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Erster Band. A bis Bl.
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Appiani AppiliS Claudius Crassinus

gewisse Speisen, z. B. Gewürze, Kuchen (die Gelüste der Schwängern), oderauch auf solche Dinge erstreckt, welche eigentlich gar nickt zu den Speisen gerechnetwerden, z> B. Kalkerde, Kreide, Thon, rohes Fleisch, Klut, Insekten undselbst Excremente. Man hat die Bemerkung gemarkt, daß in solchen Fehlern,welche z,annl.ieu,, (N»8!> oder hill-, genannt werden, sich bisweilen einnützlicher Instinkt regt, daß z. B. Kinder, welche an Magensäure leiden, Kreide,Kalk zu sich nehmen, sowie gallichte Menschen Appetit nach sauern Dingenhaben. Der nächste Grund dieser Appetitsfehler maß in einer Verstimmung desNervensystems gesucht werden, welche gewöhnlich von anderweiten Krankheitenabhängig ist. 34.

Appiani (Andrea), Maler, geb. zu Mailand den 23. Mai 1754, stammtaus einer alten adeligen, aber herabgekommenen Fam ilie. Don früher Jugend anzeigte er Neigung und Anlage zur Malerei. Leine Armuth zwang ihn, bei Deco-rationSmalei n verschiedener Theater zu arbeiten, wobei es ihm gelang, die anatomi-schen und Zeicknensckulen mit besuchen zu kennen. Dce Geschäfte seiner Brotherrenführten ihn von Stadt zu Stadt. Der längere Aufenthalt zu Parma, Bologna und Florenz gab ihm Gelegenheit, die Werke großen Meister zu studircn und sicheinen eignen Styl zu bilden. Er bestickte Rom 3 Mal, um immer tiefer in dasbeinahe gänzlich verlorene Geheimniß Rafael'seher FreScomalerei einzudringen.Bald übertraf er auch in diesem Kunstzweige alle lebende Maler in Italien und be-wies seine Kunst vorzüglich in der Kuppel der Kirche Santa Maria di S.Celso inMailand (s. den Kupferstich) und in den Wand- und Deckengemälden, welche er fürden Statthalter Erzherzog Ferdinand in dessen Landhause zu Monza 1795) verfer-tigte. Bonaparte ernannte ihn zum königl. Hofmaler, ertheilte ihm den Orden derEhrenlegion und den der eisernen Krone, und ernannte ihn zum Mitglied des In-stituts der Wissenschaften und Künste von Italien . A. malte in der Folge beinahedie ganze kaiserliche Familie, sowie mehre Generale, Minister :c. Seine schönstenWerke sind die Deckengemälde im königl. Palaste zu Mailand , Allegorien aus undaufBonaparte'S Leben, und sein Apollo mit den Musen in der Villa Bonaparte.Fast alle Paläste Mailands haben FreScoarbeiten von ihm. Der Fall Napoleons wirkte auf A.'S Verhältnisse sehr nacktheilig; er starb den 8. Nov. 1817 in be-schränkter Lage.

AppianuS aus Alexandria , Sachwalter und Bcsorger der kaiserl. Ein-künfte unter Trajan, Hadrian und AntoninuS Pius in Rom , schrieb eine römischeGeschickte von den ältesten Zeiten an bis aufAugustuS. in 24 Büchern, wovon wirnur noch die Hälfte haben: ein ungleiches Werk, je nachdem dem Eompilakor ft uieDuellen flössen. Die beste neuere AuSg. ist die von Sckweighäuser (Leipz. undStrasb. 1785, 3Bde.; deutsch von DilleuiuS, Franks. 1793, 1800, 2Bde.).

A p p i sck e L t r a ß e, die von Rom nach Eapua führende älteste und be-rühmteste Straße der Römer. Sie wurde von AppiuS Claudius Crassus Cocusangelegt, als er 313 v. Chr. Censor war, und in der Folge bis Brundisium geführt.Sie bestand aus sehr harten, stockigen, genau in einander gefügten Steinen, undman sieht noch gegenwärtig, besonders bei Terracina, bedeutende Reste derselben,welche ihre treffliche Bauart beweisen.

Appius Claudius CrassinuS, aus dem angesehenen patricischenGeschleckte der Clautier, war kaum 451 v. Chr. zum Consul ernannt worden, alver, obgleich hart und stolz wie seine Vorfahren, dennoch, um die Gunst des Volkszu gewinnen, zum Erstaunen des SenatS den Gesetzesvorschlag des Tribuns Teren-tillus oder TeremiuS unterstützte, welcher eine Veränderung in der RegierungSfornrbezweckte. An die Stelle der gewöhnlichen Magistratspersonen wurden Decemvirii(Zehnmänner) ernannt, die ein Gesetzbuch (das nachher genannte Gesetz der zwo lfTafeln, s. d.) für Rom entwerfen und ein Jahr lang die höchste Gewalt bekleiden