Band 
Erster Band. A bis Bl.
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814 Arabische Literatur und Sprache

hauptsächlich Mathematik und Medicin zu studircn. Außer Corduba hatten dieAraber in Spanien 14 Akademien errichtet, ohne die Hähern und die Elementar-schulen. Sie hatten daselbst 5 öffentliche Bibliotheken, und Casiri nennt 11 Ara-ber in Lpanien, die gelehrte Reisen unternommen haben. L7o schnelle Fortschrittehatte diese, vor kaum anderthalb Jahrhunderten auf den Koran , auf Poesie undBeredtsamkeit eingeschränkte Nation gemacht, seitdem sie mit der Wissenschaft derGriechen sich befreundet hatte. In der Geographie, Geschichte, Philosophie, Me-dicin, Phvsik, Mathematik, namentlich in der Arithmetik, Geometrie und Astrono-mie hat ihr Fleiß sehr glücklich und nützlich gewirkt, und noch zeugt manches arabi-sche Kunstwort, z. B. Almanach, Algebra, Alkohol, Azimuth , Zenith, Nadiru.a. m., ja selbst die Zahlzeichen, deren wir uns bedienen, und die man für ihreErfindung hält, von ihrem Einfluß auf die literarische Bildung Europas . ImMictelalter verdankt die Erdkunde den Arabern das Meiste. Vorzüglich erweitertensie in Afrika und Asien die Grenzen der von ihnen bekannten Welt. In der nörd-lichen Hälfte von Afrika drangen sie bis an den Niger vor, und kamen westlich bisan den Senegal , östlich bis zum Cap CorrienteS. Schon im Anfang ihrer Erobe-rungen mußten, aus Befehl der Khalifen, die auSgesankten Feldherren die bezwun-genen Länder geographisch verzeichnen. Asiens Länder, Völkerschaften und Eigen-thümlichkeiten waren ihnen größtentheils bekannt; sie erweiterte» die Kenntniß vonihrem Vaterlande Arabien, von Syrien und Pcrsien, und verschafften wenigstenseinige Aufklärung über die große Tatarei, das südliche Rußland, China und Hin-dostan. Als geographische -Schriftsteller zeichneten sich auS: Al Marun, AbuIschak, Sherif Edrisi, Nassir Eddin, Ebn Haukal (schrieb zwischen 15 und 21n. Chr.), Abulfeda , tllugh Begh Abdollatif, und Vieles, was die berühmte-sten unter ihnen, Abulfeda und Edrisi , berichten, ist noch jetzt brauchbar und inhistorisch-geographischer Hinsicht wichtig. Zahlreich waren seit dem 8. Jahrh,auch die Geschichtschreiber der Araber, die jedoch »och lange nicht hinlänglich geprüftund benutzt worden sind. Vielleicht findet Wilken bald mehre Nachfolger. Der äl-teste uns bekannte Geschichtschreiber ist Hesham Ibn Muhamed Ibn SchoaibAlkhekebi von 818. Außerdem verdienen Bemerkung: Abu Abdullah MohammedIbn Achmct, Abulpharadsch, Georg Almakin, Abulfeda, Verfasser einer allge-meinen Weltgeschichte bis auf 1315, Makrizi, Arabschah u. A. In den späternhistorischen Werken herrscht mehr Kälte, Ruhe und Einfachheit. Die Philo-sophie der Araber war griechischen Ursprungs und ging hauptsächlich von Aristo-teles aus, der durch sie auch in Ldpanien und von da im ganzen westlichen Europa bekannt wurde; denn aus dem Arabischen übersetzte man ikn ins Lateinische. Mankann deßhalb den Ursprung der scholastische» Philosophie von den Arabern ableiten.AufDialektik und Metaphysik wendeten sie vorzügliche Aufmerksamkeit. Von ih-ren philosophischen Schriftstellern sind zu bemerken: Alfarabi , der über die Prin-cipien schrieb (954); Avicenna (st. 103b), der außer andern philosophischen Schrif-ten, einer Logik, Physik und Metaphysik, einen Commentar zu des Aristoteles Werken verfaßte; Ibn Bajah zeichnet sich als Selbstdenker aus; Algazel schriebeine Niederreißung aller philosophischen Systeme, wogegen Happalarh Hahappa-lah eine Vertheidigung herausgab. Hochgeschätzt war von Averroes besonders derCommentar über Aristoteles ; Beachtung verdient aber auch seine Paraphrase derRepublik Platon'S , welcher sonst den Arabern wenig bekannt gewesen zu sein scheint.Viele berühmte Philosophen waren zugleich Arzte, denn von der Philosophie trennteman die physikalischen Wissenschaften nicht, zu denen auch die Medicin gehörte.Unleugbar haben die Araber in diesen Wissenschaften, nächst der Erdkunde, dasBedeutendste geleistet. Zu Dschondifabur, Bagdad , Ifpahan, Firuzabad, Bok-khara, Kufa, Bassora, Alepandria und Corduba wurden vom 8. bis zum 11.Jahrh, medicinische Lehranstalten errichtet, und bei dem eifrigen Etudium, das