Band 
Erster Band. A bis Bl.
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375
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Arabische Literatur und Sprache 375

man diesem Zweige der Wissenschaften widmete, konnte es nicht fehlen, das mannicht, obscbon man nn Wesentlichen sich auch hier an die (Kriechen hielt, bedeutendeFortschritte hätte machen sollen. Die Anatomie gewann durch sie Nicht?, weil d 'rKoran Zergliederungen untersagte, desto mebr die Therapie; den» sie besaßen viel--umfassende Kenntnisse in der Arzneimittellehre, studirren eifrig die Botanik undkönnen als Erfinder der Chemie betrachtet werden, wenigstens haben sie viele Ein-,deckungen darin gemacht, und Dscheber wird für den Erfinder einer Universalmedi-cin gehalten. Auch in der Nosologie blieben fie nicht zurück und lehrten manebeKrankheit zweckmäßig behandeln. Zu ihren berühmten medicinischen Schriftstellerngehören: Äharum, der zunächst die Pocken beschrieb, Jak,ah Ibn L7erapion. Ja-kob Ibn Ishak Alkendi, JohannesMeSve, Rhazes, Almansor, ?lli Ibn Abbas ,Avicenna , der Herausgeber des Kanons der Medicin, der lange Zeit als das ein-zige Hauptbuch galt, Ichak ben Soleiman, Abulkasis, Aben Zokar, Averroes, .der Verfasser eines dialektischen Systems der ganzen Medicin. Man kann nichtin Abrede sem, daß den Arabern das Verdienst gebührt, auch die wissenschaftlicheMedicin im Mittelafter erhalten und das Studium derselben in Europa wiederbelebt zu haben. Wen» die Physik bei den Arabern weniger gewann, so lugt dieUrsache in der Art der Behandlung. Um die Aristotelischen Principien mir der Ver-hängiiißlehre des Koran leichter vereinigen zu können, bearbeitete man die Physikmetaphysisch. — Desto mehr leisteten sie in der Mathematik, welche von ihnenbereichert, vereinfacht und weiter verbreitet wurde. In der Arithmetik führtenfie den Gebrauch derZiffern und das Hinaufsteigen in zehnfacher Proportion ein, inder Trigonometrie die Sinus statt der Chorden; sie vereinfachten die trigonometri-schen Operationen der Griechen und erweiterten die gemeinnützigere Anwendungder Algebra. Mohammed ben Musa und Thebit ben Korrah erwarben sich darumbesondere Verdienste; Alkazen schrieb über die Optik; Nassirettin übersetzte dieElemente des EuklideS ; Dscheber ben Afla lieferte einen Commentar über des Pro-lemäuS Trigonometrie. Vorzüglich wurde die Astronomie cultwirt, für welche zuBagdad und Corduba berühmte Schulen unk Sternwarten errichtet waren. >L7chon812 hatten Alhazen und SergiuS des ProlemäuS „Almagest ", dieieS erste vollstän-dige Lehrgebäude der Astronomie, ins Arabische übersetzt, woraus Alfargani.833,und später Averroes Auszüge lieferten; Albaten beobachtete im 10. Jahrh, die Be-wegung der Sonnenerdferne; Mohammed ben Dscheber Albareni beobachtete dieSchiefe der Ekliptik und vervollkommnete die Theorie der Sonne; Almansor lieferteastronomische Tafeln, worin Beobachtungen über die Schiefe der Ekliptik vorkom-men ; Alpetragius schrieb eine Theorie der Planeten. Die Geographie wurde mirMathematik und Astronomie in Verbindung gebracht und systematisch bearbeitet,besonders von Abulfeda . Eigenthümlich sind den Arabern die Einrheilung der Erdein 7 Klimate, viele geographische Maße u. kgl. — Bei allen diesen Fortschrit-ten in den strengern Wissenschaften wurde der Geist der Araber nicht unempfäng-lich für die Poesie. Abu Temani sammelte 830 die größere Hamasah, eine Antho-logie in 10 Buch., und Bochreri 880 die kleinere Hamasah, als Nachtrag zurgroßer». Hierher gehören auch die 1 Preisgedichte Moallekut. Indeß wurde weiter-hin die höhere orientalische Eigenthümlichkeit der arabischen Poesie immer seltener,der Ton mystisch-hyperbolischer, die Sprache minder rein. Auszeichnung verdie-nen: Motenebbi durch seine sanften Elegie» in einer classischen Sprache (s ..Pro-ben der arab. Dichtkunst von Reiste", Lpz. 1705, und „Motenebbi zum erstenMale ganz übeiss. von Ios. v. Hammer", Wien 1823); Abu Ismael Tograi, Vezier zu Bagdad , durch seine Elegien und Lieder (s. „N. deutscher Merkur", 1800,St.1, S.8); IrhielHanri durch seineGeschichte eines fahrenden Ritters, „Ma-kamar" betitelt, in 50 Abschnitten (s. Rosenmüller, „Über einen arab. Roman desHarnn", Lpz. 1801, ubers. 1820 von Rücke«); Abu Dschaasar Ihn Torhass