Band 
Erster Band. A bis Bl.
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349
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Apodiktisch Apokryphische Bücher 349

glick. Wenn er gefunden war, fütterte man ihn 4 Monate lang in einem (Ge-bäude, das nach Osten zu stand ; dann ward er mit dem Neumonde unter großenFeierlichkeiten auf ein prächtiges Fahrzeug gebracht und nach HeliopoliS geführt,wo er von den Priestern und von Frauenzimmern, die aufeine höchst unanständigeWeise vor ihm erschienen, abermals 40 Tage lang gefüttert ward. Nach dieserZeit durste keine mehr ihm nahe kommen. Von HeliopoliS brachten ihn die Prie-ster nach MemphiS , wo er einen Tempel, 2 Tapellen zur Wohnung und einengroßen Hof, sich Bewegung zu machen, hatte. Er besaß die Gabe der Weissa-gung und theilte diese auch den Knaben mit, die um ihn waren. Es galt als guteoder böse Vorbedeutung, je nachdem er in die eine oder andere Eapelle ging. SeinGeburksfest wurde jährlich, wenn der steil anzuschwellen begann, 1 Tage langgefeiert; eine goldene Schale ward in den steil geworfen, und dieses Fest machteselbst die Krokodille zahm, so lange es dauerte. Trotz dieser Verehrung durfte ernicht über 25 Jahre leben, wovon der Grund wahrscheinlich in der astronomischenTheologie der Agrpter lag. Begraben ward er in einem Brunnen. Doch glaubtBclzoni in den Bergen Oberägyptens , welche das Thal der Gräber oder Pfortender Könige einschließen, in einem der dortigen Felsengräber ein Grabmal des Apisentdeckt zu haben. Er fand daselbst einen kolossalen alabasternen, durchsichtigenund helltönenden (jetzt im britischen Museum befindlichen) Sarkophag, innerhalbund außerhalb mit eingeschnittenen Hieroglyphen und Figuren verziert; im Inner-sten des Gemachs befand sich ein mit Asphalt einbalsamirter Stierkerper. DesApis Tod erregte eine allgemeine Lanttrauer, welche so lange dauerte, bis die Prie-ster seinen Nachfolger gefunden hatten; da jedoch das Auffinden eines mit den obi-gen Abzeichen versehenen Stiers gewiß sehr schwer war, so läßt sich annehmen,daß dabei von Leiten der Priester Betrug obwaltete.

Apodiktisch gewiß ist eine Erkenntniß, die eine absolute Nothwendigkeitbei sich führt. Sie darf auf keinen Erfahrungszrünten beruhen, sonder» muß einreines Prodnct der Vernunft sein, da Erfahrung keine Nothwendigkeit begründenkann. Daher heißt ein Beweis apodiktisch, der das Gegentheil ausschließt. —Apodiktischer (Kategorischer) Imperativ, s. Kant. — Apodiktik nann-ten Einige die Wissenschaft von den nothwendigen Grundlagen des Wissens, oderdie philosophische Grundwissenschaft.

Apokalypse, die Offenbarung IvhanniS, derendunkler Sinn zu schwär-merischen Auslegungen Anlaß gegeben hat; daher der Ausdruck apokalyptischerTräumer für Lchwärmer, Seher, Geisterseher :c. (Dgl. Johannes.

Apokatastase, Wiederherstellung in den vorigen Zustand, auch Erfül-lung des Verheißenen, nach Apostelg. 3, 21. Als Johann Wilhelm Petersen imAnfange des vorigen Jahrh, durch die Meinung, daß in einer gewissen Zeit alleDinge in den Stand, in dem sie vor Entstehung des Bösen waren, wieder gesetzt,und folglich auch die Verdammten noch Buße thun und von den Höllenstraftn er-löst werden würden, theologische Händel erregte, nannte man dieselben apokatasta-tische Streitigkeiten. Petersen gab der von ihm erwarteten Apvkatastase den Na-men „Wiederbringung aller Dinge". (Vgl. ChiliaSmuS.)

A p o k r v p h i sch e (a. d. griech. verborgen) Buche r sind verborgene oderunbekannte, sodann untergeschobene oder unechte Schriften, weil ihr wirklicherVerfasser sich zu verbergen sucht und gewöhnlich nicht bekannt ist. In Beziehrmgauf die Bibel versiebt man unter apokrrphischen Büchern solche, denen kein göttli-cher Ursprung beigelegt und deren Inhalt daher nicht als eine untrügliche Glaubens-und Lebensregel betrachtet wird, wenn auch übrigens eine solcbe Schrift nickt un-echt und ibr Verfasser nicht unbekannt ist. Ihnen stehen entgegen die kanoni-schen Lchriften, d. h. diejenigen, deren Inhalt als Glaubens- und LebenSreqAangesehen wird, weil man ihnen einen göttlichen Ursprung zuschreibt. Da die Bi-