Artemon
Arthritisch 445
Halikarnaß ein Denkmal erbauen ließ, welches unter die 4 Wunder der Weltgerechnet wurde. Die ersten Bildhauer Griechenlands hatten daran gearbeitet.Briaxis, Skopas, Leochares und Timorheus machten die Verzierungen an den 4Seiten des Gebäudes; von Pythes war das Viergespann, welches die kegelförmigeSpitze desselben zierte. Vitruv glaubt, daß auch Praxiteles daran gearbeitet habe.Nacb Artemisia'S Tode vollendeten es die Künstler unentgeltlich, um nicht auch dieEhre ihres Fleißes einzubüßen. Es bestand aus einem länglichen Viereck von 411Fuß im Umfang, 130 F. hoch. Die Hauptseite war niit 36 Säulen geziert, und24 Stufen führten zum Eingang. A. starb bald nach ihrem Gatten bei demDenkmal, das sie ihm errichtet hatte, 351 v. Chr. — Eine andere Artemi-sia, Königin von Halikarnaß, war es, die den LerxeS auf seinem Zuge gegenGriechenland begleitete und sich in der Schlacht bei Salamis (480 v. Chr.) durchihre Entschlossenheit und Klugheit auszeichnete.
Artemo n, einJrrlehrer im Ans. des 3. Jahrh., der die Gottheit Christileugnete und ihn für einen bloßen Menschen von seltener Tugend erklärte. Er lebteim Sprengel von Rom ; seine Anhänger, die Artemonilen, scheinen sich aberauch nach Syrien hin verbreitet zu haben. Noch in der zweiten Hälfte des 3.Jahrh, verloren sie sich unter andern Gegnern der TrinitätSlehre. (Vgl. Antu.trini tarier.) Samuel Trell trat 1426 unter dem Namen ArtemoniusalsGegner derselben Lehre auf. 31.
Arterien, s. Adern.
A r t h r i t i sch (a. d. Griech.), wörtlich: mit Gliederschmerzen behaftet odergichtisch. Die Arthritis, Gicht, ist eigentlich eine Krankheit des Mannesalters(s. Alter) und hat ihren Grund in dem angefangenen Rückgang oder Abwärts-steigen des Lebens aus den höhern Gebieten des Organismus in die niedern, in dieSysteme der Knochenbildung und der Absonderungen. Hier äußert sich aber deß-halb auch die diesem Alter eigenthümliche Krankheit der Entzündung der Gelenke,welche theils regelmäßig mit Abscheidung des überflüssigen izur Knochenbildungnicht in der Menge mehr nothwendigen) erdigen Stoffs, theils bei mangelndenNaturkräften unregelmäßig erscheint und wiederkehrt, auch wol anüatt den über-flüssigen Knochenstoff durch die AuSscheidungswerkzcuge aus dem Körper zu schaf-fen, denselben nur bis unter die Haut bringt oder gar im Innern sich anhäufenund daselbst behaupten läßt, woher alsdann die Gichtknoten und die innern Stein-bildungen mancher Art entstehen. Zur Ausbildung der arthritischen Krankheitscheuten 2 Ursachen am meisten zu wirken: fehlerhafte Diät und Unterdrückung derHai tausdünstung. Der häufige Genuß des Weins, besonders säuerlicher Weine,ebenso der gewöhnliche Gebrauch sehr nahrhafter, fetter, gewürzter und lcckerbafterSpeisen trägt ohne Zweifel sowol durch Überfluß an NahrungS - und erdigen Stof-fen, als auch durch die das Blursysiem erregende Wirkung dieser Genüsse zur Ent-stehung der Arthritis am meisten bei, indem der Überfluß an Nahruugssioffen vondem völlig ausgebildeten Körper nicht gebraucht und von den weniger kräftigen Ver-dauungswer! zeugen nicht verarbeitet, dagegen die entzündliche Anlage in dem Kno-chensysteme vermehrt und bis zur wirklichen Entzündung getrieben wird. Die ar-thrüische Krankheit kündigt sich in diesen Fällen bei noch vorhandener Wirksamkeitder Haturkräfte als regelmäßig wicderkebrendeS Podagra (s. d.) an. Es entüehr»änlich im Frubjabr, ini Herbst, bei Manchen noch öfter, ein heftiger Schmerzin oter an dem Gelenk der großen Fußzehe, der Theil wird entzündet, roth und ge-schnoben. Gemeiniglich ist Fieber damit verbunden, wenn nämlich die örtlicheEntzündung auf das ganze Blutspstem zurückwirkt. Bei der ärmer» Menschen-cla>e trifft man selten echt podagrische Krankheit an; der Arme, der im Schweißesein s Angesichtes sein Brot ißt und seinen Durst mit einem Krug Wasser befriedigt,selbi der Mittelmann, der bei einer mäßigen Mahlzeit allenfalls ein Glas Bier