Band 
Erster Band. A bis Bl.
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350
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L50 ApolllnariSmuS Apollo

bel in das Alte und Neue Testament eingetheilt wird, so gibt es auch kanonischeund apokrvphiscbe Bücher des A. und N. Test. Die apokryphischen Bücher desA. T. stehen in unsern Bibelausgaben gewöhnlich am Ende desselben. Die apo-kryphischen Bücher des Od. T. aber laßt man gewöhnlich ganz weg. Man findetsie in des FabriciuS »possm pl>." (Hamb. 1719, 2 Bde.). Doch werdenmanche Schriften des N. T., die in den gewöhnlichen Ausgaben zu den kanonischengerechnet werden, von Vielen als apokryphische betrachtet, z.B. die OffenbarungIohannis. l).

'Apollinarismus, in der christlichen Dogmengeschichte die Meinung,daß der Logos (das Wort Gottes) bei Christo die Stelle der vernünftigen Seelevertreten, und demnach Gott sich in ihm mit dem menschlichen Leibe und der sinnli-chen Seele verbunden habe. Ihr Urheber, Apollmaris, war 362 bis wenig-stens 332 Bischof von Laodicea in Syrien und em eifriger Gegner der Arianer.Als Mensch und Gelehrter stand er in großer Achtung und gehörte zu den be-liebtesten Schriftstellern seiner Zeit. Nach den alten Kirchenhistorikern soll er nebstseinem Vater, einem Lehrer der Sprachwissenschaft und Presbyter gl. N., alsKaiser Julian den Christen den Schulgebrauch und die Erklärung der griechischenClaffiker verbot, Nachahmungen derselben zum Gebrauch für die Christen, z. B.Heldengedichte und Trauerspiele aus historischen Stoffen des alten Testaments,eine Einkleidung des Neuen Testaments in Platonische Dialogen, verfertigt baben,von denen jedoch Nichts mehr vorhanden ist. Erst 371 wurde seine oben angeführteMeinung bekannt und seit 37.7 auf mehren-Synoden, unter andern auf der allge-meinen Kirchenversammlung zu Konstantinopel 381, als ein ketzerischer Irrthumverdammt. Inzwischen bildete Apollmaris aus seinen Anhängern zu Antiochie»eine eigene Gemeinde und setzte ihr den VitaliS als Bischof vor z auch verbreitetensich die Apollinaristen oder Vttalianer— so nannte man nach ihm und jenem Vi-taliS seine 'Anhänger — schnell in Serien und den angrenzenden Ländern, errich-teten mehre Gemeinden mit eignen Bischöfen, selbst in Konstantinopcl eine, zerfie-len aber nach seinem zwischen 382 und 392 erfolgten Tode in 2 Parteien, dereneine, die Valentinianer, der Lehre des Apollmaris treu blieb, die andre der Pole-mianer in den noch grober» Irrthum verfiel, Gott und der Leib Christi sei EineSubstanz geworden, und daher das Fleisch göttlich anzubeten, weßhalb sie auchSarkolaträ, Anthropolaträ, und weil sie eine Vermischung beider Naturen inChristo annahmen, Srnusiasten genannt wurden. Kaiserliche Verbote schränktenihre von der katholischen sonst nicht abweichende Rcligionsübung 388 und 39 7 ein,und 428 wurde sie in den Städten völlig untersagt. Doch verlor diese niemalszahlreiche Sekte sich ohnehin um diese Zeit theils unter dieOrtbodoyen, theils spä-terhin unter die Monophvsiten. Die Lehre von der Transsubstantiation und dieAnbetung der conseerirten Hostie geht von derselben Ansicht aus, welche die katholi-sche Kirche den Polemianern zum Verbrechen machte. 31.

Apollo, Sohn des Zeus und der Larona, die von der eifersüchtigen Junoverfolgt, nach langem Umherirren und 9tägigcn Geburtswehen ihn nebst seinerZwillingsschwester, Artemis (Diana), auf der Insel DeloS (s. d.) gebar. Inder Mythologie erscheint A. als Gott der Dichtkunst, Musik und Weissagekunst,als Gott der Ärzte, der Hirten, des StädtebauenS. Kundig des Bogens, todtereer schon am fünften Tage nach seiner Geburt den Drachen Python, erlegte spätermit seiner Schwester Artemis die Kinder der Niobe :c. Sowol ini Titanen - alsim Gigantenkriege half er dem ZeuS. Er erlegte die Cyklopen, weil sie die Don-nerkeile geschmiedet, womit ZeuS seinen Sohn und Liebling, den Äskulap, er-schlagen. Überhaupt glaubte man von Jedem aus deni mannlicben Geschlechte,der durch schnellen und leichten Tod, ohne vorhergegangene Krankheit, der Weltentrückt ward, er sei von Apollo'S Pfeile» erlegt. Als Gott des Gesanges erscheint