388 Arbitrage Archangel
Arbitrage, Arbitragerechnung, heißt eine Verglcichung zweier odermehrn- Wechsel-, oder Geldcurse, um zu erfahren, welcher der vortheilhrfteste sei.zS. Eurs und Wechsel.)
Are (Jeanned'), s. Iranne d'Arc.
?l r c a d e, Bogenstellung, nennt der Daukünsiler eine Reihe von Bo-gen , einer immer zwischen 2 Pfeilern gespannt. Die Pfeiler können auch mitSäulen oder Pilastern verziert sein. Läulen allein hingegen, statt der Pfeiler,würden eine Bogenstellung gegen den guten Geschmack bilden.
A rcan u m, das Geheimniß: insbesondere ein geheimes Mittel oder eineArznei, deren Bestandtbeile und Zubereitung geheim gehalten werden. SolcheArzneien sind der vielen Mißbrauche wegen einGegenstand der meticinischcn Polizei.
Arcesilaus Arkesilas , Stifter der zweiten oder mittlern Akademie, geb.zu Pitane in Äolien im 1.1. der 116. Olymp. (316 v. Chr.h ward sorgfältig er-zogen und nach Arhen gesandt, um sich der Rhetorik zu widmen. Aber die Philoso-phie hatte mehr Reiz für ihn. Er genoß den Unterricht des Peripatetikers Theophrast ,dann des Polemo, und stand nach des KratcS Tode an der Spitze der akademischenSchule, nahm aber bedeutende Veränderungen mit den Lehrsätze» derselben vor.Plaro u. s. Nachfolger hatten zwei Arten der Gegenstände unterschieden: körper-liche, die auf die Sinne wirken, und solche, die bloß vom Geiste aufgefaßt werden.Die Erkenntniß der erster» mache, sagten sie, die Meinung, die der andern dieWissenschaft aus. A. , der sich dem Skepticismus näherte oder ihn vielmehrübertrieb, leugnete, daß man irgend Etwas wisse, selbst Das nicht, daß man Nichtswisse. Er verwarf als falsch und täuschend das Zeugniß der Sinne und behaupteteDem gemäß, der wahre Weise dürfe nie Etwas behaupten; er könne vielmehr alleMeinungen ausgleiche Weise bekämpfen. Da er jedoch diese seltsamen Grundsätzemit der allenWesenauferlegtenNothwendigkeit, zu leben, in Uebereinstimmung zubringen suchen mußte, so sagte er, daß sie nur auf die Wissenschaft eine strengeAnwendung erlaubten, und daß man im Leben sich an das Wahrscheinliche haltenkönne. Übrigens war er wohlthätig gegen Nothleidende und ein Freund der Vergnü-gungen. Ein Nebenbuhler Aristipp'S , theilte er seine Zeit zwischen dem Amor,dem Bacchus und den Musen, ohne je ein öffentliches Amt zu bekleiden. Er starban übermäßigem Genuß des Weins, 75 I. alt, im 4. I. der 134. Olompiade.
A r ch a , S m u S, eine Alterchümlichkeit in der Sprache, sie bestehe in einemWorte, einer Form oder Wendung. Im Allgemeinen verbietet die Theorie desStylS den Gebrauch der Archaismen; allein in gewissen Gattungen der Schreibart,besonders der poetischen, können sie sogar Zierde sein, da ihnen oft eine eigenthüm-liche Kraft inwohnt.
Archangel, Hauptst. im Gouvernement gl. N. (16,225 UlM. , mit170,100 Einw., darunter Lappen und im N. O, 7000 Samojeden, Letzteremeist Heiden), liegt 8 Meilen von der Mündung der Dwina ins weiße Meer,hat 1900 Häuser und 16,100 Einw. Das 1584 dort erbaute Michaelsklostergab der Stadt ihren Namen. 1553 entdeckten die Engländer die Fahrt dahinauf dem Eismeere zuerst, und Archangel war bis zur Anlegung von Petersburg der einzige Stapelplatz der russischen Waaren. Als Petersburg gleichen Stapelerhielt, und Riga auch als russischer Hafen benutzt wurde, sank dort der Handel,bis 1762 diesem trefflichen Nordhafen die Kaiserin Elisabeth alle Vorrechte desPetersburger Hafens einräumte. Seitdem hebt sich mit der wachsenden Bevöl-kerung Rußlands der Hantel auf der Dwina an Ein - und Ausfuhr immer mehr;und A. ist für Sibirien der Hauptstapelplatz aller Ein- und Ausfuhr geworden, derdurch Eanäle mit Moskau und Astrachan in Verbindung sieht. Im Juni oder Julikomn.cn dort die fremden Flaggen an und segeln nn Sept. oder Oct. zuletzt wiederab. In jenen Sommermonaten ist dort ein steter Markt von Fischen, Fischthran,