Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
372
JPEG-Download
 

372

Arabier

Arabische Literatur und Sprache

die Römer cin diese Grenzn. Die getheilten Araber mochten den römischen Heerennicht überall mit Erfolg widerstehen, und obgleich ihr Land nie völlig zur Provinzgemacht wurde, so blieben doch wenigstens die nördlichen Dürsten in einer gewichenAbhängigkeit von den Kaisern und wurden als ihre Statthalter angesehen. Freiererhielten sich die alten Homeyriten in Pcmen, gegen die ein Zug zur Zeit des Au-gustus mch-lang. Ihre Hauptstadt L:aba wurde durch eine Überschwemmung ver-nichtet. Mir der Schwache der römischen Monarchie vermehrte sich das Strebennach gänzlicher Unabhängigkeit, welche eine Vereinigung aller arabischen Stämmeleicht erlangt haben würde; aber zerstreut und zerspalten , wie sie waren, brachtensie in diesen Kämpfen viele Jahrhunderte zu, während welcher das mittlere Hoch-land (Netschd) der «chaupktz jener ritterlichen, von arabischen Dichtern vielfachbesungenen Fehden war, bis ein begeisterter Mann ihnen durch Mittheilung seinesFeuereifers Einheit und durch die Einheit Stärke gab. Das Christenthum fandfrüh viele Anhänger; es gab selbst mehre Bischöfe, die den Metropoliten zu BoSro(in Palästina an der arabischen Gnmxe) anerkannten. Doch konnte der uralteSternentienst nicht ganz vertrieben werden. Jene Widersetzlichkeit der Araber ge-gen den römischen Despotismus zog eine Menge der im orthodoxen Ostreiche ver-folgten Ketzer zu ihnen, besonders die Monophysiten und die »n ganzen Orienteverbreiteten Nestorianer, und die Glaubensschwärmerei dieser Vertriebenen gabjenen Widerstrebungen neues Feuer. Auch die Juden waren seit der ZerstörungJerusalems in Arabien sehr zahlreich und machten sogar, vorzüglich in Pemen,Proselyten. Der letzte König der Homeyriten (Hamjariten) war jüdischen Glau-bens, und seine Verfolgungen der Christele zogen ihm (562) den Krieg mit demKönige von Äthiopien zu, der ihm Thron und Leben kostete. In der Gleichgültig-keit, die so große Verschiedenheit der Sekten bei Vielen erregte, liegt die Haupt-ursache von dem schnellen Gelingen des Unternehmens Mohammed'S , einen neuenGlauben aufzustellen. Mit ihm, der die Araber zu weltbistorischer Wichtigkeiterhob, beginnt ein »euer Abschnitt in der Geschichte dieses Volks. (S. Maurenund Khalif , Khalifac.)

Arabier, eine aus christlichen Lehrern in Arabien in der ersten Hälfte des3. Jahrh, entstandene Sekte, welche die Meinung aufbrachte, daß die menschlicheSeele nur dem Körper zugleich sterbe, verwese und wieder auferstehe. OrigeueSwiderlegte und bekehrte sie 216. Ihr Irrthum rührte von der damals herrschendenGewohnheit her, sich die L^eele als eine körperliche Substanz zu denken. 31.

Arabische Literatur und « p r a ch e. Über die erste Cultur undLiteratur dieses Landes babe» wir nur einzelne Angaben. Daß in Arabien frühzei-tig Poesie erblüht habe, läßt sich schon aus den Naturanlagen seiner Bewohnerschließen, die man als inuthig, tapfer, zu Abenteuern geneigt, stolz und für denRuhm empfänglich kennt. Die in den fruchtreichen, paradiesischen Gegenden desglücklichen Arabiens umer ihre» Scheiks umherziehenden .Nomaden hatten Alles,was die Naturpoesie begünstigt, lebhafte Empfindung und warme Phantasie. WärecS außer allem Zweifel, daß das Gedicht „HioiV wirklich arabischen Ursprungs sei, sobewiese dies nicht bloß, daß auch das peträische Arabien seine Dichter gehabt habe,sondern wir könnten auch den Charakter dieser Poesie daraus kennen lernen. Wirfinden darin erhabene Bilder, kuyne Metaphern, Gleichnisse und Narurschilde-rungen, untermischt mit räthselhaften Sprüchen, für deren Vorliebe bei den Ara-bern auch die Königin von Saba zeugt. Das Alterthum der Philosophie bei denArabern ließe sich ebenfalls aus Hiob erweisen , welches Gedicht zugleich auf natur-wissenschaftliche und astronomische Kenntnisse schließen läßt, die jedoch nur durstigsind. Wenn übrigens die Araber selbst sagen, bis zur Ankunft Mohammed'S (622nach Chr.) habe ihre Zeit der Unwissenheit gedauert, so ist dies nur von dem Man-gel an eigentlicher Gelehrsamkeit zu verstehen, denn ohne Geist war diese Nation