876
Arabisches Meer Arachnologle
durch s. interessanten philosophischen Roman, „DerNatunnensch" (übers. von Eich.Horn, Derl. 1783). Admai'S großer Heldenroman: „LlntarS Leben" (s. Antar),in 35, Thln., wird noch bis auf den heutigen Tag in den Caffeehäusern zu Aleppo stückweise vorgelesen. Die dramatische ausgenommen, findet man keine Gattung !derPoesie, in welcher die Araber sich nicht versucht hätten; die Romanze, ein Er- lzeugnih des abenteuerlichen RittergeisteS der Nation, war ihre Ersindung. Kein !Zweifel, daß sie dadurch auch auf die neueuropäische Poesie mächtig eingewirkthaben; denn von Dem, was die Poesie des Mittelalters zur romantischen Poesiemachte, gehört den Arabern kein geringer Theil. Der abenteuerliche Rittergeist, die 'Märchen mit ihren Feen und Zauberern, und vielleicht auch der Reim , sind vonden Arabern in unsere abendländische Poesie übergegangen. So hat diese Nationin der Periode des Mittelalters auf vielfache Weise wohlthätig für Bildung undLiteratur Europas gewirkt und viele bleibende Spuren ihrer vorübergegangenenHerrschaft hinterlassen. Wie wichtig dadurch auch ihre Sprache für den gelehrtenForscher geworden sei, springt von selbst in die Augen. Wer einen tiefern Blickin die Geschichte dcrWissenschaften und Menschheit thun will, kann dieserSprachenicht entbehren. Sie gehört zu den sogenannten semitischen Mundarten, unterdenen sie sich durch Alterthum, Reichthum und Geschmeidigkeit auszeichnet. Durchden Koran ward sie als Büchersprache festgestellt, und kurz nach Mohammed , weitmehr aber seit dem 10. Jahrh., gab es unter den Arabern Schriftsteller, welchedie Grundsätze der Sprache bestimmten, ihre Schönheiten untersuchten und ihrenReichthum in Wörterbücher zusammentrugen. Durch den Übergang der Arabernach -Licilien und Lpanien ward die arabische Sprache in Europa bekannt. Un-geachtet sie aber manche spuren ihres Andenkens in den Sprachen jener Länderhinterlassen hat, so ging doch ihre Kenntniß nach Vertreibung der Mauren denEuropäern meist verloren. Posiel weckte das gelehrte Studium derselben wieder inFrankreich, Spei) in Deutschland . Im 17. Jahrh. blühte dasselbe in den Nieder-landen und wurde seitdem in Deutschland, Holland und England mit großem Ei-fer getrieben. Von Erpen, Michaelis, Richardfon, Iahn, Rvsenmüller, de Sacyhaben wir schätzcnswerthe Sprachlehren; von Erpen, GoliuS , Giggeji, Castell,Mcninski, Wilmet, Scheid gute Wörterbücher; von Reir-ke, Hirt, Rosenmül-lcr, Iahn, de üpacv, >Lavary u. A. Chrestomathien erhalten. Kirsten, Schal-tens, Iones, Eichhorn, Tychscn, Schnurrer, Hasse, Kofegarten, Hezel, Wahl,Paulus, Rosenmuller, Vater, Augusti ». A. Habensich durch größere Verbrei-tung, Forschung und Auslegung bedeutende Verdienste erworben; Grüner undSprengel haben gezeigt, wie wichtig ihre Kenntniß den Ärzten sei. Endlich verdie-nen die Überreste der arabischen Baukunst in Spanien und Afrika die Aufmerksam-keit des Reisende». Den Styl derselben stutirte der franz. Architekt P. Coste1818 fg. vorzüglich in Kahira und in Alexandrien . Daraus entstand sein Werk:„ckrolnteMuiu rube. ou immuinem« clu L.iire, ckcrsiiies et luesuiÜ!," (mit74 Kpfrn., Fol., Paris 1823 .
Arabisches Meer, cin Theil dcS östlichen Oceans an den SüdküstenArabiens. — Arabischer Meerbusen, s. Rothes Meer.
Arachne, Tochter des Purpurfärbers Idnion zu Kolophon in Ionien ,hatte von Pallas die Kunst des Webcns gelernt und unterfing sich, ihrer Lehrerinselbst einen Wettstreit anzubieten. Umsonst warnte die Göttin sie vorher in Gestalteiner alten Frau. Der Wettstreit begann, und A. fertigte cin kunstreiches Gewebe,das die LiebeSgeschichten der Olympier darstellte. Pallas, darüber erzürnt, zerrißdas Gewebe und schlug ihr das Schiff um den Kopf, A. aber erhing sieb m Ver-zweiflung. Die Göttin gab ihr zwar das Leben, verwandelte sie aber in eine Spinne.
Arachnologie oder Araneologle, die Kunü, aus ddu Bewegun-gen und Arbeiten der Spinnen auf die Veränderung der Witterung zu schließen.