Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Arnobius

Arnold (Johann)

solchem Talent keine größere Wirkung auf das Publicum hervorbringen kann. —Seit mehren Jahren lebt dieser Schriftsteller abwechselnd in Berlin und auf seinemGute Wiepersdorf bei Dahme , welches er bewirthschaftet. 44.

A rnobius, der altere, auch der Afrikaner genannt, war um 300 Lehrerder Beredtsamkeit zu Sicca Veneria in Numidien , und wurde 303 Christ. Nochals Karechumen schrieb er 1 Bücher ,,!>>-,>>»tntlo,e,sus Deutes", worin erdie Vorwürfe der Heiden gegen das Christenthum mit Geist und Belesenheü wider-legte. Dieses Werk verrath zwar eine mangelhafte Kenntniß des Christenthums,ist aber reich an Materialien zur Kunde der griechischen und römischen Mythologie.Daher gehört es unter die Schriften der lateinischen Kirchenvater, welche, wie dieWerke seines Schülers LactantiuS , besonders von Philologen geschaßt werden.Orelli hat (Leipzig 1816) die neueste und beste Ausgabe desselben besorgt. Vondem jünger» Arn o biuS, einem gallischen Geistlichen in der zweiten Hälfte des 5.Jahrh., ist nur ein unbedeutender Commentar über die Psalmen bekannt, der dieGrundsätze der Semipelagianer verräth. 31.

Arnold vonBrescia, ein Schüler Abelard's, kam voll neuer IdeenüberReligion und Kirche um 1136 in seine Vaterstadt zurück. Sein hoher, kühnerGeist, seine Kenntniß des christlichen Alterthums und seine salbungsvolle, hin-reißende Beredtsamkeit als Geistlicher und öffentlicher Lehrer verschafften seinenStrasreden gegen das Unwesen der Priesterherrschaft Bewunderung und Glauben.So regte er das Volk gegen die Geistlichkeit auf und fand auch in Frankreich , wo-hin er 1159 flüchten mußte, zahlreiche Anhänger, denn die gerechte Unzufrieden-heit mit den damaligen Sitte» und Anmaßungen der Geistlichen hatte ihm allent-halben Bahn gemacht. Das schnell auflodernde Feuer der Empörung konnte derBann, den Jnnocenz II. über ihn und seine Anhänger (Arnoldisten! aussprach,nicht loschen/ A. predigte seine Lehre ungekränlMu Zürich in der Schweiz bis1144, wo er zu Rom als Volksführer auftrat und durch die Kraft seiner Rede ge-waltthätige Ausbruche der Volkswuth gegen die geistl. Gewaltherrscher veranlaßte.Die tobende Menge, die er selbst nicht mehr bändigen konnte, verehrte ihn als ihrenVater, und selbst der Senat beschützte ihn, bis Adrian I V. 1155 die Stadt mir demJnterdiet belegte. Diese noch nie erhörte Schmach beugte die Remer, sie batenum Gnade, und A. mußte fliehen. In Campanien ward er aufgegriffen, alsKetzer und Rebell zu Rom verbrannt, seine Asche in die Tiber gestreut und seinAnhang unterdrückt. Aber der Geist seiner Lehre erbte sich aus die Sekten rort,die dieses und das folgende Jahrh, entstehen sah. S. Dr. H. Francke: „Arnoldvon DreScia und seine Zeit" - Zürich 1825). D.

Arnold (Johann), ei» Müller in der Neumark , bekannt durch die Ge-schickte eines merkwürdigen Processes, unter der Regierung Friedrichs II. — 'Ar-nold, dem Konig persönlich bekannt, beschwerte sich nämlich bei dem Monarchendarüber, daß sein Erbverpächter, der Herr v. Gersdorf, durch die Anlegung einesneuen Teichs ihm das zum Mahlen nöthige Wasser entzogen, er gleichwol durchdie übereinstimmenden Erkenntnisse der kustrinischen Regierung und des Kaminer-gerichtS in Berlin zur Zahlung des Pachtzinses verurtheilt, und da er solcken nichterschwingen konnte, die Mükle ihm abgenommen und er mit seiner Familie an denBettelstab gebracht worden sei. Der Konig glaubte hierin Ungerechtigkeit und Be-günstigung des Höher» gegen den Niedern zu finden und den über die Sache erfo-dertcn Berichten der GericktShofe nicht trauen zu dürfen. Er übertrug daher dienähere Untersuchung des Falle« an Ort und Stelle einem Obersten v. Heuking. Dadieser sich günstig für den Müller aussprach, so gab Friedrich dem Großkanste r v.Fürst die Entlassung mit den heftigsten Vorwürfen wegen einer unter seinen Augenschlecht geführten Justizverwaltung, ließ die mit der Sache beschäftigt gewesenenKammergerichtSräthe verhaften und ein über das Ganze aufgenommenes Proro-