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Erster Band. A bis Bl.
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Antik

unmittelbar,! Berührungspunkte des (Geistes und der Natur, durch welche auchersterer die Kraft der letzter» empfindet, und wir kennen uns daraus erklären, war-um in der ersten Periode das natürliche Princip selbst im menschlichen Geiste gleich-sam vorwaltet und eine gewisse Oberhand immer behalten mußte. In dieserPeriodelebte der Mensch anfangs wie das Kind, noch ungetrennt in und mit der Natur.Sobald er aber mit demWachstkumedes Verstandes sich und seine Zwecke von ihrabsonderte, entstand der Kampf -wischen dem Innern und Äußern, und er suchtediesen auszugleichen 1) in der Religion, in welcher ihm wiederum die Macht derNatur als Gotthekt erschien, durch Versöhnung der Natur, Naturdienst, welcher,weil die Natur als unermeßliche Fülle und Mannigfaltigkeit der Erscheinungen sichihm offenbarte, auch nothwendig Vielgötterei sein mußte, vielfach gestaltet, je nach-dem die äußere und innere Natur verschiede» war und die Welt der Einbildungs-kraft auf jener sich erbaute; ferner 2) durch die Wissenschaft, welche sich aus derNaturforschung erhob und lange Zeit Nichts weiter als Naturforschung war, undwo sie, zur höchsten Einheit hinstrebend, sich über die vergötterte Natur erhob, gröfi-tentheils bei einer bewegenden Kraft, die den Causalzusammenhang schließen sollte,bei einer höben, Nothwendigkeit, die mau als Fatum über die Götter sehte, stehenblieb; endlich 3) durch die Kunst, welche sich als Naturnachahniung auf mannig-faltigen Stuft» wirksam äußerte. Ja auch in den mehr polyarchischeu Verfassun-gen zeigte sich die Herrschaft beS NaturprüicipS. In dem Leben der Einzelne» galtdie männliche Kraft und bildete den Heroen; daker auch die vorzügliche Hochach-tung der Freundschaft; das Verhältniß der Geschlechter aber war flüchtig und un-gleich, mehr natürlicher als sittlicher Art, nur durch angeborene Dece»; hier undda veredelt. Dieses halten wir für die Gruntzüge des Antiken überhaupt. Wasaber die Kunst insbesondere, zu welcher dieser Zeitraum vorzüglich hinneigte, und na-mentlich die bildende, anlangt, welche mit der Natur in noch näherer Berührungsteht, und deren Werke man vorzüglich mit den. Ausdrucke Antiken bezeichnet, sonahm diese besonders den Charakter der Natur in ihrer Fülle und Mannigfaltigkeit,über welcher gleichsam bewußtlos die Einheit waltete, in sich auf, und die Werke derAlten tragen mithin denCharakter der Naturwerke mehr alSdicWerke der neuernZeit. Allein wie verschieden den Menschen die Natur durch den Sinn erschien, soverschieden gestaltete sich auch das Leben der Phantasie, welche auf diesen gegründetist, und in dieser Hinsicht unterscheidet sich der düstere, räthselhafte Charakter desÄgvpterS, den wir in seiner Kunst bemerken, und des tiefsinnigen, in sich gekehrtenIndierS von den, des heiter um sich blickenden Griechen. Blühend war die Phan-tasie des Letzter»; in günstigen Umgebungen der Natur, in bürgerlicher Freiheit auf-crzozen, konnte er nur das Edelste der Natur in seinem Geiste spiegelnd empfangenund nachbilden. Die Gestalten und Bilder seiner Kunst erhielten die edlen Natio-nalzüge seines Volks, und keine Nation erreichte in Hinsicht auf die sinnige Voll-endung äußererFormen, welche zu dem Wesen des Kunstwerks gehört, diese Höhe,sodaß damit die plastische Darstellung selbst in dieser ersten Culturperiode und beidiesem Volke ihre Blüthe erreicht zu haben scheint. Denn während andre Völkernoch mit dem Material der Darstellung zu kämpfen hatten, und in ihren Werkensich nur zu einer riesenhaften, den Menschen fast erdrückenden Größe, oder zu einerdunkeln, rärhselhaften Bedeutsamkeit erheben konnten, vereinigten sich in derHanddes Griechen alle Vortheile einer schon geübten und von jene» Völkern empfange-nen Kunst, und das Werk der Kunst stand, wie aus dem Schoße der Natur ent-sprungen, leicht, aus Einem Gusse, in gediegener Einfachheit und Ruhe, in der Fülleder Gegenwart lebend, wie ein veredeltes Naiurwerk, und in abgeschlossener Selb-ständigkeit, an den Urheber nicht erinnernd, unabhängig von ibm sich selbst erklärend< und hierin besteht seine Objcctivirät>, vor dem Auge des Beschauers da. Mit die-serSclbstverleugnuug des Künstlers, welche wir in den Werken der griechischen Kunst