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Erster Band. A bis Bl.
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Arnskein Arrest

Arnstein (Freih. v.), einer der Chefs des Wechselhauses Arnstein und Es- 'keleS zu Wien, welches außer dem Verkebr mit Italien und der Levante, der in -

neuerer Zeit vorzüglich in Wien seinen Sitz genommen, an allen andern großen !

Geschäften, z. B. an den Anleihen der ostreich. Regierung, Theil nimmt. Seit 1

beinahe 50 Jahren ist dieses Haus einer der ersten Sammelplätze der großen !

Welt und des geselligen Verkehrs, ein Muster der angenehmsten Gastfreiheit und <Unterhaltung für Fremde und Einheimische. Die Seele dieses Kreises war Fannyv.Arnstein. In Berlin geb., aber »ach Wien verheirathet, besaß Frau v. A. die ^glänzendsten Eigenschaften: S chenheir, Anmuth, Witz und Talente mit ausgezeich-neter Bildung. Die vornehme Welt von Wien und die angesehensten Fremdentrafen in ihren ^.alen zusammen und fanden hier freie und belebte Unterhaltung.Kaiser Joseph ll., der alles Ausgezeichnete lebhaft schätzte, bezeigte ihr bei jederGelegenheit seine huldvolle Gesinnung. Dabei war Frau von A. außerordentlichwohlthätig; sie wirkte in jedem Vereine mit, den die Damen vom ersten Range inWien zu wohlthätigen Zwecken schloffen. Im größten Glänze erschien das Arnstein '-sche HauS zur Zeit des wiener Congreffes, und es möchte nicht leicht ein Privat-haus zu finden sein, in welchem derselbe Abend mit hundert andern hohen und aus-gezeichneten Personen zu gleicher Zeit, Consalvi, Hardenberg. Wellington und Tal-leyrand vereinigte. Als Frau v. A. von einer Reise i» Frankreich und Italien zurück-gekehrt war, wurde sie krank und den Ihrigen cntriffen. Ihr Andenken lebt fort indem Kreise ihrer einzigen Tochter, der geistreichen Bcwonin Pereira.

Arpent, der alte franz. Morgen oder Acker. Man unterschied einen großenund kleinen Arpent, jener von 1344ß, dieser von 900 LlRuthen. Jetzt ist die Be-nennung Heckare an die Stelle von Arpent getreten.

Arra s, Hauptst. des Deport. Pas Le Calais, an der hier schiffbaren Scarpe,enthält 20,000 Einw., eine Akad. d. Künste und viele Fabriken (Tapeten, Batist,Spitzen u. s. w. . A. ist der Sitz eines Bischofs. Die Befestigung besteht auseinem unregelmäßigen, mit 10 zum Theil abgerückten Bastionen versehenen Haupt-wall, mehren Ravelins und Lunctten, 2 Hornwerken und der ein taugliches Fünf-eck bildenden Cuadelle mit bombenfesten Casemattcn. Sämmtliche Befestigungensind von Dauban verbessert oder ganz neu angelegt. Hier brachte er zuerst seine Te-naillonS an. Ein Theil der Gräben ist naß, sowie die von der Scarpe durchström-ten ^Wiesen niedre Fronten gut decken. Die Citä (Altstadt) ist von la Ville durchWall und Graben getrennt. 1640 eroberten die Franzosen A. unter den Mar-schällen Chaune, Chatillan und Melleraye. 165 l versuchten die Spanier unterCondß, sie denselben wieder zu entreißen, allein Turenne griff die spanischen Linienan, erstieg sie und entsetzte dadurch die Festung. 32.

Arrende, die Pachtung für eine» Grundzins. In Rußland sind ArrendenKrongüter , welche gewissen verdienten Personen für einen sehr mäßigen Pacht ver-liehen werden.

Arre st. Der Ausdruck ist im ordentlichen Wechsel-, Civil- und Criminal-proccß bekannt genug, weniger ist es der Arrestpunkt bei Schiffen, wenn ein Frem-der oder Einheimischer die Arrestation eines auf der Fahrt begriffenen Schiffes- undseiner Ladung verlangt, oder durch S kaarsverfügung ein allgemeines Embarg o auffremde Flaggen als Retorsion oder als erste kriegerische Maßregel verfugt wird.

In England berechtigt der Arrest zum Abandon, in andern Ländern nicht. Es wärezu wünschen, daß unsere FlnßschifffahrtScommissionen bieruber ein allgemeines FestesRecht gründen mögen; arg war es, daß bisher zuweilen um sehr unbedeutende Fe-derungen an eine» Theil der Ladung die Arrestation, oft sogar ohne Camion fürden Schadenstand der im Streite befindlichen LadungSintereffenten, auf ein S chifferlangt werden konnte, das nur widrige Winde auf der Rhede noch aufgehalten,nachdem es clarirt hatte. — Verschieden ist in Deutschland das Recht, einen