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Artillerie
den wesentlich nothwendigen Theilen der Rede (partilm« oraticmiss gehört, so ister doch der grossen Mehrzahl der gebildeten Sprachen unentbehrlich und hat daherin den Lehrbüchern derselben einen Platz unter den wirklichen sogenannten Rederhei-len erhalten. Die von den Sprüchreinigern versuchte Übersetzung: Geschlechtswort,ist nicht zubilligen, da das Geschlecht der Wörter mit dem Artikel Nichts zu schaffenhat, der Umstand aber, daß der Artikel sich nach dem Geschlechte eines Wortes am-dert, nichts ihm Eigenthümliches ist, sondern bei dem Pu'vnomen und Adjectivauch stattfindet. Der Artikel ist übrigens für die deutsche Sprache besonders da-durch wichtig, daß er die mangelhafte Beugung der Hauptwörter (Declination) er-setzen hilft.
Artillerie bezeichnet 1) und eigentlich die Wissenschaft, das schwere Ge-schütz möglichst zweckmäßig gegen den Feint zu brauchen, wie schon das Wort Ar-tillerie kv. d. Lateinischen ->rs tollencli, die Kunst, schwere Körper fortzuschleudern)etwas Ähnliches ausdrückt. Diese Wissenschaft ist der Inbegriff einer Menge an-drer, ohne die sie nur Stückwerk sein würde. Außer der genaue» Kenntnis, derEinrichtung aller Gattungen von Geschützen, Munitionswagen w. muß man dieGründe kennen, warum ihre jetzige Einrichtung, ihre Materialien, deren Ver-fertigung und Aufbewahrung zweckmäßig sind. Dem Artilleristen ist eine eben-so genaue Bekanntschaft mit den Bestandtheilen, Gattungen, der Fabrication,Wirkung und Aufbewahrung des SchießpulvcrS, der Weise, wie alle zur Muni-tion gehörige Dinge angefertigt und behandelt werden, der Bahn und Kraft jederGattung von Geschossen, der nöthigen Ladung und Richtung nach den verschiede-ne» Entfernungen, der Wirkung aller Schußarten, und die Kunst, Alles dies zumSchießen selbst zu benutzen, unumgänglich nöthig. Er muß außerdem das Excr-ciren zu Fuß und zu Pferde, um seine Leute in diesem milirairischen Abc zu unter-richten, verstehen. Er muß ferner Pferde, die zum Transport der Geschütze undzum Deriltenmachen der reitenden Artillerie gebraucht werde», in jedem Sinne zubehandeln, die Geschütze zu bespannen, mit ihnen zu fahren und auf jedem Ter-rain zu maiioeuvriren, auch plötzlich vorkommende Beschädigungen für den Augen-blick haltbar auszubessern wissen, und mit der ganzen Taktik, besonders mit derEigenheit jedes Terrains und der Weise, dasselbe am zweckmässigste» zur Aufstel-lung von Geschützen zu benutzen, bekannt sein. Er muß endlich jeden Terrainge-genstand mit seiner Waffe anzugreifen oder zu vertheidigen im Stande sein undgenaue Kenntniß vom Festungskriege und der ganzen Fortisication haben, beson-ders aber Batterien und andere Feltwerke zu baue» praktisch geübt sein, um hier-durch vor den feste» Plätzen und durch Aufstellung der Geschütze in denselben denIngenieur bei dem Angriff wie bei der Vertheidigung derselben bestmöglichst zu un-terstützen. Außerdem hat der Artillerist oft noch die Anordnung der Fanale undandrer Signale zur Kriegszeit, die Fertigung der Lustfeucrwerke im Frieden u. A.in. zu besorgen. Alles dies läßt sich nicht allein durch die Erfahrung nach und nacherlernen, sondern es muß das Studium von Hülfswissenschaftcn vorausgehen.Die Mathematik (besonders die Lehre von den Curven wegen der Berechnung derFlugbahn der Geschosse), Physik und Chemie zum Versieben der Wirkung desPulvers und zur Anfertigung der Munition nebst Zubehör, sowie aller Fcuerwerks-körpcr, sind höchst nöthig; die Mechanik ist zu denselben Zwecken, zum Versteheneiner richtigen Theorie vom Fuhrwerk, und wenn es gilt, große Lasten zu bewegen,wie bei vielen andern Gelegenheiten sehr nützlich. — Von der Wissenschaft trugman das Wort Artillerie 2) aus sämmtliche schwere Geschütze über, die man col-lectiv ebenfalls durch dasselbe bezeichnet. Über einzelne Gattungen der Geschützewird in besonder» Art. das Nöthige gesagt werden. (-L. auchBalliüik, Pa-rabel, Visir u. a.) —Die Einrheilunq der Artillerie in BelagerungS -, Fe-stungs-, grobe oder schwere und leichte oder Feldartillerie bezeichnet schon die Denen-