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Erster Band. A bis Bl.
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390 Arche Archenholz

Münzkunst, 6) der archäologischen Gerüche (Anticaglien). Diese Überreste sind inItalien, Frankreich, Spanien, Deutschland, England, Rußland und Dänemark zerstreut, und nur auf Reisen kannte man sie daher eigentlich selbst anschauendsiudiren, wenn nicht Nachforschungen und Abbildungen einigen Ersaß gäben. DasErste, dessen der Archäolog bedarf, ist Kenntniß der Summe des von solchen Kunst-werken noch Vorhandenen, und die Archäologie müßte darum mit einem registri-renden Theile anheben, welcher ei» Verzcichniß der Antiken, ihrer Beschreibungen,Abgüsse und Abbildungen, sowie der Museen, Galerien, Cabinette, Paläste undVillen, worin sie sich befinden, nebst einer Geschichte ihrer Wanderungen undSchicksale, enthielte. Leider ist dieser nothwendige Theil der Archäologie noch nichtin seinem ganzen Umfange ausgeführt. Diesem Theile würde sich anschließen dieKunstlehre des Antiken, als Kunstgeschichte vorgetragen, worin über Styl, Me-thode, Kunsipraktik und Technik, Geist und Behandlung der Kunstwerke, nachMaßgabe der Kunstepochen, Belehrung ertheilt wird. Dann folgt die Kunstherrmeneutik, welche Aufschlüsse gibt über die Bedeutung der alten Kunst und Künst-lerfabel, über die Art, wie bei Erklärung der alten Kunstwerke verfahren werdenmuß, und die dazu nöthigen Hülfsmittel. Mythologie, Geschickte und Alterthü-mer dienen hier als HülfSwissenschaften. Die Kunstkritik liefert nachher die Grund-sätze, nach denen das Antike als Antikes überhaupt zu prüfen ist, oder als einergewissen Periode der Kunst angehörig erkannt wird. Dabei wird von Echtheit undUnechrheit, Ansehungen, Ergänmngen, Verfälschungen, von llr- und Nach-bildung u. s. w. gehandelt. Die Ästhetik des Antiken endlich seht dem Studiumder Archäologie die Krone auf. Sie zeigt uns den Götter- und HcroencykluS alsdie Lumme der Menschheit, diese Körper als sichtbar gemachte Leele in den man-nigfaltigsten Idealen nach Geschlecht und Alter, von der erhabensten Göttlichkeiteines Zeus bis herab auf den Satyr, wo sich die Menschennatur in das Thierischeverliert. Sie lehrt un? eindringen in die ästbetischen Ideen, die den Kunstschöpfun-gen zum Grunde liegen, Anordnung, Handlung, Ausdruck derselben bestimmend,macht aufmerksam auf den reinen Geschmack, die edle Einfalt, die vollkommeneZweckmäßigkeit. Eine also angelegte Archäologie dürste allen Anfoderungen an einzweckmäßiges Studium derselben Genüge leisten. Nock aber ist kein Werk vor-handen, welches dieser Idee ganz entspräche. Winckelmann , Heyne, Bottiger,Welcher, Tölken, Hirt, Azincourt , Millin, babcn dazu verschiedene Vorberei-tungen gemacht. S. Beck'S „Grundriß der Archäologie" (Leipzig 1815); Kanne-gießers „Grundr. d. Alterthumswissenschaften".

A r ch e. Lo nennt Luther in der Bibelübersetzung das Schiff oder den Kahn,oder das schwimmende Gebäude, in welchem Noah während der Noahchischen Flutoder Lündflut seinen Aufenthalt genommen hat; unstreitig von dem lateinischenrne,i. der Kasten, gebildet. (S. S ün d fl u t.) In den Svnagogen der Juden fuhrtdas Schränkchen, in welchem die Gesetzrolle aufbewahrt wird, den Namen der hei-ligen Arche. 11.

Archenholz (Johann Wilhelm v.), ehemals Hauptmann in preußischenDiensten, geb. in Langenfurth, einer Vorstadt DanstgS, den 3. Lept. 1741. SeinName war Johann Daniel; erfand aber für gut, sich Johann Wilhelm zu nennen.Aus dem Cadettenhause zu Berlin kam er als Officier (1760) zur xreuß. Armee,d:ente bei dem RegimenteFoivade bis zu Ende des siebenjährigen Krieges, und wardals Hauptmann (1763) verabschiedet oder vielmehr cassirt, weil er dem Könige voneiner nicht vortheilhaften «Leite, besonders als leidenschaftlicher Spieler, bekannt ge-worden war. Er ging nun aufReisen und sah in einem Zeitraume von 16 Jahren»äst ganz Europa . Oft war das Spiel und trüglicher Handel seine Erwerbsquelle;überhaupt scheint ihm sein Thun und Treiben in dieser frühern Zeit seines Lebensauf keine Weise zur Ehre zu gereichen. In Italien brach er bei einem unglücklichen