dieser Zeichen macht den natürlichen An-stand aus, den wir nicht vernachlässigen dürfen, und der unter den Gebildeten allerVölker als Ankündigung der Humanität gilt. Der ikm untergeordnete willkürlicheberuht aus Convention, angenommenen mitten und Gewohnheiten.

A n st and in der Weidmannssprache: 1) der Ort, wo der Jäger sich ver-birgt, um dem Wilde Abbruch zu thun; 2) der Jagdbetrieb in dieser Verborgen-heit. Bedingungen zum glücklichen Erfolg dieser Jagdart sind: a) Kenntniß desWechsels des Wildes, welche durch fleißiges Abspüren und Dörflichen erworbenwird, indem die wilden Jagdthiere gewisse salzhaltende Kräuter, die nicht allent-halben wachsen, ibrer Gesundheit halber von Zeit zu Zeit aufsuchen. I>) GenaueBeobachtung des Windes (Windzugs). Der Jäger muß sich nämlich bei An-näherung des Wildes unter dem Winde befinden, r) Mehr oder minder sorgsameVerborgenheit, verbunden mit freier Aussicht und Bewegung des Körpers. Hierzubenutzt man bisweilen die sogenannte Kanzel oder Schirm, oder im Nothfall einenBaum oder Strauch. <l) Unermüdliches, oft langes Harren des Jägers. Nähertsich endlich das erwartete Wild, so ist Bebutsamkeit nöthig, damit der Jäger einreines gutes Abkommen habe, Achtsamkeit auf den Standpunkt des Wildes imMoment des Abdruckend, sowie aufdaS Zeichnen desselben nach dem Schusse, un-gesäumte Untersuchung des Anschusses, Verbrechen desselben zu aller Zeit, Ent-haltsamkeit von übereilter Folge, wenn es nach dem Echusse flüchtig wird, Hinzu-