Arbeitshäuser Arbeitslohn 883
welche den arbeitenden Classen ihreProducte wegnehmen, ohne ihnen dafür Etwaswiederzugeben, so muß die Triebfeder zu Anstrengungen bei der Arbeit natürlicher-weise sebr geschwächt werden. Arbeiten sind unnütz, wenn sie oder ihr Productkein menschliches Bedürfniß befriedigen können, oder dazu nicht nothwendig sind;nützlich ist jede Arbeit, die zurBefriedigung eines menschlichen Bedürfnisses dient.Man nennt die Arbeit productiv, inwiefern sie unmittelbar materielle Güterhervorbringt oderihren Werth erhöht, unproductiv, inwiefern sie dieses nichtthut. Letztere aber kann doch mittelbar productiv seyn, inwiefern ihr Product zurVervollkommnung der Arbeit oder zur Entdeckung, Erhaltung oder Vermehrungnützlicher materieller Güter Etwas beiträgt; Arbeiter, deren Arbeit überflüssig oder„nnutz ist, sind sterile oder unfruchtbare Arbeiter. (S. Maßstab desWerths.) 5t.
Arbeitshäuser sind von Regierungen und Vereinen errichtete Anstalten,in welchen arbeitslose Menschen gegen einen mäßigen Lohn Beschäftigung finden,indem die Gründer das nöthige Material anschaffen und die Fabncaie dann verhan-deln. Sie sind entweder Armen- <Beschäftigungsanstaltcn) oder Strafarbeitsbäu-ser; jene sind bloß zur Beschäftigung der Arbeitslosen bestimmt, und die Arbeiter sindentweder freiwillig darin oder werden durch die Polizei dahin gebracht; diese sind fürVerbrecher bestimmt und sollen zu ihrer Züchtigung und Besserung dienen. Beidesind unstreitig dem-Ltaate sehr Vortheilhaft, da erstere zur Verhütung des Bettelns,letztere dazu dienen, die Züchtlinge an Arbeitsamkeit zu gewöhnen und dem Staateihre Ernährung zu erleichtern. Die Art der Beschäftigung wird von örtlichen Um-ständen bestimmt, vor Allem aber darauf geachtet werden niüssen, daß sie einfach undleicht zu erlernen sei. Die Menschlichkeit fodert Berücksichtigung der Gesundheitder Arbeitenden , besonders der Kinder, damit dem Staate nicht um eines augen-blicklichen kleinen Vortheils willen Krüppel zuwachsen. Was die StrafarbeitShäu-ser betrifft, so treten dieselben Rücksichten ein, nur mit dem Unterschiede, daßallen-falls die Bildung mehrer Handwerker darin zu empfehlen sein möchte, damit derZüchtling, wenn er seine Strafjahre überlebt, ein Mittel habe, sich redlich zu näh-ren. Einige Regierungen, wie z. B. die bairische und preußische, geben hiernach-ahmuiigswürdige Beispiele; ja sie lassen sogar vorn Ertrag der Arbeiten des Sträf-lings Einiges zurücklegen, damit er beim Austritt aus dem Hause einen Sparpfen-nig mitnehmen könne. (Vgl. die Schriften von Lotz und Weweld.)
Arbeitslohn, Das, was ein Arbeiter für seine Arbeit erhält. Arbeitkostet dem Menschen seine Kräfte, und diese kann er nicht anders ersetzen als durchNahrungsmittel, auch gehen dabei seine Kleider und die Instrumente, welche er dazunöthig hat, zu Grunde. Soll daher der Mensch die Arbeit fortgesetzt verrichten,so muß er während der Zeit, da er arbeitet, Nahrungsmittel und andre Güterhaben, womit er die Bedürfnisse, welche er als Mensch hat, befriedigen und im-mer wieder neue Kräfte zur Arbeit gewinnen kann. Bringt er nun durch seine Ar-beit Das, was er hierzu nöthig hat, unmittelbar selbst hervor, und bedarf er hierzuNichts von Andern, so ist dieses Product selbst das Mittel, um seine Arbeit immerfortzusetzen. Immer seht jedoch dieses voraus, daß er schon im Besitz eines Vor-ratheS von Betürfnißmitteln ist, wovon er sich während der Zeit, daß seine Arbeitneue hervorbringt, erhält und zu neuer Arbeit Stärke und Kräfte sammelt. DerLohn seiner Arbeit besteht sodann in dem Products seiner Arbeit. Unterdessen fin-deteSsich: l) daß nicht jedcrArbeitei solche Producte hervorbringt, dieihmzuNah-rungS- und Unrcrhaltungsmitteln dienen, und 2) daß die meisten Arbeiten nichtanders geschehen können, als daß dazu gewisse Bedingungen, als Grund und Bo-den, Materialien, Vorschüsse u. s. w., geliefert werden. Sodann aber ist das Pro-duct solcher Arbeiten zusammengesetzt, indem mehre Ursachen daran Theil nehmen.Das Product ist in solchen Fällen mcht ganz das Product der Arbeit, folglich kann