Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Arabische Literatur und Sprache

auch vordre nicht. Besonders zeichnete sie sich schon von Mohammed durch ihrePoesie aus eine glänzende Weise aus. Aus der Messe ;u Mekka , und im Jahrh,nach Chr. zu Okadh, wurden poetische Wcttkämpfe gehalten, und d'e Gedichte,denen der Preis zuerkannt war, mit goldenen Buchstaben auf Bnssus geschrieben(Modababäth, vergoldete), und in dcrKaaba zu Mekka aufgehängt Moallakäth,aufgehängte). Die Sammlung der Moallakath enthält 7 (Gedichte von 7 Dich-tern: Amralkeis, Tbarasah, Zoheir, Lebid, Anthara, Amru bcn Kalthun,ind Harekh. Tiefe Empfindung, hoher Schwung der Einbildungskraft. Reich-thum an Bildern und Sprüchen, Narionalsiolz und Freiheiksgeist, Mut in Racheund Liebe zeichnen sie aus. (Die hellstrahlenden Plejadcn am arabischen poetischenHimmel", ubers., erläutert und mit einer Einlcit. von A. Ch. Hartmann, Mün-ster 1802.) Mit Mohammed eröffnete sich die glänzendste Zeit der Araber, undbald darauf auch ihrer Literatur. Als von Gott gesandten Propheten kündigte ersich seinen Landsleuten an und legte Glaubens- und Lebenslehren in dem poetischenKoran nieder. Don Abubekr, dem ersten Khalifen nach Mobammed's Tode, wurdediese aus einem dogmatischen und einem praktischen Theile bestehende Bibel der Ara-ber gesammelt und von Othman, dem dritten Khalifen , berichtigt und bekanntge-macht. (S.Ko ra n.) Hierdurch wurde die Schriftsprache, die erste lilerarische Rich-tung und der neue Nationalcharakter der Araber bestimmt. In ihrer glücklichenLage zwischen 2 Weltiheilen schienen die Araber zwar sehr geeignet für den Han-tel, weniger aber für Eroberung, zumal da im wüsten und steinigen Theile nurumherziehende Horden Wechselsweise von Räuberei und Viehzucht lebten. DemMohammed aber war es gelungen, sich ganz Arabien zu unterwerfen, ihm einereligiös-militairische Verfassung zu geben und den Geist der Tapferkeit, der längstden Arabern einwohnte, durch einen schwärmerischen Eifer für Religion noch mehrzu befeuern. Als er ohne männliche Nachkommen gestorben war (832), wähl-ten seine Anhänger einen Khalifen , d. h. Nachfolger, unrer welchem der Geist derEroberung sich der Araber zu bemächtigen anfing. Wie ein reifender Strom ver-breiteten sie sich schnell, und schon 80 Jahre nach Mohammed'sTode erstreckte sichdas Reich der Araber von Agyprcn bis Indien, von Lissabon bis Samarkand .Während dieses Zeitraums beseelte sie nur kriegerische Schwärmerei, unter derenHerrschaft die zarten Blüthen des Geistes niemals gedeihen. Die Zeit und der Um-gang mit gebildeten Narioncn verdrängten allmälig diesen rohen Sinn: mit der Re-gierung der Khalifen aus der Familie der Abbassi den begann (750) auch Beför-derung der Wissenschaften und Künste. Am glänzenden Hofe Al Mansur'S zuBagdad fanden sie zuerst Unterstützung; Harun Al Raschid aber war es (786808), der seinen Landsleuten dauernde Liebe zu ihnen einflößte. Er rief Gelehrtea >S allen Ländern in seni Reich, die er fürstlich belohnte, ließ die Werke der vorzüg-lichsten griech. Schriftsteller inS Arabische übersetzen und diese Übersetzungen durchviele'Abschriften verbreiten. Al Manmn,der kurz nach ihm regierte, bot dem griech.Kaiser 100 Ctnr. Gold und einen beständigen Frieden an, wenn er ihm den Philo-sophen Leo nur auf einige Zeit zu seinem Unterricht überlassen wollte. Unter seinerRegierung wurden treffliche Schulen zu Bagdad, Bassora , Bochara, Knfa (s. Mo-tcnebbi), und große Bibliotheken zu Alexandria, Bagdad und Kahira angelegt.DerKhalifMorasem (starb 8t1) wirkte in gleichem Sinne und Geist, und mit derDynastie der Abbassiden in Bagdad wetteiferte die Dynastie der -Ommajaden inSpanien. Was Bagdad für 'Asten, war die hohe Schule zu Corduba für Europa ,wo überhaupt im 10. Jahrh, die'Araber die Stutze der Literatur wurden. Zu einerZeit, wo gelehrte Kenntnisse fast nirgends eine bleibende Etäne und Ermunterungfanden, waren es die Araber, die sich mir Aussammlung derselben beschäftigten,und sie in 3 Weltrheilen verbreiteten. Bald nach 900 reiste man aus Frankreich und andern europäischen Lautem zu den Arabern nach Spainen, um unter ihnen