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Aqua Tofana
breiten Massen behandelt sind, glücklich nachahmt. Es gibt davon mehre Arten.Bei der ersten wird die Platte, nachdem vorher die Umrisse aus derselben radirt undeingeätzt sind, mir feinem gepulverte» Mastix (Kolophonium) ubersiebk, dann überKoh len gewärmt, damit der Mastix aus der Platte anschmelze. Auf diese Art ent-stehe n zwischen jedem Mastixkörnchen unnierkliche Zwischenräume, auf welche her-nach das Scheidewasser wirken muß. Bei der Arbeit selbst wird sodann wie beiderschwarzen Kunst verfahren, nur daß man bei dieser den Schaber, bei jener den Pin-sel braucht, und mit einem schwarzgefärbten Dickfirniß, den das Scheidewasser nichtangreist, alle Lichtpartien deckt. Das höchste Licht wird zuerst gedeckt, und dann diePlatte geätzt, so lange es für den schwächsten Ton der Schattenpalmen nöthig ist.Alsdann wird durch alle im Originale befindliche Abstufungen so lange fortgefah-ren, bis am Ende nichts auf der ganzen Platte übrig bleibt als die stärksten Schat-ten, welche man zuletzt ätzt. Diese Manier ist die beste für historische und architek-tonische Gegenstände, sowie hingegen bei Landschaften, wo der Baumseblag mehrFreiheit des Pmjehz n'ssdert, diezweitegcbraucht wird. Bei dieser wird diePlatte,wie beim Radiren, nüt einem guten Atzgrund überzogen; dann arbeitet man mit-telst des Pinsels mit Spik- oder Terpentinöl, dem,etwas Lampenruß zugesetzt wird,auf die gegründete Platte wie aufPapier. Das Öl erweicht den Atzgrund, welchersich nur einer seinen Leinwand abwischen läßt, worauf alle mit dem Pinsel gemachteStriche im Kupfer zum Vorschein kommen. Hierauf wird die Platte, wie bei derersten Art, mit einem feinen Mastix übersiebt, angeschmolzen und dann geätzt. DiesVerfahren kann, je nachdem im Original mehr oder wenigerDinten sind, mehrmalswiederholt werde». Durch eine glückliche Vereinigung beider Arten läßt sich dieHarmonie in dieser Manier bis zu einem hohen Grade der Ausführung erreichen ;vorzüglich bei der Luft, wo oft große Flächen von einer Dinte vorkommen, ist dieerste neben der zweite» von der besten Wirkung. — ÖG Frankreich und in derSckweiz bedient man sich auch der Roulette hierzu, eines stählernen, auf seinerOberfläche rauhen Rädchens oder WälzchenS, mit mehren Erhöhungen, welches,wenn es auf der Platte hin - und hergerollt wird, die Vertiefungen darin hervor-bringt. Man bar sie von allen Graden der Größe und Feinheit oder Stärke in Hin-sicht der Erhöhungen, um bald tiefer, bald flächer in die Platte zu drücken.Von Zeit zu Zeit nimmt man mit einem Schaber das herauSgegrabene Korn hin-weg. — Die englischen Aguatintablatter pflegen ausfolgende Art gearbeitet zuwerden. Die Platte wild, wie bei der schwarzen Kunst, über und über rauh ge-macht; die höchsten Lichter werden mit dem Schaber und Grabstabl herausgeho-ben, und die Platte mit Schcidewasser geätzt, welches mit einem GlaSpinsel auf-getragen wird. — Offenbar schickt sich die geätzte Manier besser zu den tiefstenSchatten und den großen Massen, die Roulette hingegen besser zu den Halb- undkleinen schatten und den vorkommenden Schraffirungen. Die Aguatintamanierist erst seit kurzer Zeit in England und Deutschland aufgekommen : die Engländeraber besonders verzieren, seit Gilpin den Ton dazu angab, ihre hieratischen Werkemit Kupferstichen in dieser Manier. (S. Kupserstecherkunst.)
Agua Tofana, ein Gifttrank, der zu Ende des 17. und zu Anfange des18. Jahrh, in Neapel außerordeml. Aufsehen gemacht hat, dessen Geschichte abernoch dunkel ist. Eine L7icilia»erin, Tofana soll die Erfinderin dieses Trankes gewe-sen sein. Lobar'S Nachrichten zufolge ward dieseMedea, nachdem sie mehre hundertManschen gemordet, obgleich sie bei Entdeckung ihrerGräuelthaten sich in einKlostergeflüchtet, dennoch erdrosselt. Dagegen versichertKevßler, daßsienoch 1730 imKer-ker gelebt habe. Der Trank selbst wird als klares geschmackloses Wasser beschrieben,wovon 5 — 6 Tropfen hinreichend gewesen den Tod zugeben, der langsam, ohneSchmenen, Entzündungen, Zucken oder Fieber erfolgte. Allmälige Abnahme derKräfte, Überdruß des Lebens, Mangel an Eßlust und beständiger Durst waren die