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Erster Band. A bis Bl.
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364 Applicatur Approchen

sollten. Er selbst wurde zum Decemvir erwählt, und als nach dem ersten Jahre die(Gewalt dieser Staatsbehörde noch um ein Jahr verlängert wurde, war er der Ein-zige, dem es durch seinen Einfluß auf die Volkshäupter gelang, wieder gewählt zuwerden. Sein Entschluß war, die Herrschaft nie wieder aus den Händen zu geben,und zur Erreichung dieses Plans vereinigte er sich mit seinen AmtSgenossen. Indemselben Jahre verheerten die Äguicr und Labiner einen Theil des römischen Ge-bierS. Die Decemvirn warben Truppen und zogen den Feinden entgegen. Nur A.und OppiuS blieben mit 2 Legionen in Rom , um die bereits unrechtmäßigerweisesehr ausgedehnte Macht der Decemvirn aufrecht zu erhalten, als ein unerwartetesEreigniß sie stürzte. A. faßte die heftigste Leidenschaft zu der Tochter des Virgi-nias, eines angesehenen Plebejers, der sich bei dem Heere befand. Da A., alsEhemann und Patricier, die dem ehemaligen DolkStribun Jcilius verlobte Vir-ginia nicht rechtmäßig besitzen konnte und den Weg der Verführung umsonst ver-sucht hatte, so gewann er einen seiner Clienten, Namens M. Claudius , daßdieser an der Spitze mehrer Gehülfen die Virginia aus der öffentlichen Schule,wo sie sich eben befand, unter dem Vorwande, daß sie die Tochter einer seiner Skla-vinnen sei, mit Gewalt wegführte. Das Volk zwang ihn, sie in Freiheit zu setzen;aber Claudius federte sie sogleich vor A.'S Richterstuhl, welcher entschied, daßdie angebliche Sklavin einstweilen ihrem Herrn folgen solle. Darauf enthüllte»NumitoriuS, ihr Oheim, und Jcilius, ihr Verlobter, die verbrecherischen Absichtendes A. Ein furchtbarer Aufruhr erfolgte, und der Decemvir war genöthigt,Virginia in den Handen ihrer Familie zu lassen, aber er erklärte, daß er am folgen-den Tage sein Urtheil sprechen werde. Virginias, von seinem Bruder und Jciliusherbeigerufen, erschien auf dem Forum, sowie seine Tochter, in'Trauerkleidern.Er führte die unzweideutigsten Beweise; aber A., im Vertrauen auf die Zahlseiner Bewaffneten, befahl dennoch dem Claudius, sich ihrer als seiner Sklavin zubemächtigen. Da bat Virginias den Decemvir um die Erlaubniß, nochmals dieWärterin in Virginia'S eigner Gegenwart befragen zu dürfen, um sich wenigstenszu seiner Beruhigung, wie er sagte, von dem bisherigen Irrthum zu überzeugen.A. willigte ein. Darauf umarmte der unglückliche Vater seine Tochter zärtlich,ergriff plötzlich das Meffer eines in der Nähe befindlichen Fleischers und durchbohrteihre Brust mit den Worten: „Geh frei und rein, Virginia, zu keiner Mutter unddeinen Vorfahren". A. befahl ihn zu ergreifen, aber Virginias entfloh inSLager. Die Senatoren ValeriuS und HorakiuS, welche das Decemvirat haßten,riefen das durch den Anblick des Leichnams empörte Volk zur Rache auf, und A.konnte den Aufruhr nur durch Zusammenberufung des Senats stillen. Inzwi-schen hatte Virginias das Geschehene dem Heere erzählt, welches, Rache fe-dernd, nach Rom zurückkehrte. Die Decemvirn sahen ein, daß sie ihre Macht nichtlänger behaupten konnten, und legten sie nieder. Der Senat beschloß unverzüglichdie Wiederherstellung des Tribunals und ConsulatS (305 d. Stadt, 419 v. Chr.).A. starb im Gefängniß, wie LiviuS sagt, von seiner eignen Hand; nach DionvSvon Halikarnafi ließen ihn die Tribunen erdrosseln. Auch OppiuS, der als sein Mil-schultiger angeklagt war, entleibte sich; ihre übrigen AmkSgenossen entgingen derAnklage durch freiwillige Verbannung. Der niederträchtige Claudius ward, da ernur als Werkzeug des Tvrannen gedient hatte, nach dem damals öden Tibur ver-wiesen. Den Tod der Virginia hat Alsieri als Trauerspiel behandelt.

Applicatur, s. Fingersetzung.

A >> po ^ pJu > e> bezeichnet in der Musik und namentlich im Gesänge dengetragenen, nicht abgesetzten Vertrag, daß also die Tone ohne wahrnehmbareLücken in einander übergehen uud verschmelzen. Dazu bedient man sich auch derVorschläge (lu>>«'^Lziuiuru).

Approchen, s. Laufgräben.