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Erster Band. A bis Bl.
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Ansteckende Krankheiten Anstett

eilen mit Vorsicht, wenn es im Feuer zusammenbricht (stürzt), und im Nothfall»och einen Schuß zu geben, ehe es — was bei einem Krell- oder Fadenschuß derFall zu sein pflegt — wieder zur Besinnung kommt und dann gemeiniglich auf im-mer entflieht.

Ansteckende Krankheiten (contagibse) sind solche, die sich von demerkrankten Individuum auf gesunde Individuen übertragen lassen und hier immerdieselbe Krankheit wieder erzeugen. Die Übertragung geschieht gewöhnlich durchdas Krankheitsproduct, z. B. Pocheneiter, und daher sind viele dieser Krankheitennur dann ansteckend, wenn sie wirklich ein Product bereits erzeugt haben, nichtaber in ihren frühesten Perioden. Bei manchen dieser Krankheiten ist die wirklicheBerührung eines solchen palpabeln Stoffes nothwendig, wenn Ansteckung erfolgensoll, so bei Krähe, Syphilis, Hundswuthz bei andern ansteckenden Krankheitenkann selbst die atmosphärische Luft die Ansteckung bewirken, so bei dem Scharlach,den Masern, dem ansteckende» Typhus rc.; hieraus beruht der Unterschied derfixen und flüchtigen Contagien. Immer gehört zur wirklichen Ansteckung einegewisse Empfänglichkeit von Seiten des gesunden Individuums, und manche An-steckimggkrankhciten heben diese Empfänglichkeit für ihr Contagium bei einemIndividuum für immer auf und befallen daher den Menschen nur Ein Mal, wiePocken, Maser», Scharlach :c.; andre AnsteckungSkrankheiten thun dies nicht undkennen daher den Menschen mehrmals befallen, wie Typhus , Krätze, Syphilis u. a.Bisweilen hebt eine Anüeckungskrankheit die Empfänglichkeit für eine andre aus,wie die Kuhpocken für die Menschenpocken. Im Ganzen sind die mir zarterer Hautbedeckten Theile des Körpers mehr zur Aufnahme von Ansteckungsstoffen geneigt;noch mehr sind es verwundete, von der Oberhaut entblößte Theile. Vor den schondurch die Luft ansteckenden Krankheiten kann man sich durch möglichste Entfernungvon der Atmosphäre der Kranken, durch große Reinlichkeit und durch möglichsteFurchtlosigkeit bisweilen verwahren; am besten freilich durch allgemeine Vorkeh-rungen der GesundheirSpolizei, durch Guyton-Morveau'sche Räuchcrungen w.Leichter schützen wir uns gegen solche Ansteckungskrankheiten, welche nur bei un-mittelbarer Berührung des ContagiumS anzustecken vermögen, furch Reinlichkeit,Sorgfalt beim Gebrauche der Eß-und Trinkgeschirre, der BläSinstrumente undTabackspfeifen, der Betten, Kleidungsstücke :c. Ein besonderes arzneilicheS Schlitz-mitte! gegen ansteckende. Krankheiten gibt es nicht, wenn deren gleich bisweilenmarktschreierisch feilgeboten werden. Ebendeßhalb ist eine genaue ärztliche Besich-tigung der zu Ammen lind Kinderwärterinnen bestimmten Personen so unerläßlichnothwendig, da Tausende von Kindern durch diese Geschöpfe früh dahinsterbenoder für zeitlebens vergiftet werden, wovon man dann die Ursachen fälschlich ganzanderswo zu suchen pflegt. (Vcrgl. Epidemi e.) 16.

Anstett (Johann Protasüis von), kaiserl. ruff. Geh.- Rath und außer-ordcntl. Gesandter beim deutschen Bunde, Ritter des Alexander - NewSky-, sowie andrer russischer und auswärtiger Orden, ist geboren zu ^Ltrasburg , wo seinVater kenigl. Rath und Tribunalrichter war. Er trat 1789 in ruff. Dienste undnahm anfangs als Unterlieutenank auf der Ltchccrenflotte Theil an dem dama-ligen Kriege gegen Schweden , wurde wegen seiner in der Schlacht vorn 13 Aug.1789 bewiesenen Tapferkeit von der Kaiserin Katharina >1. zum Hauptmann be-fortcrt und mit dem Wladimirordcn beehrt. 1791 wurde er Assessor beim Colle-gium der auSwärt. Angelegenheiten und 1794 nach Berlin gesandt, an welchemHo°e er mit einer geheimen Nezotiation beauftragt war. In Begleitung des Kö-nigs von Preußen machte er den damaligen polnischen Feldzug mir und nahm anden blutigen Hauptgefechten desselben Theil. Nach der Abdankung des letzten Kö-nig? von Polen hatte er die Grenzregulirung im Krakauischen, und stieg zum Hof-rath. Hernach war er Mitglied der Commission zur Liguidirung der polnischen