446
Arthur
trinken kann, wird selten das Podagra bekommen; allein hier bewirken dann wiederÜberfüllung mit schlechten rohen Nahrungsmitteln, häufige Erkältungen eine An-häufung von schlecht verarbeiteten Stoffen im Blute und Unterdrückung der Aus-scheidung derselben, daher bei gesunkener Lebensthätigkeit in solchen Fällen mehrunregelmäßige arthritische Zufälle, herumziehende Schmerzen, Absetzungen vonaußerordentlicher Menge erdiger Masse in den Gliedern und die auffallendsten Ver-unstaltungen derselben entstehen. Gicht und Fluß, oder Arthritis und Rheu-matismus l s. d.i werden häufig mit einander verwechselt, sind aber ganz von ein-ander verschieden. Rheumatismus gehört jedem Lebensalter, Arthritis nur demMannesalter an; Rheumatismus ist ein entzündlicher Zustand im System derMuskeln und Sehnen, bei der Arthritis ist dieser Zustand im System der Gelenke,Gelenkkapseln und der Knochen, folglich hat bei ersterm der Schmerz seinen «itzmehr in den Muskeln und erstreckt sich nach deren Lauf wechselt auch mehr in An-sehung des Ortes; bei letzterer ist der Schmerz in den Gelenken und auf den Kno-chen hin; der Rheumatismus ist auch an sich nicht mit den erdigen Geschwülstenund Anhäufungen begleuet wie die Gicht. Man hat bei der letztem sogar beobach-tet, daß der arthritische -Lchweiß einen feine» erdigen Staub auf der Haut desKranken zurückgelassen hat. Beide Krankheiten können aber zugleich im Körpervorhanden und mir einander verwickelt sein; auch kann Rheumatismus mit der Zeitin Arthritis übergehen, wenn mit dem Wechsel des Alters die Krankheirsanlageselbst von dem Muskelsystem auf das Knochensystem und deren Gelenke sorrwan-dert. Ist die Natur nicht kräftig genug, einen regelmäßigen Ausbruch der Gichtzu bilden, ist der Mensch zu alt, oder wird die Krankheit in ihrem Verlauf gestört,so ergreift sie auch wol innere Theile, den Magen, die Lungen, das Gehirn, underregt oft tödtliche Zufälle. Über die Behandlung der Arthritis und die dabei zubeobachtende Lebensweise herrschen noch viele irrige Meinungen. Manche glauben,daß, vormglich bei dem Podagra, gar Nichts zu brauchen sei; Andre hoffen Allesvon der Zusammensetzung eines abführenden Trankes; wieder Andre glauben imFasten und Wassertrinken ihr Heil zu finden; Andre suchen es , von Brown'S ein-seitiger Meinung verführt, der das Podagra unbedingt in die Classe der astheni-schen Krankheiten setzte, im Arrak. Es gibt aber kein eigentliches Mittel gegenGicht und Podagra , als die sorgfältige Behandlung eines volfichligen Arztes, der,im Besitz der richtigen Absicht von der Krankheit, das Lebensalter und die Leibes-beschaffenheit des Krankt, die Äußerungen der Lebenskräfte, den Stand des arte-riellen Systems, die Lebensart und Diät, und endlich die Natur der Zufälle selbstgenau beobachtet. Bei dem einen Gichtkranken kann z. B. Aderlaß, Wassertrin-kcn und Gebrauch kühlender Mittel höchst nöthig sein, welche einem andern schäd-lich, ja tödtlich werden können; ebenso umgekehrt mit erhitzenden, schweißtreiben-den und andern Mitteln. Ob das in neuerer Zeit berühmt gewordene Pradier'scheGichtmittel sich als heilsam bewähren wird, muß noch durch mehre Erfahrungenbestätigt, die Zulässigkcit seiner Anwendung aber in jedem einzelnen Falle voneinem Arzte bestimmt werden. kl.
Arthur oder Artus , Fürst der Siluren im 6. Jahrh., ein altbrüischcrNationalhcld, dessen Geschichte dieRitterpoesie ausgeschmückt hat, war, nach demBericht Gottfrieds von Monmouth, der wahrscheinlich aus Wistace's Reimchro-nik, „IZrut cN.bnglewrie", schöpfte, der Sohn der Fürstin Ingarna von Corn-wales, gezeugt von dieser im Ehebruch mit Ucher Pendragon oder Oberfeldben'nder Briten, und geb. um 453 n. Chr. Er folgte 516 seinem Vater in der Feld-herrnwürde und verrichtete jetzt gegen die Sachsen , Scoten und Picken jene glän-zenden Heldenthaten , die ihn berühmt gemacht haben. Er vermählte sich mir dervielbesungenen Gunnievre oder Ginevra (Guanhumara), aus dem Haufe Cadors,Herzogs von CornwaleS, stiftete den berühmten Ritterorden der Tafelninde und